Marek Klimzcok muss beim Pokalfinale zuhause bleiben

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Wenn der SV Schermbeck am Samstag zum Finale um den Westfalenpokal antritt, dann darf der erfahrenste SVS-Spieler nicht einmal ins Stadion.

Schermbeck

, 18.08.2020, 06:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marek Klimczok hat mit seinen 41 Jahren im Fußball schon viel erlebt. Der Einzug ins Finale des Westfalenpokals ist aber auch für ihn eine bleibende Erfahrung. Leider keine schöne.

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Denn Marek Klimczok ist verletzt. „Die Wade“, sagt er. Nach gutem Start in die Saisonvorbereitung hat sie gezwickt. Zwei Tage Pause reichten nicht. Nach dem Wiedereinstieg ins Training musste Klimczok sich eingestehen: „Es geht noch nicht.“

Deshalb stand er am vergangenen Samstag beim Halbfinale gegen Hagen nicht im Schermbecker Kader. Nicht nur für ihn schmerzlich.

“Marek ist mit seiner Erfahrung für uns natürlich ein ganz wichtiger Spieler“, erklärt Trainer Sleiman Salha. In der Vorbereitung habe der 41-jährige Mittelfeldmann ihn sogar läuferisch überrascht: „Er kann immer noch hohes Tempo gehen.“ Und als Ratgeber für die jungen Spieler spiele der Pole im SVS-Kader ebenfalls eine wichtige Rolle. Doch im Finale gegen Meinerzhagen wird Klimczok am Samstag auf der Anlage der Sportschule Kaiserau in Kamen keine Tipps geben können.

„Wir haben am Montag erfahren, dass außer den Spielern auf dem Spielberichtsbogen nur noch fünf Vorstandsmitglieder mit ins Stadion dürfen“, erklärt Sleiman Salha. Alle anderen müssen zuhause bleiben. „Das ist echt bitter“, sagt der Trainer.

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Klimczok selber nimmt es professionell: „Samstag gegen Hagen zuzuschauen war schon hart. Aber die Jungs haben es von der ersten bis zur letzten Minute super gemacht. Wir haben Hagen auseinander genommen wie die Bayern Barcelona. Das hat Spaß gemacht beim Zuschauen. Auch weil wir einen anderen Fußball spielen und nicht mehr so viele lange Bälle.“

Was es heißt, Landespokalsieger zu werden, weiß Marek Klimczok bereits. Mit dem BV Cloppenburg holte er 2006 in Niedersachsen den Pokal und zog mit der Mannschaft in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals ein. Mit dem FC Nürnberg zogen die Cloppenburger damals ein Toplos. Vor 7000 Zuschauern verloren sie damals knapp mit 0:1. „Aber wir konnten uns trösten“, sagt Marek Klimczok mit einem Augenzwinkern: „Wir sind gegen den späteren DFB-Pokalsieger ausgeschieden.“ Die Clubberer gewannen das Finale gegen den VfB Stuttgart mit 3:2 nach Verlängerung.

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So weit ist der SV Schermbeck noch nicht. Doch natürlich träumen sie auch in der Volksbank-Arena vom Einzug in den DFB-Pokal. Ausgelost ist die erste Runde schon; der Pokalsieger aus Westfalen trifft auf den SC Paderborn. Nicht der FC Bayern, aber immerhin.

Ein Schritt fehlt dem SVS noch bis dort. Ein einziger Sieg gegen Meinerzhagen. Und Marek Klimczok wird sich das Spiel natürlich anschauen. „Ich denke, ich werde es mir in der Injoy-Sportsbar in unserem Abrahamhaus ansehen. Da werden sicher auch einige Fans dabei sein.“ Denn die dürfen beim Endspiel – anders als beim Halbfinale – auch nicht live dabei sein.

„Aber wenn es denn tatsächlich klappt“, verspricht Marek Klimczok für den Fall, dass der SVS den Pokal holt, „dann werden wir alle auf die Jungs warten.“ Und dann wird gefeiert. Alle zusammen.

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