TC Deuten zieht Zwischenbilanz in der Regionalliga West

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Die Hälfte aller Heimspiele hat der TC Deuten absolviert. Nun zieht der Verein Zwischenbilanz. Die veränderten Bedingungen durch das Coronavirus stehen dabei im Vordergrund.

Deuten

, 18.07.2020, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei von vier Heimspielen hat der TC Deuten in der Regionalliga West absolviert. Sportlich stehen zwei deftige 0:9-Niederlagen gegen ETuF Essen und den Tennispark Versmold. Doch die Zwischenbilanz des Vorstandes und der Sportlichen Leitung fällt trotzdem positiv aus.

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Besonders das erste Spiel gegen Essen am 11. Juni wird rückblickend seinen besonderen Platz in der Vereinschronik finden. Die umfangreichen Corona-Maßnahmen des Landes und des Westfälischen Tennisverbandes wurden wenige Tage vor dem ersten Spiel noch von Auflagen der Regionalliga West ergänzt.

Spontan und zahlreich halfen die Mitglieder

„Da lief bei uns der Vorstands-Chat heiß“, sagt Deutens Vorsitzender Jan-Henning Janowitz, der noch am Abend eilig eine Vorstandssitzung einberief. Dankbar war der Vorstand, dass sich spontan zahlreiche Mitglieder bereit erklärten, sowohl beim Aufbau als auch bei der Durchführung der Partie zu helfen.

Während auf den Plätzen das Abschlusstraining lief, flatterten die Mitglieder die Anlage ab, errichteten zusätzliche Ein- und Ausgänge, stellten ein Dutzend Desinfektionsspender auf und bauten neben zusätzlichen Zuschauerzonen auch noch Verkaufsstände in die Clubhausfenster.

„Vernichtender Kritik“

„Rückblickend war das alles notwendig. Über den Tag verteilt waren über 250 Zuschauer auf der Anlage. Wären wir nicht vorbereitet gewesen, hätte das im Desaster und in vernichtender Kritik enden können“, sagt Janowitz.

Denn der Club wurde intensiv kontrolliert und beäugt. Sowohl der Tennisverband Niederrhein als auch der Westfälische Tennisverband schickten Präsidiumsmitglieder nach Deuten. Gegen Essen zählte der Verein deutlich mehr Presse- und Rundfunkvertreter als bei jedem anderen Spiel zuvor.

Jan-Henning Janowitz (r.), Vorsitzender des TC Deuten, ist stolz auf seinen Verein.

Jan-Henning Janowitz (r.), Vorsitzender des TC Deuten, ist stolz auf seinen Verein. © Ralf Pieper

„Tennis war die erste Sportart, die aus der Corona-Pause kam. Dazu ein tolles Spiel wie gegen Essen, bei dem klar war, dass zahlreiche Zuschauer kommen. Alle wollten natürlich sehen, wie wir das hinbekommen“, glaubt Janowitz. Aber: Der Verein bekam von allen Seiten – auch von Stadtsportverbands-Chef Michael Lachs und Sportkoordinator Michael Maiß – ein dickes Lob.

„Das hat uns gefreut. Die viele Arbeit hat sich gelohnt und endlich hat auch mal wieder die Kasse geklingelt“, sagt Janowitz, der aufgrund der Pandemie Einnahmen aus insgesamt vier abgesagten Turnieren und Veranstaltungen hinterhertrauert.

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Dinah Pfizenmaier, die nach dem Karriereende von Vanessa Heute die Mannschaftsführung übernommen hat, wurmt im Rückblick vor allem das 0:9 gegen Essen. Mit ihr selbst und Louisa Völz fielen zwei Spielerinnen aus, die nicht nur sehr gute Siegchancen gehabt, sondern auch das Hochrutschen der anderen Spielerinnen verhindert hätten. „Dann sieht so ein Spiel natürlich ganz anders aus. Vor allem vor dieser tollen Kulisse wären wir gerne mit einem Sieg gestartet“, sagt die ehemalige Nummer 78 der Welt.

Dinah Pfizenmaier hofft darauf, bald wieder mit von der Partie sein zu können.

Dinah Pfizenmaier hofft darauf, bald wieder mit von der Partie sein zu können. © Leistner, Andreas

Die Ergebnisse sind aus Pfizenmaiers Sicht zwar nicht zweitrangig, die Möglichkeit eines sportlichen Wettbewerbs in Corona-Zeiten hält die 27-Jährige aber für ein Privileg, über das man sich als Tennisspieler freuen sollte. „Die meisten Sportarten können keinen Wettbewerb starten. Wir können doch sehr glücklich sein, dass beim Tennis eine fast normale Saison gespielt wird“, so Pfizenmaier.

Verwunderung an der Birkenallee über die Konkurrenz

Die Entscheidung des Deutener Vorstandes, ausschließlich auf deutsche Spielerinnen zu setzen, trägt sie aus Überzeugung voll mit. Dass nach drei Spieltagen der Übergangssaison bei den meisten Teams fast genauso viele Importspielerinnen aus ganz Europa zum Einsatz kamen wie in einer normalen Spielzeit, sorgt an der Birkenallee für große Verwunderung.

„Ich bin froh, dass wir einen anderen Weg gehen. Letztlich war das ein Hauptgrund für mich, nach Deuten zu wechseln“, sagt Pfizenmaier. Für die restlichen drei Spiele im August, darunter zwei attraktive Heimspiele gegen Aachen und Bensberg, hofft Pfizenmaier auf weniger Verletzungspech.

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„Dann werden wir unsere Siege auch ganz sicher einfahren. Wenn wir komplett sind und auch Linda Puppendahl wieder dabei ist, spielen wir gegen jedes Team außer Versmold auf Augenhöhe“.

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