Der ASC 09 hat eine wichtige Baustelle geschlossen und vertraut dabei einer ganz jungen Lösung

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Die Offensive gewinnt die Spiele, die Defensive... Lange Zeit lief es in beiden Mannschafstteilen des Oberligisten ASC 09 nicht. Vier Talente sorgen dafür, dass das nicht mehr der Fall ist.

Dortmund

, 18.11.2019, 18:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Maurice Buckesfeld wusste am Sonntag gar nicht wohin mit seinen Schmerzen. Erst der Tritt gegen das rechte Scheinbein, der eine offene Wunde zur Folge hatte. Dann ein Pferdekuss gegen den rechten Oberschenkel. Game over. Er musste im zweiten Abschnitt vom Platz getragen werden. Ihm war schlecht vor Schmerzen.

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Am Montagmorgen stand er dann um 8 Uhr bei seinem Arzt. Der schrieb ihn erstmal bis Freitag krank. „Ich hoffe, dass ich am Samstag oder Sonntag wieder ein bisschen Laufen gehen kann“, sagt Buckesfeld. Eine Meisterschaftspartie wird er aller Voraussicht nach nicht verpassen, denn am Totensonntag ist spielfrei.

Der ASC 09 hat die jüngste Viererkette der Liga

Der Ausfall würde auch schwer wiegen. Buckesfeld gehört zu den absoluten Leistungsträgern im Team und ist der Routinier der Vierer-Abwehrkette. Ja, mit 21 Jahren. Der zweite Innenverteidiger Mike Schäfer ist zwar ebenfalls 21 Jahre alt, aber ein paar Monate jünger. Die Außenverteidiger Jan Stuhldreier (20) und Florian Rausch (19) sind noch später geboren. Zusammen bilden die Vier die jüngste Viererkette der Oberliga.

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„Und die Jungs machen es richtig gut“, sagt der Sportliche Leiter Samir Habibovic. Er ist froh, dass diese Baustelle endlich geschlossen ist. Lange genug hat es gedauert. Buckesfeld hatte sich in der Saisonvorbereitung verletzt, riss sich das Außenband im linken Fuß, zog sich einen Teilbruch des Sprungbeins zu und stand erst am sechsten Spieltag erstmals in der Startelf. Fünf Partien später gesellte sich Mike Schäfer hinzu, der ebenfalls wegen einer Schulterverletzung lange pausieren musste.

Schäfer und Buckesfeld verstehen sich ebim ASC 09 blind

Beide verstehen sich blind. „Wir haben ja auch schon in der A-Jugend des Hombrucher SV zusammen die Innenverteidigung gebildet“, sagt Buckesfeld, der froh ist, seinen alten Partner wieder an seiner Seite zu haben. „Außerhalb des Platzes ist Mike der liebste Mensch, immer höflich, immer nett, super erzogen. Auf dem Platz kann er aber ein Kampfschwein sein und ist im Eins-gegen-eins kaum zu bezwingen“, bechreibt Buckesfeld seinen Teamkollegen.

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Die meisten Experimente bis zur perfekten Lösung gab es auf der Position des linken Außenverteidigers. Jannik Marth, Ermias Simatos, Onour Kara Ali und Jasper Stojan bekamen allesamt eine Chance. Aber keiner von ihnen füllte das riesengroße Loch, das der Abgang von Nico Wolters (TuS Haltern) hinterlassen hatte. Erst Florian Rausch schloss es.

Florian Rauch hat seine Chance beim ASC 09 genutzt

„Er hat seine Chance genutzt und lässt Nico Wolters immer mehr vergessen“, sagt Habibovic. So sieht es auch Buckesfeld. „Florian ist Jahrgang 2000 und macht es in seinem ersten Seniorenjahr überragend. Er traut sich auch immer mehr zu, Akzente in der Offensive zu setzen.“

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Auf der anderen Seite agiert Jan Stuhldeier in Überform, seit er aus der Innenverteidigung auf die Außenposition gerückt ist. „Auf der Position wurde ich ja auch in der Jugend des BVB ausgebildet“, sagt er. Und das ist deutlich zu sehen. Er macht kaum taktische Fehler, ist zweikampfstark und schaltet sich häufig im richtigen Moment in der Offensive ein.

Das Zu-Null-Erlebnis fehlt beim ASC 09 Dortmund

So agiert das Team mit der neuen Viererkette aktuell extrem sicherer als noch zu Saisonbeginn. Trotzdem fehlt das Zu-Null-Erlebnis. „Ja, bleiben wir einmal ohne Gegentreffer, würde uns das noch mehr Selbstbewusstsein geben“, sagt Buckesfeld. Er ärgert sich, dass in den vergangenen beiden Partien gegen Ennepetal (1:1) und Rhynern (1:1) die Gegentreffer vermeidbar gewesen wären.

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„Gegen Ennepetal stand der Torschütze wohl im Abseits. Aber wir hätten das Tor durch eine bessere Kommunikation verhindern können“, sagt der 21-Jährige. Der Gegentreffer gegen Rhynern resultierte aus einem Foulelfmeter. „Den darf der Schiedsrichter nicht geben“, sagt Buckefeld, sucht aber auch die Fehler bei sich und seinem Team, „wir hatten vorher die Chance, den Ball zu klären. Wir müssen auch mal dreckig in der Defensive spielen und den Ball einfach weg dreschen, anstatt zu versuchen, ihn schön von hinten rauszuspielen.“

Der Sportliche Leiter des ASC 09 Dortmund lobt seine Talente

So rechnet Buckesfeld vor, dass der Vierer-Abwehrkette noch zwei, drei Prozent mehr aus sich herausholen kann. Habibovic mag die selbstkritische Art seiner jungen Spieler, verteilt aber Lob: „Wenn man sieht, wie jung diese Spieler noch sind und wie abgezockt sie schon auftreten, dann ist das für mich nur überragend.“

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