SV Schermbeck am Ende - und jetzt kommt der Tabellenführer

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Landesligist SV Schermbeck steht nach fünf Spielen auf einem Abstiegsplatz. Spieler und Trainer sehen aber noch keinen Grund, in Panik zu verfallen, weil sie genug Qualität im Team sehen.

von Ralf Weihrauch

Schermbeck

, 07.11.2019, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Umbruch kann eine schmerzhafte Erfahrung sein. Das erleben gerade die Handball-Herren des SV Schermbeck am eigenen Leib. Das Team steht momentan am Tabellenende der Landesliga 3 Niederrhein.

Trainer Stephan Schmücker war schon zu Saisonbeginn klar, dass er nicht mit so einem guten Abschneiden wie in der vergangenen Spielzeit rechnen kann. Der Schermbecker Kader hat in den letzten Jahren immer wieder erfahrene Spieler verloren, weil sie mit dem Handball aufgehört haben. Die Marschroute des Vereins war deshalb ganz klar: Der Trainer sollte mit jungen Spielern ein neues Team aufbauen.

Die aktuelle Saison begann mit drei schweren Spielen und drei Niederlagen. Aber auch der Erfolg gegen Oberhausen hat keine Wende gebracht. Vielmehr gab es am letzten Samstag ein 17:33 in Dinslaken. Doch auch wenn das Ergebnis bitter war, gab die zweite Halbzeit Anlass zur Hoffnung.

Harz sorgt für Ärger

Keeper Niklas Bell weist auf ein zusätzliches Handicap hin: „In Dinslaken wird furchtbar viel geharzt. Die meisten Tempogegenstöße in der ersten Halbzeit kamen zustande, weil wir wegen des Harzes den Ball verloren haben.“ Das Haftmittel ist in Schermbeck verboten, und das sieht Trainer Stephan Schmücker als Wettbewerbsverzerrung: „Fast überall wird geharzt. Landesligisten aus Westfalen wollen nicht zu Freundschaftsspielen zu uns kommen, weil es für sie sinnlos ist, ohne Harz zu spielen. Dort nutzt das jede Mannschaft.“

Niklas Bell ist zusammen mit seinem Bruder Frederik ein alter Hase im Geschäft. Ihn beunruhigt die aktuelle Situation überhaupt nicht: „Ich glaube an die Mannschaft. Die jungen Spieler haben viel Talent.“ So sei Hendrik Portz schon eine große Stütze der Mannschaft und auch Adrian Döhmer gewänne immer mehr Souveränität: „Meinem Bruder und mir liegt dieses Team am Herzen. Allerdings haben sich meine Prioritäten nach der Geburt meines Kindes etwas verändert.“

Junge Spieler haben durchaus Probleme

Für die jungen Spieler wie Hendrik Portz ist diese Situation aber neu und auch nicht sehr angenehm: „Mich macht die Situation schon ein wenig nervös. Meine jungen Kollegen und natürlich auch ich wollen in jedem Spiel unser Bestes geben.“ Wenn es dann doch nicht zum Sieg reicht, nagt das an dem 19-Jährigen. Er denkt nach jedem Spiel lange darüber nach, was er falsch gemacht hat und welche Tore er doch wohl hätte werfen müssen: „Spätestens wenn das nächste Spiel angepfiffen wird, sind diese Gedanken aber verschwunden.“

Auch Portz hat den Glauben an die Qualitäten der Schermbecker Handballer nicht verloren. In der Vorbereitung habe man gesehen, dass der SVS bereit für die Liga sei: „Wir haben damals gegen Rhede ein tolles Spiel gemacht. Da hat alles geklappt, und ich hoffe, dass es bald wieder so klappen wird.“

Das hofft auch Stephan Schmücker, doch das Wochenende hat für die Schermbecker wieder einen sehr schweren Gegner parat. Am Sonntag ist um 15.30 die DJK Styrum zu Gast an der Erler Straße. Die Mülheimer haben in der letzten Saison den geplanten Wiederaufstieg verpasst, stehen jetzt aber mit fünf Siegen verlustpunktfrei an der Tabellenspitze.

Team hat gut trainiert

Schmücker hat eine sehr gute Trainingswoche hinter sich: „Es waren 13 Spieler beim Training, die alle sehr gut mitgemacht haben.“ Momentan arbeiten die Schermbecker weiter an der Kondition, sodass sie über 60 Minuten mit voller Kraft spielen können. Zudem werkelt die Mannschaft weiter intensiv am Abschluss, denn die Chancenauswertung war in bislang suboptimal.

Auch wenn die beiden A-Junioren Henry Nagel und Lukas Dahlhaus mit der Jugendmannschaft spielen, wird eine schlagkräftige Mannschaft auf dem Feld stehen. Ob es zu einem Sieg reicht, weiß Schmücker selber nicht: „Wir haben in der letzten Saison Styrum am ersten Spieltag überrascht. Vielleicht schaffen wir das ja wieder.“

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