Stefan Weffers hört im Sommer am Jahnsportplatz auf

Fußball

Er brachte seinen Verein zurück in die Spur, am Saisonende ist die Mission nach drei Jahren vorbei: Mit Stefan Weffers verliert A-Kreisligist RW Dorsten einen akribischen wie bescheidenen Taktiker. Der Lippe-Guardiola hofft jetzt auf einen letzten Effekt.

DORSTEN

von Von Bastian Rosenkranz

, 11.02.2016, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stefan Weffers hat bei Rot-Weiss Dorsten einiges bewegt. Im Sommer ist für den Trainer jedoch Schluss. Aus beruflichen und privaten Gründen.

Stefan Weffers hat bei Rot-Weiss Dorsten einiges bewegt. Im Sommer ist für den Trainer jedoch Schluss. Aus beruflichen und privaten Gründen.

Pep Guardiola bezeichnete seine vierte Saison auf der Trainerbank des FC Barcelona einst als einen großen Fehler, weshalb der Taktikguru sowohl beim FC Bayern München als auch bei seinem neuen Arbeitgeber Manchester City nur Drei-Jahres-Kontrakte unterschrieb. „Ich persönlich hätte sehr gerne weiter gemacht“, sagt dagegen Stefan Weffers, weist im gleichen Moment aber Vergleiche mit dem Startrainer weit von sich. Dafür ist der 41-Jährige viel zu wenig Lautsprecher mit überbordendem Ego als vielmehr bescheidener Arbeiter.

Dabei gibt es nicht nur bei der Länge des Engagements Parallelen zum Katalanen. Auch Weffers besitzt als A-Lizenz-Inhaber einen großen Wissens- und Erfahrungsschatz, der akribische Tüftler und Taktiker bringt seine Spieler qualitativ nach vorne. Mit Hilfe von Methoden, die am Jahnsportplatz so wohl noch nie trainiert wurden. „Ich kann nicht fliegen, wenn ich nicht laufen kann“, kommentiert der Trainer seine Arbeit mit einem Lachen, auch eine andere Sache kann sich Weffers auf die Fahnen schreiben. Zusammen mit seinem Coaching-Team um Stefan Cremer und Wolfgang Müller erzeugte der Dorstener eine ganz neue Aufbruchsstimmung, nachdem RWD in Folge des Abstiegs 2013 am Boden lag.

Prompter Wiederaufstieg

Da wäre auf der einen Seite die sportliche Komponente: Mit einem klaren Konzept und vielen guten Kickern schaffte der Fußballlehrer im ersten Jahr prompt die Rückkehr in die A-Kreisliga und etablierte seine Mannschaft dort als spielstarke und unterhaltsame Truppe. Auf der anderen Seite steht die organisatorische Komponente: Weffers brachte Fachwissen und Kontakte gerne zum Nutzen des Vereins ein, obwohl er beim Kreisligisten natürlich andere Voraussetzungen vorfand als bei seiner vorherigen Station im Leistungszentrum RW Essen. Was den 41-Jährigen allerdings nie sonderlich störte, als Abstieg begriff er sein Engagement nicht. „Natürlich kann man mit einer A-Lizenz mehr machen, aber ich bin Vollbluttrainer und immer mit vollem Einsatz bei der Sache. An Motivation hat es mir bei Rot-Weiß nie gemangelt.“ Das machte sich in Trainingskonzepten und dem daraus folgenden Zulauf in der Jugend, einem Hochglanz-Imagefilm oder einem neuen Vereins-Slogan bemerkbar. Auch dank Weffers bewegte sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren einiges am Jahnsportplatz, der Dornröschenschlaf gehört der Vergangenheit an.

Warum also aufhören, wenn sich vieles zum Besseren dreht, Stefan Weffers? „Wer mich kennt, der weiß, dass ich keine halben Sachen mache“, sagt der Trainer bestimmt, um fortzusetzen: „Der Aufwand im Job wird größer, darunter leidet sowohl die Vor- und Nachbereitung im Fußball als auch die Familie.“ Dass nicht schon viel früher die Schranken gefallen sind, macht der 41-Jährige an seinem Gespann fest. „Die Konstellation mit Stefan und Wolfgang ist wirklich super, sie nehmen mir viel ab.“ Weffers bleibt selbst im Abschied durch und durch Teamplayer.

Beim Ehrgeiz packen

Mit der nicht immer positiven Situation in dieser Spielzeit möchte Stefan Weffers den Schlussstrich aber nicht verbunden sehen. Unruhe in der Mannschaft, fehlende Motivation und aktuell eine steinige Rückrundenvorbereitung tut der Trainer ab: „Es könnte schöner sein, aber das gehört dazu.“

Dass sich etwas ändert und der Trainer seine Spieler mit dem Rücktritt beim Ehrgeiz packt, sah man in Ansätzen schon beim Testkick am Sonntag in Castrop-Rauxel. Der positive Effekt, den sich Weffers erhofft, könnte bei der 17 Partien umfassenden Abschiedstournee den einen oder anderen Gegner stolpern lassen.

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