Abschied als WM-Sechste

Tanzen

Seit 2017 tanzen Sandra Kornfeld und Norman Hermanski in ihrer Paradedisziplin Discofox für den TC Grün-Weiß Schermbeck. Doch jetzt zieht es sie weiter.

Schermbeck

, 29.12.2019, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Abschied als WM-Sechste

Norman Hermanski und Sandra Kornfeld zieht es nach zwei Jahren vom TC Grün-Weiß Schermbeck zum TSC Let's Dance Wesel. © Horst Lehr

„Wir danken dem Verein und besonders Trainer Eugen Gal, mit dessen Unterstützung wir Deutscher Vizemeister geworden sind“, sagt Sandra Kornfeld. Trotzdem zieht es die beiden Tänzer zum Jahreswechsel weiter.

Beim TSC Let‘s Dance Wesel finden sie bessere Trainingsmöglichkeiten vor. Der TSC bietet ein eigenes Turniertraining für Discofox-Paare an, und auch die amtierenden Seniorenweltmeister trainieren hier. Vom TC Grün-Weiß Schermbeck haben sich Hermanski/Kornfeld aber mit einem ganz besonderen Ergebnis verabschiedet.

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Die Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften verlief für die Vizemeister von 2018 eher schleppend. „Wir sind halt nicht unbedingt die Trainingsweltmeister“, gesteht Sandra Kornfeld. Doch am Ende zählen auch im Tanzsport nur die wirklich wichtigen Turniere. Und das waren die „German Masters Discofox“ Mitte September in Oberhausen. Da war das Schermbecker Paar in Topform und tanzte sich mit großer Leidenschaft in der S-Klasse der Hauptgruppe II bis ins Finale.

Als Siebte standen sie plötzlich und überraschend an der Schwelle zur ganz großen Bühne, der Weltmeisterschaft. „Und weil alle anderen Paare schon qualifiziert waren, konnten wir nachrücken und haben vor Ort schon direkt für die WM gemeldet“, erzählt Sandra Kornfeld.

25 Paare kämpften um den WM-Titel

Bei den „IDO World Championships Discofox“ traten sie am 9. November in der „Ege Trans Arena“ in Bietigheim-Bissingen mit 24 weiteren Paaren aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Russland in der Gruppe „Adults II“ an.

„Wir hatten schon die Hoffnung, wenigstens die erste Runde zu überstehen“, sagt Sandra Kornfeld rückblickend. Doch wie schon bei der DM lief das Turnier nach eigenen Gesetzen. Hermanski/Kornfeld überstanden Runde eins und freuten sich über den Einzug in die Zwischenrunde. „Wahnsinn“, dachten beide, „mehr geht nicht!“ Doch es ging noch mehr.

Mit „Shakira“ im Finale

Als ein anderer Tänzer zu ihnen sagte „Schaut doch mal auf die Anzeigentafel“, da konnten es die beiden TCGW-Tänzer kaum fassen: Sie hatten es tatsächlich ins Finale der besten sechs Paare geschafft.

Bis dahin hatten alle Paare zusammen nur die „üblichen“ Programmteile „Slow“ und „Quick“ getanzt, doch jetzt durften Hermanski/Kornfeld zusätzlich zum ersten Mal auch ihre einstudierte Kür „Shakira“ dem großen internationalem Publikum präsentieren.

Auch Wochen später ist Sandra Kornfeld noch anzumerken, wie sehr sie dieser Moment beeindruckt hat: „Das war für uns einfach unfassbar. Alles lief wie in einem irrealen Film ab.“

Spaß und Freude am Tanzen

Eine Kulisse wie bei der WM hatten die beiden noch nie erlebt, und trotz Lampenfieber zeigten sie auch in dieser schwierigen Situation, was sie auszeichnet: Spaß und die absolute Freude am Tanz.

Dabei wussten sie genau: „Passieren kann uns nichts mehr. Wir sind schon unter den Besten der Welt.“ Und so lagen sich Kornfeld und Hermanski nach Ihrer gelungenen, gut zwei Minuten dauernden Kür einfach nur überglücklich in den Armen und verspürten eine tiefe innerliche Freude. „Das war unser ganz persönliches Highlight, das wir in dieser Form so nie wieder erleben werden“, steht für beide fest.

Mit Fahne und Nationalhymne

Bei der Siegerehrung waren schließlich nur deutsche Paare vertreten und Kornfeld sagt: „Es war schon ein sehr spezieller Moment, als wir alle zusammen mit der Fahne die Nationalhymne gesungen haben.“ Dass sie Sechste geworden waren, war da egal.

Doch nach der WM ist vor der DM. Das Paar will auf jeden Fall zusammen weitermachen, und mit den nächsten Deutschen Titelkämpfen gibt es auch schon wieder ein festes Ziel . Die Vorbereitungen dafür sind schon angelaufen.

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