SV Schermbeck blickt wieder nach unten

Fußball

Nach der Niederlage in Hamm schaut der SV Schermbeck in der Oberliga wieder nach unten. Ganz oben steht hingegen in der Bezirksliga 11 wieder der SV Rot-Weiß Deuten.

von Ralf Weihrauch, Armin Dille

Schermbeck, Dorsten

, 05.05.2019 / Lesedauer: 6 min
SV Schermbeck blickt wieder nach unten

Spitzenreiter (v.l.): Deutens Fabrice Werner, Nils Falkenstein, Kevin Lachs, Lukas Nolte, Dennis Hubert, Jonas Goeke, Moritz Noetzel und Eugen Fell. © Joachim Lücke

Oberliga Westfalen

Hammer SpVg - SVS

3:0 (2:0)

Die Falkowski-Kicker sind in Hamm eiskalt erwischt worden. Die Gäste hatten Anstoß, schlugen den Ball nach vorn. Die Kugel kam sofort zurück zu Joel Grodowski, der nach Kevin Mule-Ewalds missglückter Grätsche freie Bahn zum 1:0 hatte. Fünf Minuten später hätte der Schiedsrichter nach einem Handspiel im Hammer Strafraum Elfmeter geben können. Thomas Falkowski ärgerte sich: „Wir haben hier leider keinen Videobeweis. Der Schiedsrichter sagte mir hinterher, dass er das Handspiel gesehen hätte, aber bei der Auslegung nicht ganz sicher war. Es hilft mir wenig, wenn er sich die Situation nach dem Spiel noch mal mit den Aufnahmen der Hintertor-Kamera ansehen wollte.“

Viel mehr ärgerte sich der SVS-Trainer aber über sein Team, das den Ball nach einem Freistoß nicht aus der Gefahrenzone bekam, und somit in der achten Minute Grodowskis 2:0 ermöglichte. Sein Team habe im ersten Durchgang alles vermissen lassen, schimpfte Falkowski: „Es fehlte die Aggressivität und die Leidenschaft. Zudem waren die Abstände zu den Gegenspielern viel zu groß.“ So war der Coach froh, dass sein Team zur Pause nicht noch höher zurücklag, und hatte die Hoffnung, dass seine gepfefferte Pausenansprache noch Wirkung zeigen könnte.

Mit Marek Klimczok und später Marc Schröter sowie Dennis Grodzik brachte er mehr Offensiv-Impulse von der Bank. Doch auch im Abschluss passte am Sonntag wenig zusammen. So leitete Klimczok in der 61. Minute einen schönen Angriff ein, Kevin Rudolph legte den Ball quer auf Milaszewski, der aus elf Metern den Torwart anschoss. Auch Mule-Ewalds Kopfball nach einer Ecke aus kurzer Distanz hätte ins Tor gehen müssen. Falkowski ist sich sicher: „Fällt der Anschlusstreffer, dann wäre das Match noch einmal richtig heiß geworden.“ Stattdessen beendete Nils Kisker mit dem 3:0 (84.) alle Hoffnungen auf eine Wende. Am Mittwoch steht schon das schwere Nachholspiel in Rhynern an.

SVS: Drobe, Mule-Ewald, Niehoff (78. Grodzik), Zugcic, Kevin Rudolph (72. Marc Schröter), Milaszewski, Grumann, Hodzic (46. Klimczok), Habitz, Patrick Rudolph, Niewerth.

Tore: 1:0 Grodowski (1.), 2:0 Grodowski (8.), 3:0 Kisker (84.).

