ASC 09-Talent wechselt die Liga: Zur falschen Zeit am falschen Ort

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Der ASC 09 Dortmund setzt viel auf Talente. Nicht jeder junge Spieler schafft es, regelmäßig zum Einsatz zu kommen und sich in der Oberliga durchzusetzen. Ein Nachwuchskicker verlässt das Team nun.

Dortmund, Aplerbeck, Lünen

, 04.04.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Lars Warschewski ist in den vergangenen zwei Spielzeiten so etwas wie das Paradebeispiel, wie es laufen kann: Der Stürmer setzte sich beim ASC 09 Dortmund gleich durch, nachdem er im Sommer 2018 von der A-Jugend des TSC Eintracht Dortmund gekommen war. 25 Partien in der vergangenen Saison, 14 in der aktuellen: Der 20-Jährige hat sich zum Stammspieler gemausert.

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Der ASC setzt immer wieder auf Talente – auch aus finanziellen Gründen. Das Team aus Aplerbeck hat einfach nicht die Möglichkeiten wie so mancher Konkurrent aus der Oberliga. Dadurch, dass der Club viele junge Spieler holt, gelingt jedoch nicht allen der Durchbruch.

Dzanan Mujkic: „Ich war einfach nur glücklich, dass der Verein mich haben will“

Dzanan Mujkic ist ein Beispiel dafür. Der gerade 20 Jahre gewordene defensive Mittelfeldspieler kam im vergangenen Sommer mit großer Euphorie im Gepäck. „Ich habe nicht viel nachgedacht, als ich das Angebot vom ASC bekommen habe. Ich war einfach nur glücklich, dass der Verein mich haben will“, sagt Mujkic, der vom TSC Eintracht kam und zwei Jahre mit Lars Warschewski zusammenspielte.

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Der ausbaufähige Saisonstart des ASC 09 sorgte dann jedoch dafür, dass die Verantwortlichen eher auf erfahrene Spieler setzten. Nach fünf Spieltagen lagen die Aplerbecker auf Rang 13, nach zehn Partien auf Rang zwölf – dafür, dass die Mannschaft in den vergangenen zwei Jahren zweimal als Dritter knapp am Aufstieg in die Regionalliga gescheitert war, hinkte man den Ansprüchen hinterher.

Samir Habibovic: „Für Dzanan ist es etwas unglücklich gelaufen“

Dementsprechend kam Mujkic in der ersten Saisonphase kaum zum Einsatz. Auch nach der Winterpause änderte sich nicht viel. Insgesamt brachte es der defensive Mittelfeldspieler auf drei Partien und 26 Minuten. „Für Dzanan ist es etwas unglücklich gelaufen. Erst haben wir auf seiner Position eher die erfahrenen Spieler vorgezogen und dann habe ich ihm nach der Pause mit Robin Hoffmann auch noch einen Neuzugang vor die Nase gesetzt“, sagt Samir Habibovic, sportlicher Leiter des ASC fast schon entschuldigend.

Dzanan Mujkic (l.), hier noch im Trikot der U19 des TSC Eintracht, wechselt vom ASC 09 Dortmund zum Lüner SV.

Dzanan Mujkic (l.), hier noch im Trikot der U19 des TSC Eintracht, wechselt vom ASC 09 Dortmund zum Lüner SV. © Ludewig

Trotz der wenigen Bewährungschancen ist Habibovic voll des Lobes für Mujkic. „Er hängt sich immer in jeder Trainingseinheit zu hundert Prozent rein. Seine Einstellung ist vorbildlich.“ Und was meint der 20-Jährige selbst? „Es ist schade, dass ich nicht die Chance bekommen habe, meine Leistung zu zeigen. Aber ich kann den Verein auch verstehen, warum er in dieser Phase andere Spieler vorgezogen hat.“

Eine reife Einstellung für einen junger Kicker, der momentan eine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel absolviert. Auch wenn er kaum spielte, ging er weiterhin regelmäßig zum Training. „Meine Freunde und auch meine Familie haben mich gefragt, warum ich noch so oft das Training mitmache, obwohl ich nicht spiele. Ich bin ein Typ, der nicht aufgibt und immer alles gibt – und das wollte ich zeigen.“

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Zu Einsätzen reichte es dann jedoch nur in der zweiten Mannschaft. „Immer, wenn er gefragt wurde, war es sich nicht zu schade, auch in der Kreisliga auszuhelfen“, lobt Habibovic. Auf fünf Spiele kommt Mujkic in der Kreisliga A1, wo die ASC-Reserve momentan auf Rang drei liegt.

Nun wechselt der defensive Mittelfeldspieler im Sommer zum Lüner SV in die Westfalenliga – ein Team, das auch schon vorher an ihm dran war. „Der LSV hat bereits im vergangenen Sommer angefragt und dann auch im Winter nochmal. Nun habe ich mich für einen Wechsel in der Sommerpause entschieden.“ Das Gesamtpaket aus Mannschaft, Trainerteam und Umfeld überzeugte ihn.

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Kam der Schritt Oberliga zu früh, wenn der 20-Jährige jetzt in die Westfalenliga wechselt? „Ich denke nicht. Ich wollte mich in der Oberliga durchsetzen. Das hat leider nicht geklappt. Jetzt mache ich lieber den Schritt in die Westfalenliga, um dort viele Einsätze zu sammeln und mich zu zeigen.“

„Ich will wieder zurück in die Oberliga“

Und die Oberliga? Bleibt sie das Ziel? „Ja, sicher. Ich will wieder zurück in die Oberliga. Ich will jetzt erstmal für die kommenden zwei, drei Jahre etwas aufbauen und dann schauen wir mal weiter“, meint Mujkic. Auch Samir Habibovic traut dem Kicker die Oberliga zu. „Ich denke, der Schritt zum Lüner SV ist aktuell der richtige für ihn. Perspektivisch hat er auf jeden Fall die Klasse, sich in der Oberliga durchzusetzen.“

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