Torlos lässt sich nicht gewinnen - warum Schermbeck in der Oberliga abrutscht

Fussball

In der Fußball-Oberliga hat sich der SV Schermbeck für eine gute Leistung gegen den ASC Dortmund nicht belohnt. In der Landesliga half der SV Hardt Spitzenreiter Werne kräftig beim Siegen.

von Andreas Leistner, Armin Dille

Schermbeck, Hardt

, 06.10.2019, 20:46 Uhr / Lesedauer: 3 min
Torlos lässt sich nicht gewinnen - warum Schermbeck in der Oberliga abrutscht

Dominik Hanemann (l.) leistete ein Riesen-Laufpensum, blieb aber wie seine Teamkollegen auch ohne Torerfolg. © Ralf Pieper

Viel investiert, nichts dafür bekommen und in einigen wichtigen Szenen nicht unbedingt der Meinung des Schiedsrichters − Schermbecks Trainer Thomas Falkowski war nach der 0:2-Niederlage gegen den ASC Dortmund angefressen.

Oberliga Westfalen

SV Schermbeck - ASC Dortmund

0:2 (0:0)

„In der ersten Halbzeit müssen wir in Führung gehen“, ärgerte sich der Schermbecker Coach darüber, dass seine Mannschaft aus ihrer deutlichen Überlegenheit vor der Pause nichts Zählbares machte. Die Gastgeber hatten das Spiel klar bestimmt, Dortmund nur auf Konter gelauert.

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SV Schermbeck - ASC Dortmund

Die besten Torchancen ergaben sich für den SVS aber bezeichnenderweise aus Standardsituationen. Zweimal ließ Kevin Rudolph sein Können bei Freistößen aufblitzen (32. und 43.), einmal hatten die Schermbecker bei einem Eckball schon den Torschrei auf den Lippen, doch ASC-Keeper Jan Held fischte einen Kopfball von Marek Klimczok noch von der Linie und lenkte ihn um den Pfosten (38.).

Beim Pausentee herrschte im Schermbecker Fanlager so durchaus Zuversicht. Der SVS hatte hinten wenig zugelassen, und vorne schien ein Treffer nur eine Frage der Zeit.

Mehr Abwechslung nach der Pause

Die zweite Halbzeit schien diesen Optimismus auch zu bestätigen. Das Spiel wurde nun allerdings abwechslungsreicher, denn auch die Gäste wurden nun offensiver. Zunächst spielten Dominik Hanemann und Dominik Göbel eine Zwei-gegen-Eins-Überzahlsituation nicht gut aus (55.), dann rettete SVS-Keeper Cedric Drobe gegen Max Podehl (57.), und dann – dann zappelte der Ball plötzlich im Schermbecker Netz. Lars Warschewski hatte eine zu kurze Kopfball-Abwehr nach einer Ecke aus 18 Metern kompromisslos an Freund und Feind vorbei ins linke untere Eck gehämmert (67.). Alle Schermbecker Proteste, dass ein Dortmunder Spieler im Abseits Cedric Drobe die Sicht versperrt habe, blieben erfolglos.

„Entscheidende Szenen“

Kritik am Linienrichter

„Das“, so Thomas Falkowski, „sind halt Spiel entscheidende Szenen. Das ärgert einen natürlich, zumal genau dafür ja ein Linienrichter an der Seite steht.“

Aufregung gab es auch, als ein Schermbecker Einwurf im ASC-Tor landete. Nach Schermbecker Meinung hatte ASC-Keeper Held den Ball berührt, nach Sicht der Schiedsrichter nicht – deshalb kein Tor (70.).

Zweimal hatte der eingewechselte Mel Gerner danach noch den Ausgleich auf dem Fuß. Stattdessen setzte Dortmund mit einem Konter in der 89. Minute den Schlusspunkt zum 0:2, auch hier nicht ganz ohne einen Hauch Abseitsgeruch.