Landesliga 4

BSV Roxel - SV Hardt

1:1 (1:0)

Der Hardter Trainer Martin Stroetzel fasste nach dem Spiel zusammen: „Das Ergebnis geht im Endeffekt in Ordnung, wenn wir auch die besseren Chancen hatten.“ Ein regelrechter Abnutzungskampf entwickelte sich in der ersten Halbzeit. Die erste Chance hatten die Hardter Gäste, nach dem Pass von Daniel Moritz auf den freien Pfosten erwischte Pascal Pfeifer aber den Ball nicht richtig (25.). Nach einem unnötig verursachten Freistoß setzte Roxels Endrit Sojeva einen Kopfball unter die Querlatte zur 1:0-Führung ins Tor des chancenlosen Hardter Keepers Stefan Schröder (35.). Bei einem leichtsinnigen Rückpass war Schröder auf dem Posten und verhinderte kurz vor der Pause einen höheren Rückstand (40.).

Die Kabinenansprache von Stroetzel zeigte Wirkung, wenn auch beide Seiten zunächst verhalten begannen. Glück hatten die Hardter, dass der Ball nach einem Schuss der Platzherren vom Innenpfosten wieder zurück ins Feld sprang. Mitte der zweiten Halbzeit übernahmen die Hardter – angetrieben vom überragenden Tim Wellers – dann das Kommando. Und seine tolle Leistung krönte Wellers so auch mit dem wuchtigen Treffer zum 1:1-Ausgleich ins lange Ecke des BSV-Tores (71.), nachdem zuvor ein klarer Handelfmeter den Hardtern versagt geblieben war.

Zwei weitere Riesenmöglichkeiten hatte Wellers auf dem Fuß, konnte diese aber nicht verwerten. Beide Teams agierten nun mit offenem Visier, wobei die robusten Münsteraner Gastgeber auf hohe und lange Bälle setzten. Die größeren Chancen hatte aber der SV Hardt. Nach einem Flankenlauf über links setzte Johannes Liesenklas dann Ahmed Bakare in Szene, nach dessen Schuss aus fünf Metern prallte der Ball aber wieder ins Feld zurück (85.). So blieb es am Ende beim 1:1-Remis.

Hardt: Schröder; Lensing, Hennebach, Einhaus (64. Liesenklas), Heitbreder, Wellers, Buda (46. Bakare), Haarmann, Wickermann, Moritz (78. Seiffert), Pfeifer.

Tore: 1:0 (35.) Sojeva, 1:1 (71.) Wellers.

Bezirksliga 11

RW Deuten - TuS Haltern II

6:2 (1:1)

Deutens Trainer Frank Frye blieb nach dem klaren Erfolg seiner Elf bescheiden: „Der Sieg ist um das eine oder andere Tor zu hoch ausgefallen. Wir sind gut in die erste Halbzeit gekommen, haben dann jedoch nachgelassen – sind aber im entscheidenden Moment zurückgekommen.“

Werner trifft is eigene Netz

Ein unglückliches Eigentor des ansonsten gut aufgelegten Fabrice Werner brachte die Halterner Gäste mit 1:0 in Führung (18.). Deuten zeigte sich alles andere als geschockt und machte nun mächtig Druck. Nils Falkenstein (25.), Fabrice Werner (27.), Jonas Goeke (30.), Moritz Noetzel (34. und 35.) erspielten sich nun Chancen fast im Minutentakt, ohne aber zum Tor-Erfolg zu kommen. Nach einer Balleroberung legte dann der starke Noetzel ein feines Solo hin und schloss überlegt zum 1:1-Halbzeitstand ins lange Eck des Gästetores ab (40.). Nach dem Seitenwechsel kam Halterns Tobias Becker zum Abschluss, sein abgefälschter Schuss landete zur 2:1-Gästeführung im Deutener Gehäuse, RW-Keeper Kai Habendorf war ohne Chance (48.).

