Armbruster ist der Weltbeste seines Jahrgangs

Schwimmen

Luca Nik Armbruster hat den großen Traum, irgendwann einmal bei den Olympischen Spielen für Deutschland ins Becken zu springen. Das sei ein weiter Weg, gibt er zu. Aber der Weg ist geebnet. Über die 50 Meter Schmetterling im Jahrgang 2001 ist er aktuell der schnellste Schwimmer der Welt.

DORTMUND

, 01.09.2017, 10:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Luka Nic Armbruster hat die Zeit bei der Jugend-Weltmeisterschaft genossen.

Luka Nic Armbruster hat die Zeit bei der Jugend-Weltmeisterschaft genossen.

Der 15-Jährige der SG Dortmund benötigt nur ein Wort, um diese Tatsache zu beschreiben: „Cool.“ Bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Indianapolis schwamm er am vergangenen Wochenende im Halbfinale die persönliche Bestzeit von 23,97 Sekunden. Er hat die magische Marke von 24 Sekunden geknackt. Das ist noch keinem 2001er in diesem Jahr gelungen.

"Wasser geschluckt"

Das perfekte Rennen? „Der Start war schon richtig gut, der Anschlag auch.“ Aber trotzdem ärgert er sich ein bisschen. „Nach 30 Metern habe ich Wasser geschluckt. Wäre das nicht passiert, wäre ich noch schneller gewesen.“ Im Finale landete er in 24,07 Sekunden auf Platz sechs. In einem Feld, in dem er auf Athleten traf, die bis zu drei Jahre älter als er waren. „Eigentlich wollte ich im Finale einen raushauen, war auch schneller unterwegs als im Halbfinale, doch musste ich vor dem Anschlag zu lange gleiten. Das hat mich Platz vier und eine bessere Zeit gekostet.“

Der Gymnasiast weilte insgesamt drei Wochen mit dem Nationalteam in den USA, zur Vorbereitung in Louisville, später ging es mit den 21 nominierten deutschen Athleten weiter nach Indianapolis. Er teilte sich ein Zimmer mit dem Hamburger Rafael Miroslaw. „Wir haben uns wirklich gut verstanden. Die ganze Stimmung im Team war gut“, sagt Armbruster.

Aus Fehlern gelernt

Er selbst durchlief zum Start der WM ein Tief. Über die 100 Meter Schmetterling lief es für ihn nicht wie gewünscht. Er blieb rund 7/10 hinter seiner Bestzeit, schied früh aus. Er sei beeindruckt gewesen – aufgrund der großen Halle mit den zwei riesigen Leinwänden und der 1000 Zuschauer.

„Es stimmt, er war etwas nervös. Was ganz normal für einen 15-Jährigen ist. Er war das erste Mal bei solch einer großen internationalen Veranstaltung“, zeigt sein Heimtrainer Stefan Wittky Verständnis. Wittky weilte ebenfalls vor Ort, baute seinen Schützling wieder auf und machte ihm klar, dass die ersten 50 der 100 Meter echt stark gewesen seien. Armbruster zog seine Lehren und explodierte über die 50-Meter-Schmetterling.

"Er hat keine Limits"

Wittky weiß, dass Armbruster mit seinen kleinen Fehlern hadert, erklärt aber, dass „Luca Nik bald kapiert, was er gleistet hat und, dass er stolz auf seine Leistungen sein kann“. Der Cheftrainer und Stützpunkttrainer gibt keine Prognose ab, wie weit es für seinen Schwimmer gehen kann, betont aber: „Er hat keine Limits.“ Trotzdem gehört der 15-Jährige aktuell nicht zum Perspektivteam des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) , was Wittky schon überrascht. „Das Gute daran ist, dass wir uns ganz individuell auf die Höhepunkte in diesem Jahr vorbereiten konnten und Luca Nik nicht zu den Lehrgängen des DSV musste.“

Armbruster müsste eigentlich seit Mittwoch wieder auf der Schulbank sitzen, holt aber nach Absprache mit dem Rektor des Goethe-Gymnasiums seine Ferien erstmal nach. Er reist mit seinen Eltern noch zwei Wochen durch Amerika. So stehen unter anderem Chicago und New York auf seiner Reiseliste.

Großes Ziel Olympia

Danach greift er wieder im Wasser an. „Die Weltmeisterschaft hat mich noch einmal richtig gepusht. Es hat Bock gemacht, sich mit den Besten der Welt zu messen.“ Sein nächstes Ziel sind die Olympischen Jugend-Sommerspiele 2018 in Buenos Aires. Die fünf Ringe, von denen er träumt, bekäme er dann zu Gesicht. Auch wenn nur im kleinen Rahmen. Seinem großen Ziel kommt er damit aber wieder ein Schritt näher.

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