Unterm Strich musste sich der SVS aber letztlich seine eigene Ungefährlichkeit vor dem Tor ankreiden lassen, und Thomas Falkowski sah sich in seiner Aussage bestätigt, „dass wir eher nach unten als nach oben schauen müssen“.

SVS: Drobe; Steinrötter, Mule-Ewald, Hodzic, Zugcic, Niehoff (74. Milaszewski), Niewerth, Klimczok, K. Rudolph, Hanemann, Göbel (64. Turan, 79. Gerner).

Tore: 0:1 Warschewski (68.); 0:2 Podehl (89.).

Landesliga 4

Werner SC - SV Hardt

3:2 (2:0)

Der Hardter Trainer Martin Stroetzel fasste nach dem Spiel zusammen: „Von den fünf Toren haben wir vier gemacht und der Gegner eins, nämlich das entscheidende.“ Womit er die Hardter Fehler in der Abwehr bemängelte, die zur 2:0-Halbzeitführung der Gastgeber geführt hatten. Stroetzel: „Das war bitter, so bringst du dich selbst um den verdienten Lohn.“

Keine schlechte Partie lieferten die Hardter beim Tabellenführer ab, der sich nicht als Übermannschaft der Liga präsentierte. Über weite Strecken kontrollierte der SV Hardt die Begegnung, die ersten Tore machten aber mit freundlicher Hardter Hilfe die Platzherren. Nach einem Werner Freistoß fehlten die Zuordnung und die konsequente Klärung. So legten die Hardter den Ball selbst für Daniel Durkalic auf, der aus acht Metern Keeper Stefan Schröder zur 1:0-Führung des SC bezwang (10.).

Krasser Fehler führt zum 2:0

Und dem nächsten Treffer für Werne ging ein krasser Fehler im Hardter Aufbauspiel voraus, den SC-Akteur Jannis Vertgewall zur 2:0-Halbzeitführung der Gastgeber nutzte (43.). Ansonsten: Torchancen hüben wie drüben Mangelware, obwohl die Hardter mehr Ballbesitz hatten.

Nach dem Seitenwechsel starteten die Hardter eine Aufholjagd. Eine Flanke von Johannes Liesenklas von links wurde abgefälscht und senkte sich zum 1:2-Anschlusstreffer in das Tor der Gastgeber (57.). Und als Alex Brefort sah, dass der gegnerische Torsteher zu weit vor seinem Gehäuse stand, lupfte er das Leder aus 25 Metern zum 2:2-Ausgleich ins Werner Tor (84.).

Durkalic stand völlig frei

Auch beim Siegtreffer der Platzherren gab es Zuordnungsprobleme in der Hardter Abwehr. Nach einer Flanke stand erneut Durkalic blank am zweiten Pfosten und köpfte zum 3:2-Endstand ins Hardter Tor ein (87.). Der SV Hardt setzte noch einmal alles auf eine Karte und es gab so einige Aufreger im gegnerischen Strafraum. Am Ende stand der SV Hardt aber dann doch mit leeren Händen da – eine sicherlich vermeidbare Niederlage, an der die Hardter aber kräftig mitgearbeitet hatten. Am kommenden Sonntag ist mit dem Tabellenzweiten Westfalia Kinderhaus eine spielerisch und technisch gute Mannschaft beim SV Hardt zu Gast (15 Uhr, Storchsbaumstraße), die Stroetzel stark einschätzt: „Das ist ein ganz anderes Kaliber als Werne.“

Hardt: Schröder; Lensing, Buda, Haarmann, Bromkamp (77. N. Scheuch), Seiffert, Attris, J. Scheuch, Moritz, Liesenklas, Brefort.

Tore: 1:0 (10.) Durkalic, 2:0 (43.) Vertgewall, 2:1 (57.) Liesenklas, 2:2 (84.) Brefort, 3:2 (87.) Durkalic.

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