RW Deuten scheitert an einem ungelernten Keeper und einem Vierfach-Torschützen

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Bei seiner Niederlage gegen den SV Herbern konnte der SV RW Deuten nicht einmal davon profitieren, dass die Gäste mit einem Feldspieler im Tor spielten.

von Andreas Leistner, Armin Dille

Dorsten

, 08.12.2019, 21:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Landesliga 4

RW Deuten - SV Herbern

2:5 (0:2)

Schon früh mussten die Gäste am Sonntag einen Rückschlag wegstecken. Keeper Sven Freitag verletzte sich ohne Fremdeinwirkung nach einer Viertelstunde und musste vom Platz. „Und das beim ersten Mal, wo wir keinen Ersatzkeeper dabei haben“, stöhnte Trainer Holger Möllers. Für Freitag rückte Mittelfeldspieler Joe Breloh ins Tor – und machte seine Sache sehr gut.

Das lag allerdings auch an der guten Arbeit seiner Vorderleute. „Wie wir den Ball heute vom Tor weggehalten haben, das war schon allererste Sahne“, lobte der Herberner Trainer die Laufbereitschaft und das Zweikampfverhalten seiner Spieler: „Wir haben Deuten von der ersten bis zur letzten Minute unter Druck gesetzt. Das war der Schlüssel.“

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RW Deuten - SV Herbern, Interview mit Joe Breloh

Deuten fiel gegen die gut gestaffelten Gäste nicht viel ein. In der ersten Halbzeit hatte die Elf von Trainer Frank Frye keine einzige zwingende Torchance, und Joe Breloh blieb im Grunde beschäftigungslos.

Zur Ungefährlichkeit vorne gesellten sich dann zu allem Überfluss auch noch unerklärlich viele Ballverluste und Fehler in der Abwehr. Nach einem Pfostenschuss schaltete Gäste-Stürmer Luis Krampe schneller als alle anderen und schob den Nachschuss bei Herberns zweiter Torchance über die Linie (28.). Zehn Minuten später hebelte ein Steilpass die komplette Defensive der Rot-Weißen aus, und abermals Krampe schloss zum 0:2 ab (38.).

Erst nach dem 0:3 aufgewacht

Erst nach einem klassischen Konter zum 0:3 (53.) wachten die Gastgeber auf und schnupperten nach den Toren zum 1:3 durch Kujtim Arifaj (58.) und zum 2:3 durch Dennis Hubert (70.) noch einmal an der Wende. Doch in die Druckphase der Gastgeber setzten die Herberner schließlich die entscheidenden Konter (76. und 82.). Beide Male hieß der Torschütze wieder Luis Krampe. Hätte Herbern all seine Konterchancen genutzt, die Deutener Niederlage wäre noch deutlicher ausgefallen.

In der Tabelle bleibt Deuten weiter Dritter, musste die Herberner aber nach Punkten aufschließen lassen. Gleichzeitig verpassten es die Rot-Weißen, die Patzer von Mesum (1:1 in Ahaus) und Werne (1:3 gegen Heiden) auszunutzen.

RWD: Lehmkuhl; E. Fell (59. Vengels), Hubert, T. Goeke (31. Frasheri), J. Goeke, Arifaj, Noetzel, Mertens (81. Mueller), Fabisiak (64. Richter), Falkenstein, Lachs.

Tore: 0:1, 0:2 Krampe (28., 38.); 0:3 Amoev (53.); 1:3 Arifaj (58.); 2:3 Hubert (70.); 2:4, 2:5 Krampe (76., 82.).

SV Hardt - Westfalia Gemen

2:3 (1:2)

Der Hardter Trainer Martin Stroetzel fasste nach der Begegnung zusammen: „Unser Defensivverhalten war desolat. Und dass Gemen in der Lage ist, einen knappen Vorsprung über die Zeit zu retten, hat man gesehen.“

Der SV Hardt begann auf dem Kunstrasen recht gut. Nach einer Ecke verfehlte der Kopfball von Daniel Moritz das Gästetor nur knapp (5.). Eine Kopfballverlängerung von Jens Lensing setzte dann Jannis Scheuch clever mit dem Kopf gegen die Laufrichtung des Gemener Torstehers zur 1:0-Führung in den rechten Knick des Westfalia-Gehäuses (14.). Bei einem katastrophalen Gemener Rückpass kam Tim Wellers nur einen Schritt zu spät (16.) und erneut stand Moritz beim Zuspiel knapp im Abseits (20.).

Entscheidende Minuta

Da hätten die Hardter gut und gern schon höher führen können. Dann aber mischte Gemen in nur einer Minute die Hardter Abwehr gleich zwei Mal auf. Ein Rückpass von der Torauslinie fand Gemens Julius Gerster und der traf aus vier Metern zum 1:1-Ausgleich, Stefan Schröder im Hardter Tor war chancenlos (24.). Wenig später hebelte Gemens Necati Güclü im Alleingang die Hardter Verteidigung aus und jagte den Ball zur 2:1-Führung der Gäste ins lange Eck (25.). Dabei blieb es bis zur Halbzeitpause, da Brefort (29.) sowie Johannes Liesenklas (37.) ihre Chancen nicht nutzen konnten und Schröder im Hardter Tor mit einer Glanzparade einen höheren Rückstand verhinderte.

Brefort gleicht nach der Pause aus

Nach dem Seitenwechsel verlor die Westfalia den Ball im Spielaufbau, Brefort wurde in der Spitze fein angespielt und ließ sich aus 14 Metern die Chance zum 2:2-Ausgleich nicht nehmen (53.). Moritz hätte mit einem Flugkopfball erhöhen können, verfehlte jedoch knapp (63.). Und im Gegenzug spielte erneut Necati Güclü die Hardter Abwehr schwindelig und jagte das Leder aus halbrechts zum 3:2 für Gemen unter die Querlatte von Schröders Gehäuse (63.), der wenig später vor einem Gemener klärte. Glück hatte der SV Hardt auch, als der Ball nach einer Flanke in den Strafraum von der Brust Timo Haarmanns an den Pfosten prallte (75.). In der Hardter Schlussoffensive wurde der Schuss von Moritz geblockt (85.) und Gemens Keeper Sven Schneider rettete mit zwei Riesenparaden den Westfalia-Sieg (87.).

Hardt: Schröder; Bromkamp, Lensing, Haarmann, Wellers, Heitbreder (68. Seiffert), Jansen, Moritz, J. Scheuch, Brefort, Liesenklas.

Tore: 1:0 (14.) J. Scheuch, 1:1 (24.) Gerster, 1:2 (25.) N. Güclü, 2:2 (53.) Brefort, 2:3 (63.) N. Güclü.

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