Amateurfußballverband streicht die Gelb-Rote Karte - dafür gibt es eine andere Strafe

Amateurfußball

Die Gelb-Rote Karte fällt weg - zumindest in vielen Ligen in einem Amateurfußballverband. Dafür gibt es ab sofort allerdings eine andere Bestrafung für wiederholte Foulspiele.

Dortmund

, 03.07.2021, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Hessener Fußballkreisen fällt die Gelb-Rote Karte weg.

In Hessener Fußballkreisen fällt die Gelb-Rote Karte weg. © Jens Lukas

In mehreren Ligen eines Amateurfußballverbandes fällt ab sofort die Gelb-Rote Karte weg - als Präventionsmaßnahme wie der Verband angibt. Stattdessen wird es eine andere Bestrafung für die Spieler geben, die ein Foulspiel begehen. Die Regel greift ab sofort. Andere Fußballverbände verfolgen das Pilotprojekt interessiert.

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Der Hessische Fußballverband macht den Anfang. Ab sofort dürfen sich viele Amateurkicker aus Hessen auf eine neue Regel einstellen: Die Gelb-Rote Karte auf Kreisebene fällt weg. Stattdessen kehrt eine alte Regel nach rund 30 Jahren in den Amateurfußball zurück: die Zehn-Minuten-Zeitstrafe. Fupa.net hatte zuerst über diese Entwicklung berichtet.

„Wir sind 2019 auf den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zugegangen und haben gesagt, dass wir in Hessen gerne wieder die Zeitstrafe einführen würden“, wird Hessens Verbandsfußballwart Jürgen Radeck auf Fupa.net zitiert. Der DFB-Spielausschuss segnete den Vorschlag ab und gab schließlich grünes Licht für das hessenweite Pilotprojekt. „Dieses Projekt ist auf drei Jahre befristet. Corona hat uns das erste genommen, deshalb müssen wir jetzt so schnell wie möglich starten“, so Radeck weiter.

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Doch wie genau reagieren Schiedsrichter dann künftig nach mehreren gelbwürdigen Foulspielen? Wie ist die Handhabung? Beim ersten Vergehen sollen Spieler wie gewöhnlich mit einer Gelben Karte verwarnt werden. Beim zweiten Mal solle dann die zehnminütige Zeitstrafe folgen. Kommt es zu einem erneuten gelbwürdigen Foulspiel sollen die Unparteiischen die Rote Karte zeigen.

Radeck: „Beim nächsten DFB-Treffen im Januar 2022 müssen wir dann die ersten Erfahrungsberichte abgeben, weil beispielsweise die Landesverbände von Bayern und Berlin ebenfalls Interesse bekundet haben“, sagt so der Verbandsfußballwart und fährt fort: „Die Zeitstrafe ist eine Art Präventionsmaßnahme, um bei vielen Hitzköpfen ein bisschen die Luft herauszunehmen.“

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Der Fußballspieler habe dann in den zehn Minuten die Chance, wieder abzukühlen, zudem könne der Trainer auf seinen Akteur einwirken, ihn beruhigen und besänftigen, ehe er wieder auf den Platz zurückkehrt. „Wenn die Emotionen hochkochen, muss ein Unparteiischer nicht gleich Rot zeigen. Er kann dann mit Zeitstrafen für mehr Ruhe auf dem Platz sorgen“, wird Radeck zitiert.

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