Achterbahnfahrt ins Glück - BVB-Frauen gewinnen gegen Travemünde

2. Handball-Bundesliga

Alice Vogler nippte lange nach dem Schlusspfiff noch einmal genüsslich an der Tasse. „Kaffee beruhigt mich immer“, meinte die BVB-Trainerin, und diesmal tat es besonders gut.

DORTMUND

von Von Gerd Strohmann

, 13.11.2011, 19:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ließ sich am Ende auch von doppelter Gegenwehr nicht stoppen: Dagmara Kowalska (M.).

Ließ sich am Ende auch von doppelter Gegenwehr nicht stoppen: Dagmara Kowalska (M.).

Wirklich schöner Handball war das nicht, den die Zweitligisten da den Zuschauern boten, aber spannend war er. Es war eine Partie mit harten Bandagen, nichts für zarte Gemüter, vor allem Dagmara Kowalska wurde reichlich rüde angegangen. Borussia drückte von Beginn an aufs Tempo, doch die Gäste ließen sich davon nicht beirren, zahlten es mit den gleichen Mitteln zurück. So wogte die Partie hin und her, der BVB führte zwar meist, konnte sich aber nie richtig absetzen. Und glaubte sich beim Pausenpfiff in einem schlechten Film, als die Norddeutschen 19:18 führten.

„Es waren immer wieder diese dummen kleinen Fehler, die uns zurückwarfen“, bemängelte Alice Vogler später. Tatsächlich sorgte das riskante Tempospiel für viele ungenaue Abspiele, auch Fangfehler, manches schien einfach überhastet. Und da war auf der Gegenseite auch noch eine Franziska Haupt, die mit ihren 18 Jahren fast schon erschreckend abgebrüht spielte. Immer wieder setzte sie sich gegen die BVB-Abwehr durch, ihre Würfe kamen wie ein Strahl, ein Dutzend Treffer durfte sie bejubeln, und auch in der Abwehrarbeit war sie kein Kind von Traurigkeit. Der BVB bekam sie nicht in den Griff, und sich selbst auch nicht immer. „33 Tore gegen Travemünde in eigener Halle, das darf eigentlich nicht sein“, meinte Alice Vogler, und so sehr sie das schnelle Spiel auch predigt, so sehr sie weiß, das dies natürlich auch die Fehlerquote erhöht, so mahnte sie doch: „Man muss sich dabei die Frage stellen, wann ich es überdrehe.“

Aber das war es ja nicht allein. Der Innenblock in der Abwehr schwächelte, Svenja Spriestersbach schwächelte, und Magdalena Chemicz wurde erst in der zweite Hälfte zum wichtigen Rückhalt. „Da hat sie toll gehalten, da dürfen wir uns bei ihr bedanken“, meinte Alice Vogler. Da aber packte auch die Abwehr dank einer offensiveren Ausrichtung energischer zu, da setzte sich vielleicht auch die Erfahrung der Borussia durch. Und da traf dann auch vor allem Dagmara Kowalska, elf Tore sind eine mehr als stolze Ausbeute. Am Ende atmeten alle tief durch, der BVB hat sich zunächst einmal im ersten Tabellendrittel der 2. Liga festgesetzt und kann am nächsten Mittwoch (19 Uhr) gegen Bensheim Auerbach die kleine Englische Woche vergolden

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