Spielabbrüche - gleich zweimal flogen die Fäuste

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Rückt die Gewalt auf dem Fußballplatz nun doch immer näher? Gleich zwei Spiele mit heimischer Beteiligung wurden am Sonntag abgebrochen, weil es zu Schlägereien kam.

Wulfen, Kirchhellen

, 10.11.2019, 21:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der C-Kreisliga 2 Recklinghausen stand es in der Partie zwischen dem TSV Marl-Hüls II und der dritten Mannschaft des SC Blau-Weiß Wulfen nach einer guten Stunde 1:1. Schiedlich friedlich ging es auf dem Platz am Loekamp aber schon länger nicht mehr zu.

„Einer der TSV-Spieler hat mich permanent beleidigt“, berichtete Wulfens Meik Tregel. Und der Marler hatte sich vor dem Spiel offenbar genau über Tregel informiert: „Er wusste zum Beispiel, wo ich wohne und wie meine Freundin heißt.“ Er habe den TSV-Akteur mehrfach aufgefordert, ruhig zu bleiben. „Ich habe ihn noch gewarnt, dass unser Trainer und einer meiner Mitspieler Polizisten in Marl sind“, berichtete Tregel. Doch das störte den Marler nicht.

Am Jochbein abgerutscht

Aus den Beleidigungen wurden Bedrohungen, und schließlich habe ihm der TSV-Spieler mit der Faust ins Gesicht geschlagen. „Er ist ein wenig am Jochbein abgerutscht, aber es tat schon weh“, schilderte Meik Tregel die Szene. Vor dem Schlag habe der TSV-Spieler noch geschaut, ob der Schiedsrichter in seine Richtung schaute. „Das hat er nicht, deshalb konnte er kein Rot zeigen und wird in seinem Sonderbericht wohl auch nichts zu dem konkreten Vorfall schreiben können“, meinte Tregel.

Der Unparteiische habe die Wulfener aber schon in der Halbzeitpause gewarnt, sich nicht provozieren zu lassen, weil einige TSV-Akteure einschlägig bekannt seien.

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Nach dem Faustschlag verließ Tregel den Platz. „Ich bin einfach runter gegangen, und der Schiedsrichter hat die Partie abgeborchen, nachdem wir ihm alles geschildert haben.“ Ein Nachspiel wird das Ganze nun nicht nur vor der Spruchkammer des Fußballkreises haben. Meik Tregel hat gegen den TSV-Spieler Anzeige wegen Bedrohung und Körperverletzung erstattet. Seine zwei Zeugen: die beiden Polizisten aus seinem Team. „Sie standen fünf Meter vom Geschehen entfernt.“

Tumulte nach einem Pressschlag

Zum zweiten Spielabbruch des Sonntags kam es in der C-Kreisliga 3 Gelsenkirchen. Hier hieß es zwischen dem TSV Feldhausen und Kickers Ückendorf II schon 5:0 für den TSV, als sich nach einem Presschlag eine Spielertraube bildete. Mittendrin: Feldhausens Spielertrainer Sascha Wolf. „Plötzlich bekam ich einen Schlag auf den Hinterkopf“, schilderte er am Abend das Geschehen. Anders als Meik Tregel reagierte Wolf aber impulsiv, drehte sich um und versetzte seinem Gegenüber ebenfalls einen Faustschlag. Dafür sah er die Rote Karte und ging vom Platz. Allerdings nicht alleine: Die Mannschaft der Ückendorfer zog sich ebenfalls in die Kabine zurück und war nicht mehr zum Weiterspielen zu bewegen. Nach kurzer Wartezeit brach der Unparteiische deshalb auch diese Partie ab.

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