Arifaj erzielt den Ausgleich

Deuten blieb jedoch am Drücker. In Minute 52 fasste sich Kujtim Arifaj nach überlegter Vorlage von Eugen Fell ein Herz, zog aus 16 Metern ab und traf zum 2:2-Ausgleich. Einen weiteren Schussversuch von Arifaj konnte der Gästekeeper nur zu kurz abwehren und der Nachschuss von Noetzel prallte vom Innenpfosten zum 3:2 für Deuten ins TuS-Tor (76.). Deuten ließ nicht locker. Eine sehenswerte Flanke von Simon Wilkes verwandelte Goke per Kopfball unter die Querlatte zum 4:2 für Rot-Weiß (85.). Damit nicht genug. Einen langen Einwurf von Wilkes nahm Falkenstein direkt und erzielte das 5:2 für Deuten (90.+1). Und nur eine Minute später ließ Noetzel zwei Abwehrspieler aussteigen und markierte den 6:2-Endstand für RW (90.+2).

RWD: Habendorf; Hubert, Lachs, Pohlmann, Goeke, Werner, Fell (75. Mueller), Nolte (78. Wilkes), Falkenstein, Noetzel, Arifaj (84. Pohlhuis).

Tore: 0:1 (18./Eigentor) Werner, 1:1 (40.) Noetzel, 1:2 (48.) Becker, 2:2 (52.) Arifaj, 3:2 (76.) Noetzel, 4:2 (85.) Goeke, 5:2 (90.+1) Falkenstein, 6:2 (90.+2) Noetzel.

Gahlen - DJK VfL Billerbeck

2:2 (1:2)

Das frustrierende für den TuS an diesem Unentschieden war die Tatsache, dass die Gastgeber in 90 Minuten nie für einen Sieg in Frage kamen. Vielmehr kämpften die Gahlener darum, das Spiel nicht zu verlieren. Vor allem die erste Halbzeit bot sehr wenig Erwärmendes. Mit ideenlosen langen, hohen Bällen in die Spitze war gegen die hoch gewachsene Billerbecker Abwehr nichts zu holen.

Die Gäste nutzten hingegen ihre Größenvorteile bei den Standards geschickt. In der elften Minute schlugen die Münsterländer einen Freistoß vors Tor. Leon Holtmanns Kopfball ging an die Unterlatte und landete knapp hinter der Linie auf dem Boden. Gahlen hatte dem spielerisch nur wenig entgegenzusetzen und brauchte auch eine Standardsituation zum Ausgleich. Der Billerbecker Keeper wehrte den Ball nach einer Ecke nicht weit genug ab und Dennis Gendolla traf mit einem satten Schuss aus 15 Metern ins linke Ecke.

Der Ausgleich hatte aber keine motivierende Wirkung auf die Gastgeber. Auch wenn Billerbeck nicht viel anbot, waren sie weiter bei jeder Standardsituation gefährlich. In der 28. Minute ließ TuS-Schlussmann Leon Beer einen Eckball durch den Fünfmeterraum segeln und Andreas Lembeck köpfte am zweiten Pfosten ein. Viel mehr passierte bis zum Pausenpfiff nicht mehr.

Der Auftakt des zweiten Abschnitts machte den Anhängern des TuS Gahlen Mut. Ein abgefälschter Schuss Marco Marralis aus 18 Metern wurde vom Gästekeeper soeben noch von der Linie gefischt. Doch war das nicht der Start eines Gahlener Sturmlaufs: Gute Aktionen blieben weiterhin Mangelware. So setzte sich Dennis Gendolla einmal bis an die Grundlinie durch, doch Anton Kötter jagte die Vorlage vom Elfmeterpunkt in die Wolken. Der Ausgleich war allerdings schön anzusehen: Marc Kaiser spielte Dennis Gendolla mit einem Pass in die Tiefe frei, und dieser lupfte die Kugel ins Netz. Während sich für die Gahlener keine Chancen mehr ergaben, vergaben die Gäste einige aussichtsreiche Konter.

TuS: Beer, Kaiser, Gutenberger, Kötter, Gendolla (94. Krake), Marrali (93. Dahlhaus), Grunwald, Cvetkovic, Hoppius, Kluitmann, Güclü (71. Urban).

Tore: 0:1 Holtmann (11.), 1:1 Gendolla (23), 1:2 Lembeck (28.), 2:2 Gendolla (75.)

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