Schiedsrichter kassieren höhere Spesen

Fußball

Die Ständige Konferenz des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen (FLVW) hat zu dieser Saison eine Anpassung der Spesen für Schiedsrichter beschlossen. Die Referees bekommen künftig mehr Geld. Zahlen müssen das die Vereine.

Dorsten

, 27.07.2017, 12:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schiedsrichter kassieren höhere Spesen

In allen Kreisligen erhalten Schiedsrichter in dieser Saison 22 Euro pro Spiel.

21 Euro bekam ein Schiedsrichter im Kreis Recklinghausen in der abgelaufenen Saison für ein Spiel in der Kreisliga A, 17 Euro für Spiele in B- und C-Ligen. In der neuen Spielzeit erhalten Referees für Spiele in allen Kreisligen pauschal 22 Euro. Zur 2018/19 erhöht sich die Pauschale noch mal auf 24 Euro pro Kreisliga-Spiel. Auch im Frauenfußball und im Juniorenbereich kassieren die Referees künftig mehr.

BVH-Vorstand: "Wieso müssen das die Vereine tragen?"

"Da kommen einige Kosten auf uns zu", sagt Ulrich Canovi, Vorstandsmitglied des A-Ligisten BVH Dorsten. "Wir haben ausgerechnet, dass wir mit allen Unkosten etwa 1000 Euro mehr zahlen müssen. Und das, obwohl wir schon jetzt horrende Summen für Schiedsrichter bezahlen." Eine Frage beschäftigt Canovi besonders: "Wieso müssen die Vereine das tragen? Mehr Schiris gibt es für ein paar Euro mehr auch nicht."

Darum ging es dem FLVW laut Schiedsrichterlehrwart Oliver Topp jedoch gar nicht. "Ziel war eine Vereinheitlichung der Spesen. Es kann nicht sein, dass Schiris in manchen Kreisen mehr Geld für ein Kreisliga-Spiel bekommen als woanders für ein Bezirksligaspiel. Die Bedenken der Vereine kann Topp nicht nachvollziehen: "Wenn ich bedenke, was in den A-Ligen teilweise schon für Spieler ausgegeben wird...".

Initiative ging vom Verband aus

Bislang haben die 29 Kreise im FLVW selbst entschieden, wie viel ihren Schiedsrichtern gezahlt werden muss. Oftmals tauschen die Kreise untereinander Schiedsrichter aus. "Und dann hat man ein Problem", sagt der Recklinghäuser Kreisvorsitzende Hans-Otto Matthey, "wenn zum Beispiel in Gelsenkirchen 15 und in Recklinghausen 21 Euro für ein Spiel in der Kreisliga A gezahlt werden."

Deshalb habe der Verband einen Arbeitskreis eingerichtet, der sich dem Thema angenommen und den Vorschlag zur Generalisierung der Bezüge in die Ständige Konferenz eingebracht die. Die stimmte dann der Beitragsanpassung zu.

KSA-Vorsitzender sieht Anpassung kritisch

Harald Woller, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses Recklinghausen, sieht die Anpassung ebenfalls kritisch. Allerdings aus einem anderen Grund: Wenn künftig A-Liga-Spiele und C-Liga-Spiele gleich vergütet werden, könnte es passieren, dass sich weniger Schiedsrichter zur Kreisliga-A-Prüfung melden, weil sie das gleiche Geld mit weniger Aufwand verdienen können.

"Das hoffen wir natürlich nicht, aber es kann passieren", so Woller. Dabei sei es gerade so gut gelaufen in der Schiedsrichterausbildung im Kreis. 18 Schiris haben laut Woller in der abgelaufenen Saison die Bezirksliga-Prüfung gemacht. "Im Schnitt hatten wir 0,86 Fehler pro Mann. Daraauf sind wir sehr stolz, weil wir sehen, dass sich die Arbeit, die wir uns gemacht haben, gelohnt hat."

Lesen Sie jetzt