Falkowskis Urteil über Wiedenbrücks Verzicht ist eindeutig

rnFußball

Zum Verzicht des SC Wiedenbrück auf den Aufstieg in die Regionalliga hat Schermbecks Trainer Thomas Falkowski eine klare Meinung. Ärger spielt dabei keine Rolle.

Schermbeck

, 17.03.2020, 05:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Oberliga-Tabellenführer SC Wiedenbrück hat Ende vergangener Woche seinen Verzicht auf einen Aufstieg in die Regionalliga verzichtet. Ein Schritt, den der Trainer des SV Schermbeck, Thomas Falkowski, sehr gut nachvollziehen kann.

„Der Sprung von der Oberliga in die Regionalliga ist der größte, den es für einen Amateurverein gibt. Das ist ein Quantensprung“, sagte Falkowski am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion. „Man muss sich ja nur die Mehrzahl der Regionalliga-Clubs anschauen: Rot-Weiß Essen, Rot-Weiß Oberhausen – das sind ja alles Profivereine.“

Aus diesem Grund ziehe er auch seinen Hut vor dem TuS Haltern, der vergangene Saison den Aufstieg in die Regionalliga schaffte: „Wie die sich da schlagen, ist schon toll. In den vergangenen Jahren waren die Aufsteiger aus der Oberliga in der Regel am Ende auch wieder die Absteiger.“

Muss sich der SV Schermbeck deshalb ärgern, dass er zuletzt in Ennepetal verlor und deshalb nun sieben statt möglicher vier unkte hinter einem Aufstiegsplatz liegt. „Nein“, sagt Thomas Falkowski. Und das gleich aus mehreren Gründen. Zum einen hat der aktuelle Tabellendritte RW Ahlen zwar nur sieben Punkte Vorsprung auf den SVS. Doch die Ahlener haben noch drei Spiele weniger ausgetragen als die Schermbecker. Theoretisch könnten sie sogar an der Tabellenspitze stehen, sodass der SVS dann zehn Punkte Rückstand auf den neuen Tabellendritten Meinerzhagen hätte.

Finanzen spielen die Hauptrolle

Hauptgrund für Thomas Falkowskis entspannten Umgang mit der Tabellensituation sind aber die Finanzen. „Der Schermbecker Vorstand hat ja erklärt, dass er kommende Saison einiges einsparen wolle“, erklärte der SVS-Coach, der den Verein ja im Sommer verlässt. „Selbst ohne einen Sparkurs wäre die Regionalliga aber in Schermbeck kaum stemmbar, und mit schon gar nicht.“

Unabhängig davon wolle er aber mit seinen Mannschaften immer den bestmöglichen Erfolg erreichen. „Wenn es denn am Ende zur Regionalliga reichen sollte, muss man halt sehen. Aber das ist dann natürlich Sache des Vorstands. Aber wie gesagt: Wenn man sich ansieht, welche Auflagen die Vereine in der Regionalliga erfüllen müssen, ist das in Schermbeck kaum umsetzbar. Das fängt ja schon beim Finale des Westfalenpokals an.“

Genau das will Falkowski mit seinem Team aber in dieser Saison unbedingt noch erreichen. Es ist das letzte große Ziel, bevor sich die Wege des Trainers und des SVS im Sommer trennen. Doch wie alles andere auch steht es derzeit im Schatten der Corona-Krise.

Das Halbfinale gegen den einzig noch verbliebenen Landesligisten SpVg. Hagen 1911 war für den 2. April angesetzt und ist erst einmal verschoben worden. Der genaue Spieltermin ist ungewiss, doch natürlich will Thomas Falkowski seine Spieler topfit wissen, wenn es denn so weit ist. Und das gilt nicht nur für den Pokalwettbewerb.

„Aktuell halten wir uns natürlich an die Vorgaben des Verbandes und des Vereins“, hält der Trainer fest. Heißt: Außer dem Spielbetrieb ruht auch das Training. „Mehr als fünf Personen sollen ja nicht zusammenkommen, und das ist auch richtig so“, bekräftigt Falkowski.

Trotzdem hat natürlich jeder seiner Spieler ein individuelles Programm mit nach Hause bekommen, das er in der trainingsfreien Zeit bis zum 19. April eigenverantwortlich abspulen soll. „Da muss ich den Jungs natürlich vertrauen. Aber das kann ich auch“, sagt der Trainer.

Jetzt lesen

Er geht momentan davon aus, dass die Liga nach der vierwöchigen Zwangspause weitergeht. „Und dann“, so Falkowski, „ginge es ja Schlag auf Schlag und mit vielen englischen Wochen weiter. Da muss jeder fit sein.“

Die weitere Entwicklung will Schermbecks Trainer wöchentlich verfolgen und dementsprechend reagieren: „Da muss ich dann halt gegebenenfalls neue Trainingspläne rausgeben.“ Denn an eine Komplett-Absage der Restsaison mag er lieber gar nicht denken: „Dazu bin ich selber zu sehr Fußballer. Natürlich will ich die Saison zu Ende spielen. Allein schon wegen unserer Chance im Pokal. Wenn wir über den Westfalenpokal den Einzug in den DFB-Pokal schaffen könnten, wäre das eine Riesennummer.“ Thomas weiß aber auch: „Die Gesundheit geht vor. Sie ist unser höchstes Gut. Die Entscheidung liegt deshalb am Ende bei anderen.“ Ein Satz, den kein Trainer gerne sagt.

Lesen Sie jetzt