TSZ Royal Wulfen setzt auf Inspiration durch Kunst

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Das TSZ Royal Wulfen hat sein Trainerteam erweitert. Der Weg von Camila Scholtbach führte von Chile über Essen nach Wulfen.

Wulfen

, 16.12.2018, 16:48 Uhr / Lesedauer: 1 min

Stillstand ist Rückschritt. Dieses Motto gilt in Helmut Winklers Augen auch im Tanzsport. Deshalb haben der Vorsitzende des Tanz-Sport-Zentrums (TSZ) Royal Wulfen und seine Vorstandskollegen sich auf die Suche nach einer neuen Trainerin gemacht und sie mit Camila Scholtbach auch gefunden.

Dabei bezeichnet sich die Deutsch-Chilenin gar nicht als Trainerin, sondern als Künstlerin. „Genau darum geht es aber“, erklärte Winkler bei Scholtbachs Vorstellung am Freitag: „Den sportlichen Aspekt decken wir mit unseren Trainern ab, aber wir brauchen künstlerische Impulse von außen.“

Das ist Camila Scholtbach

Camila Scholtbach wurde am 9. Februar 1986 in Chile geboren. An der Ballettakademie des Stadttheaters von Santiago de Chile studierte sie sowohl Tanz als auch Naturwissenschaften. Es folgte eine abwechslungsreiche Karriere zwischen der traditionellen und der experimentellen Tanzszene. In ihrer professionellen Laufbahn war Scholtbach hauptsächlich als Tänzerin tätig und teilte bei Auftritten in Nord- und Südamerika sowie Europa mit unterschiedlichsten Künstlern die Bühne. Zurzeit ist die 32-Jährige, die sich als Szenische Künstlerin bezeichnet, sowohl an Projekten mit etablierten Kompanien beteiligt als auch mit Künstlern der freien Szene auf der Suche nach neuen Erfahrungen. Zuletzt gewann sie den Jurypreis des 34. Theatertreffens NRW für junges Publikum.

Die soll die Camila Scholtbach ab Januar im Bereich Ballett setzen. Einmal pro Woche wird die 32-Jährige, die in Essen wohnt, jeweils montags von 17 bis 20.30 Uhr das Ballett-Training leiten. Eine Stunde lang für Kinder, eine für Jugendliche und schließlich anderthalb für Erwachsene.

Am leichtesten sei die Arbeit mit motivierten Jugendlichen, erzählte Scholtbach am Freitag: „Sie haben ein Ziel und wissen, was sie mit dem Training erreichen wollen.“ Bei Kindern sei die Arbeit schön, aber zuweilen schwieriger. „Das Schönste ist aber das Training mit alten Menschen“, schwärmt die neue TSZ-Trainerin: „Das ist großartig, wenn man sieht, wie ihnen das Tanzen ein ganz anderes Körpergefühl gibt und ihre Lebenslust weckt.“

Der Kontakt zum TSZ Royal war über Wulfens Trainerin und „Chefscout“ (Winkler) Julia Tenhagen zustande gekommen. Langer Gespräche bedurfte es nicht, dann waren sich die beiden Tänzerinnen einig, ein erstes Probetraining Camila Scholtbachs mit der TSZ-Formation „Emosie“ zeigte endgültig: „Das passt.“

Gerade für „Emosie“ und die zweite Wulfener Regionalliga-Formation „maju“ verspricht sich Helmut Winkler viel von den neuen Trainingsimpulsen: „Nordrhein-Westfalen hat im Jazz-und Modern Dance eine hohe Leistungsdichte. Wir wollen in der Regionalliga eine gute Rolle spielen. Dazu brauchen wir permanent Verstärkung und Qualität im Trainerteam. Wir brauchen Leute, die uns inspirieren.“ Eine Rolle, die Camila Scholtbach gerne übernimmt.

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