Vor BSV Wulfen gegen BG Dorsten: Trainer liefern sich verbalen Schlagabtausch

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Das Derby zwischen dem BSV Wulfen und der BG Dorsten polarisiert. Gary Johnson, Trainer des BSV, und Franjo Lukenda, Trainer der BG, gehen damit unterschiedlich um.

von Ralf Weihrauch, Niklas Berkel

Dorsten, Wulfen

, 15.11.2019, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den ersten Derby-Schlagabtausch liefern sich die Trainer der BG Dorsten und des BSV Wulfen bereits vor dem Spiel. Während Dorstens Trainer Franjo Lukenda das Derby-Fieber senken will, zeigt sich Wulfens Trainer Gary Johnson mehr als motiviert.

Vor BSV Wulfen gegen BG Dorsten: Trainer liefern sich verbalen Schlagabtausch

BG Dorstens Trainer Franjo Lukenda will das Derby-Fieber senken, kann sich aber einen Seitenhieb in Richtung Wulfen nicht verkneifen. © Joachim Lücke

Für den Trainer der Regionalliga-Basketballer der BG Dorsten, Franjo Lukenda, sei das Derby fast ein Spiel wie jedes andere: „Der Sieger bekommt zwei Punkte, und natürlich will ich die haben. Dass der Gegner BSV Wulfen heißt, ist für mich zweitrangig.“ In diese Kerbe schlägt Wulfens Trainer Gary Johnson dagegen nicht mit ein. „Jeder bei uns ist heiß. Die Jungs kennen dieses Derby zwar besser als ich, aber nach vier Jahren ohne Derby und sechs Jahren ohne BSV-Sieg merkt jeder, wie viel Lust alle darauf haben.“

Gemeinsame Vergangenheit

Nichtsdestotrotz: Beide Trainer kennen und schätzen sich. Lukendas Beziehungen zum BSV sind freundschaftlich geprägt. BSV-Trainer Johnson war Lukendas Lieblings-Mitspieler beim TuS Herten. Steffen Piechotta trainierte Lukenda noch bei der BG Dorsten − und vor der Arbeit der Wölfe hat er richtig Respekt: „Die stecken dort viel Herzblut in die Sache.“ Auch Johnson kommt nicht umher, den kommenden Gegner zu loben. „Die haben richtige Veterans in ihren Reihen. Das sind alles abgezockte Spieler. Vor allem von draußen ist die BG sehr gefährlich.“ Dazu lobt der Wulfener Trainer das Aufbauspiel der Dorstener.

Seitenhieb in Richtung Wulfen

Seinen Mangel an Antipathie gegenüber dem alten Rivalen − trotz des Wissens wie wichtig die Partie für die Zuschauer ist − erklärt Lukenda so: „Ich glaube, dass ich besser coachen kann, wenn ich mit kühlem Kopf an die Sache herangehe.“ Und einen kleinen Seitenhieb in Richtung Wulfen kann sich auch Lukenda dann doch nicht verkneifen: „Egal wie das Spiel ausgeht, werden wir sehr wahrscheinlich die Play-Offs erreichen und Wulfen nicht.“

Darin sieht der Dorstener Trainer außerdem einen Vorteil für seine Mannschaft: „Neben dem Klassenerhalt werden die Spiele gegen Dorsten für Wulfen die wichtigsten des Jahres sein.“ Das kann zwar zu großen Leistungen beflügeln, aber der Trainer kennt auch den Nebeneffekt: „Wenn junge Spieler zu übermotiviert in die Partie gehen, dann schlägt es schnell ins Gegenteil.“

Dieses Szenario erwartet sein Gegenüber Johnson nicht. „Alle wollen spielen. In der Trainingswoche war viel Energie mit dabei.“ Eine Energie, die der Trainer so bislang noch nicht erlebt hat. „Schaffen wir es, die Energie mit in das Spiel zu nehmen, dann sind wir bereit.“ Jeder wisse, dass seine Wulfener ein harter Gegner in dieser Liga seien. „Jeder ist sich bewusst, dass er gegen uns seine besten Spieler braucht, um erfolgreich sein zu können“, sagt Johnson.

Trainer lassen sich nicht in die Karten schauen

Was die Personalsituation betrifft, lassen sich beide Trainer noch nicht in die Karten schauen. Ob die beim BSV zuletzt verletzten Sadiq Ajabe und Michael Haucke zur Verfügung stehen, entscheidet sich kurzfristig. „Das werden Game-Time-Entscheidungen“, sagt Johnson. Und bei der BG stehen Nainoa Schmidt aufgrund einer Magen-Darm-Infektion und Jeffrey Eromonsele (Sehnen-Entzündung) noch auf der Kippe. BG-Center Gerrit Budde wird außerdem höchstens zehn Minuten spielen können, sagt Lukenda.

Wer am Ende im Derby aufläuft, ist also noch nicht zur Gänze entschieden. In einem können sich aber alle sicher sein: Dass die, die auf dem Platz stehen alles geben werden. Das Derby-Fieber geht dann doch − trotz Lukendas Bemühungen, es zu senken − in Dorsten und Wulfen umher.

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