Alte Herren wollen Dorstfelder SC retten

Fußball: Kreisliga A

Sportlich erlebte der Traditionsverein Dorstfelder SC ein schwarzes Jahr. Alle drei Seniorenteams stiegen ab, das erste aus der Bezirksliga, das zweite aus der A-Liga und das dritte aus der B-Liga. "Mitglieder verließen den Verein. Und finanziell war es nicht fünf vor zwölf, sondern zwei Sekunden davor", beschreibt der neue Vorsitzende Torsten Brockhoff die Situation vor einigen Wochen. Jetzt soll Alles besser werden.

DORTMUND

, 08.07.2016, 09:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alte Herren wollen Dorstfelder SC retten

Die Alten Herren wollen den Dorstfelder SC wieder auf Kurs bringen.

Die Alten Herren, die dem Verein immer die Treue hielten, wollten dem Untergang ihres Vereins nicht tatenlos zusehen und übernahmen Mitte des Monats Ämter. „Der Verein hat uns viel gegeben, jetzt wollten wir etwas zurückgeben“, sagt der 2. Geschäftsführer Peter Trusheim.

Neuer Vorstand

Er zählt zum neuen Vorstand, der die Aufgaben im Gegensatz zur Vergangenheit auf breiten Schultern aufstellen will. Neben Brockhoff bilden Olaf Jakob (2. Vorsitzender), Andreas Exner (2. Kassierer), Volker Schneeloch (1. Geschäftsführer), Peter Trusheim (2. Geschäftsführer) und Werner Pauls (Jugendleitung) das Gremium, das die vielen Baustellen bearbeiten will. Dazu sitzen viele verdiente Dorstfelder im Beirat. „Die Alten Herren haben das Heft in der Hand“, sagt Kruszkowski.

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Zunächst erarbeitete der Vorstand ein Sanierungskonzept. „Es wäre schade, wenn der Verein aus wirtschaftlichen Gründen seine Existenz verliert“, sagt Brockhoff. Große Sprünge sind erstmal nicht möglich. „Wenn der Heizkessel leer ist, fängst du wieder an, Holz zu sammeln“, wählt Brockhoff ein anschauliches Bild. Umso wichtiger ist den Verantwortlichen, dass der Verein kommende Saison wieder ein A-Juniorenteam stellt. Durch einen verstärkten, leistungsorientiert arbeitenden Jugendbereich soll der DSC erstens mehr Vereinsleben erhalten, zweitens aber auch Nachschub für die erste Mannschaft, die in der Kreisliga A einen Neubeginn wagt. „Natürlich hat sich das Fernsehverhalten verändert“, sagt Trusheim. „Mit besonderen Aktionen wie einem Tag der offenen Tür oder einem Städtevergleich mit Hamm wollen wir Eltern und Nachwuchs für uns begeistern.

"Mehr Zuschauer"

Aushängeschild bleibt aber die erste Mannschaft: „Für die Finanzen ist es gar nicht schlecht, dass wir jetzt wieder Ortsderbys haben und nicht nach Ascheberg fahren müssen. Da kommen mehr Zuschauer.“ Und eben auch einige Euros in die Kassen. Der Dank des Vorstands gilt den Trainern Peter Brdonkalla und Anas Malek, die den neuen Weg der Bescheidenheit mitgehen. „Das Team ist der Star, wir holen keine teuren Topleute mehr“, sagt der Vorsitzende.

Die Alten Herren leben Vereinsleben vor. „Die Welle der Unterstützung darf nicht abebben. Und das tut sie nicht, wenn wir vorangehen“, sagt Brockhoff. Kruszkowski bemerkt schon erste Erfolge: „Das Umfeld horcht auf.“ Und es lasse sich nicht mehr von den Negativschlagzeilen der Vergangenheit beeinflussen, da sie laut Brockhoff wirklich der Vergangenheit angehören.

"Rechte haben wir hier nicht mehr"

Im DSC sahen viele Dortmunder einen Verein, der einigen Rechtsradikalen eine Heimat gibt. Dann gab es noch einen Vergewaltigungsprozess, in den DSC-Mitglieder verwickelt waren. Selbst wenn es auf einer Privatparty war, fiel es in den Meinungen vieler auf den Klub vieler zurück. „Rechte haben wir hier nicht mehr“, sagt der Vorsitzende. Und der Prozess ist auch Geschichte.

Der Verein öffnet sich viel mehr allen: Die vierte Mannschaft besteht aus vielen Asiaten. „90 Prozent unserer 80 Juniorenspieler haben einen Migrationshintergrund“, berichtet Jugendleiter Werner Pauls. Und Brockhoff kündigt die Zusammenarbeit mit einem benachbarten Flüchtlingsheim an. Der DSC will wieder dahin zurück, wo er vor langer Zeit war: in die Herzen der Dorstfelder. Ohne die rührigen Alten Herren wäre es nicht möglich.

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