Darum wartet der SV Delphin Dorsten noch mit dem Wiedereinstieg

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Eigentlich dürfen die Hallenbäder in NRW seit Samstag wieder öffnen. Der SV Delphin Dorsten braucht aber bis zum Wiedereinstieg noch ein bisschen Zeit.

Dorsten

, 31.05.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fußballer lassen den Ball bereits wieder laufen, in den Fitnessstudios schwingen die Mitglieder die Hanteln, die Basketballer dürfen wieder in die Hallen. Die Schwimmer sind aber noch nicht so weit.

Nur wenige Schwimmer in Dorsten sind bereits wieder im Wasser. Während der Schwimmverein Delphin Dorsten darauf hofft, sein Training am 16. Juni wieder aufnehmen zu können, darf Junioren-Talent Moritz Brinkmann bereits wieder ins Wasser. Der Unterschied? Der Wulfener Brinkmann trainiert bei seinem Verein in Münster im Freibad, das die Delphine ihren Mitgliedern in Dorsten nicht anbieten können.

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Moritz hat sein Schwimmtraining letzte Woche wieder aufgenommen“, berichtet sein Vater Hannes. Der 13-Jährige schwimmt in Münster, trainiert wird im Freibad Coburg. Wie genau das Training abläuft?

Die Eltern bleiben draußen, erzählt Hannes Brinkmann. Innerhalb des Geländes gilt nichts anderes als überall anders auch: Abstand halten. Drei Meter Abstand müssen zum vorderen Schwimmer, zwei Meter zum Nebenmann eingehalten werden. „Die Bahnen sind getrennt, zwei Bahnen stehen den Schwimmern dann zur Verfügung“, ruft Moritz Brinkmann ins Telefon.

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Im Wasser halten die Schwimmer ebenfalls Abstand. Es gibt keinen Publikumsverkehr. Nachmittags, wenn Moritz und seine Vereinskollegen im Bad sind, ist niemand anderes da. Dagegen dürfen morgens nur die Frühschwimmer kommen, dafür nicht die Vereine. Die Sportler müssen – da gibt es keinen Unterschied zu den Fußballern – bereits umgezogen ankommen. Duschmöglichkeiten gibt es ebensowenig wie ein gemütliches Beisammensein nach dem Training.

Immerhin: Moritz Brinkmann darf wieder ins Wasser. Das würden die Delphine Dorsten ihren Mitgliedern auch gerne anbieten können, sagt Vorsitzender Jürgen Michalski. Noch ist das allerdings nicht möglich.

Zum letzten Mal am 12. März im Bad

Letztmalig im Bad war der Verein am 12. März. „Seitdem konnten wir kein Schwimm- oder Turnhallentraining anbieten“, so der Vorsitzende. Eine der großen Fragen des Vereins war, wie er mit den Übungsleitern umgeht. Die bekommen schließlich eine Aufwandsentschädigung, mit der sie planen. Doch wofür eine Aufwandsentschädigung, wenn kein Aufwand betrieben wird?

Die Delphine haben sich an die Richtlinien des Landessportbundes (LSB) gehalten. „Im Rahmen der Übungsleiterpauschale haben wir einen Zuschuss an die Übungsleiter während der Coronavirus-Zeit gezahlt“, so Michalski. Um die verlorene Zeit aufzuholen, soll außerdem die ganzen Sommerferien über Training angeboten werden.

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Auch ein Hygienekonzept, wie das Training wieder aufgenommen werden kann, hat der Verein bereits erstellt. Das allerdings auf Grundlage der Richtlinien des Deutschen Schwimmverbandes, die sich auf 25- und 50-Meter-Bahnen im Freibad-Bereich beziehen.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat den Freibädern bereits seit geraumer Zeit wieder die Möglichkeit gegeben, zu öffnen. Die Hallenbäder dürfen offiziell seit dem 30. Mai öffnen. Um so schnell wie möglich wieder an den Start gehen zu können, haben die Delphine deshalb trotzdem bereits das Hygienekonzept entwickelt. „Die Richtlinien des Deutschen Schwimmverbandes werden sich nicht so groß unterscheiden zwischen Hallen- und Freibad“, so Michalski.

“Bis zur Umkleide mit Maske“

Das Konzept beinhaltet also nicht viel anderes als das, was Moritz Brinkmann beachten muss, wenn er derzeit im Freibad Coburg in Münster trainiert. Delphin-Vorsitzender Michalski erklärt: „Bis zur Umkleide mit Maske, die Schuhe müssen vorher ausgezogen werden. Dazu führen wir Anwesenheitslisten, die wir 30 Tage aufbewahren. Jedes Mitglied muss außerdem unser Hygienekonzept schriftlich bestätigen.“

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Am 30. Mai erwarten die Schwimmer auch die Richtlinien des Deutschen Schwimmverbandes zu den Hygienevoraussetzungen für Hallenbäder. Die zwei Wochen Zeit bis zum angestrebten 16. Juni braucht der Verein, um mögliche kleinere Korrekturen am Konzept vorzunehmen. Voraussetzungen sind außerdem der Abschluss der Sanierungsarbeiten des Trägervereins und der Stadt im Hallenbad Wulfen sowie die Freigabe unseres Hygienekonzeptes durch die beiden“, sagt Michalski.

Der Trägerverein des Wulfener Bades geht aktuell ebenfalls davon aus, dass dieses Mitte Juni wieder öffnen kann. Der SV Delphin wäre dann gerüstet.

Das Konzept des SV Delphin Dorsten

Laut dem Konzept, das der Verein SV Delphin Dorsten bislang erstellt hat, dürfen maximal 24 Schwimmer pro Übungsstunde teilnehmen. An einem Übungstag, also drei Übungsstunden, dürfen somit aktuell 72 Schwimmer ins Wasser. Hinzu kommt eine Stunde Wassergymnastik am Tag. Dort dürfen 16 Mitglieder gleichzeitig ins Becken. Das macht 88 Mitglieder, die pro Tag schwimmen können. „Normalerweise sind es 150 pro Tag“, so Vorsitzender Jürgen Michalski. Die Turnhallenzeit des Vereins von 19.30 Uhr bis 21 Uhr in der Turnhalle der Bonifatius-Schule wird der SV Delphin erst einmal nicht nutzen. „Unsere Übungsleiterin ist 70 Jahre alt und die Senioren, die teilnehmen, teilweise bis 82 Jahre“, so Michalski. „Die müssten die Halle putzen. Das sehen wir als Zumutung an.“ Für diese Zeit haben die Delphine beim Sportkoordinator der Stadt Dorsten, Michael Maiß, um die Freigabe für einen Trainingsbetrieb im Freien auf dem Freigelände des Clubheims gebeten. Dort könnte auf Gymnastikmatten unter Einhaltung der Abstandsregeln weiterhin Gymnastik getrieben werden. Außerdem wird es in diesem Jahr keine Mitgliederversammlung geben. Das soll im nächsten Jahr nachgeholt werden.
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