ASC gegen FCB: Buckesfeld und Behrend im Interview

Fußball: Oberliga-Derby

Für den einen ist es das erste Oberliga-Derby, für den anderen wohl das letzte: In Aplerbecks Maurice Buckesfeld (19) und Brünninghausens Dominik Behrend (34) treffen am Sonntag zwei Fußballer-Generationen aufeinander. Vor dem Gipfeltreffen am Sonntag (14.30 Uhr) im Emscherstadion trafen sich der ASC-Innenverteidiger und der FCB-Regisseur zum Interview in der Sportredaktion. Zumindest in zwei Punkten herrschte Einigkeit: „Das wird ein richtig gutes Fußballspiel – und es gibt auf jeden Fall einen Sieger.“

DORTMUND

, 14.12.2017, 17:57 Uhr / Lesedauer: 5 min
ASC gegen FCB: Buckesfeld und Behrend im Interview

Stützen ihres Teams: Brünninghausens Dominik Behrend (l.) und Aplerbecks Maurice Buckesfeld freuen sich auf das Derby. © Stephan Schuetze

Wie fällt Ihre persönliche Zwischenbilanz vor dem Rückrundenstart aus?

Maurice Buckesfeld: Von einem zweiten Tabellenplatz hätte ich nie zu träumen gewagt. Auch für mich hätte es nicht besser laufen können. Mit so vielen Einsätzen hatte ich in meinem ersten Seniorenjahr nicht gerechnet. Dass unser Trainer auf junge Leute setzt, hat mir sehr geholfen. Ich lerne sehr viel, sowohl von den Mit-, als auch von den Gegenspielern. Das alles sauge ich auf und freue mich, den Jungs helfen zu können.

Dominik Behrend: Meine Bilanz deckt sich mit der des Teams: Ich bin nicht unzufrieden, aber auch nicht zufrieden. Es gab gute oder sogar sehr gute Spiele, aber auch Partien, in denen es nicht lief. Das gilt für fast alle bei uns, mal abgesehen von Sebastian Kruse und Robin Gallus. Wir alle haben den Anspruch, es besser machen zu wollen.

Wie überrascht sind Sie vom Erfolg Ihrer Mannschaft?

Buckesfeld: Aufgrund der Vorsaison sehr. Aber wir haben eine gute Vorbereitung hingelegt, sind als Team aufgetreten – da hat sich schnell angedeutet, dass es diesmal erheblich besser laufen würde. Das Quäntchen Glück, das dazu gehört, verdient man sich, wenn man hart arbeitet.

Behrend: Wenn man bedenkt, dass wir uns einen einstelligen Tabellenplatz zum Ziel gesetzt haben, dann liegen wir mit dem Rang sechs aktuell über dem Soll. Aber es war definitiv mehr drin.




Worin liegen die Gründe für das bisherige Abschneiden?

Buckesfeld: Vor allem in der mannschaftlichen Geschlossenheit. Wir verteidigen als Team, greifen zusammen an. Wenn wir kompakt in der Grundordnung stehen, ist es für jeden Gegner schwer, uns zu schlagen. Und dann haben wir mit Jan Held im Tor einen großen Rückhalt.

Behrend: Man lobt uns immer wieder für unsere individuelle Klasse. Schaffen wir es, diese Qualität auf den Platz zu bekommen, sind wir erfolgreich. Wenn nicht, bekommen wir ein Problem. Aber das ist eine Gemeinschaft, die gewillt ist, sich zu verbessern. Bis hierhin war es ein kleiner Schritt, aber die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen.

Hatten Sie dem Lokalrivalen eigentlich eine so gute Herbstserie zugetraut?

Buckesfeld: Es war gleich im ersten Spiel gegen uns erkennbar, wie stark der FCB ist. Offensivspieler wie Arif Et, Florian Gondrum oder Leon Enzmann, aber auch Apo (Anm.: Dominik Behrend) sind nicht einfach zu verteidigen. Deshalb wundert es mich, dass so eine gute Mannschaft gegen Paderborn 0:6 verlieren kann.

Behrend: Adrian Alipour ist ein Fußballbesessener. Es war klar, dass er alles dafür tun wird, um nicht noch einmal so eine Zittersaison zu spielen. Dass der ASC so konstant auf hohem Niveau auftreten würde, überrascht mich aber schon. Aplerbeck steht verdient da oben. Das ärgert uns, ist aber auch Ansporn. Wir wollen am Saisonende wieder vor Aplerbeck stehen.

Ist die Oberliga auch ein Sprungbrett in eine noch höhere Spielklasse?

Buckesfeld: Ich denke ja. Aktuell sieht man das an Maxi Podehl, für den es sogar Anfragen aus der 3. Liga geben soll. Wenn sich einem die Chance bietet, in eine höhere Liga zu wechseln, sagt man fast nie Nein. Ob ich selbst den Sprung wagen würde? Ich würde tagelang mit meinen Eltern darüber diskutieren. Das Abitur war für mich ein erster Baustein, das Studium – Sport und Sozialwissenschaften auf Lehramt – wäre der nächste. Man muss sehen, welche Prioritäten man setzt.



Auch in Brünninghausen gibt es interessante Talente. Wer könnte den Sprung schaffen?

Behrend: Jungs wie Arif Et, Robin Gallus, Sebastian Kruse oder Adil Elmoueden haben sehr viel Potenzial. Sie wären ganz sicher Kandidaten für eine höhere Liga, wenn sie vorher in ambitionierteren Vereinen gespielt oder in der Jugend eine noch bessere Förderung erhalten hätten.

Was nehmen Sie sich für den Rest der Saison vor – und wie könnte es danach für Sie weiter gehen?

Buckesfeld: Ich hoffe auf so viel Spielzeit wie bisher, werde versuchen, an meinen Stärken und Schwächen zu arbeiten und ein guter Oberliga-Spieler zu werden.

Behrend: Ein guter Oberliga-Spieler bist du schon jetzt, daran gibt es gar keine Zweifel. Und du wirst deinen Weg gehen. Für mich hingegen ist es definitiv das letzte Oberliga-Jahr. Ich möchte im Frühjahr mehr Konstanz in meine Leistungen bringen und mit der Mannschaft erfolgreicher sein als in der Hinrunde. Was im Sommer passiert, ist offen. Ich möchte auf jeden Fall dem Fußball verbunden bleiben.

Ein Rückblick auf das Hinspiel: Wie haben Sie Brünninghausens 4:1 erlebt?

Buckesfeld: Ich war aufgrund eines Außenbandrisses zum Zusehen verurteilt, allein das war schon hart. Noch schlimmer wurde es, als wir nach dem 1:1 auf die Verliererstraße gerieten. Du stehst draußen und kannst nicht helfen. Das war schon frustrierend.

Behrend: Derbys haben immer einen gewissen Reiz, da ist man einfach einen Tick motivierter. Wenn es so richtig knistert, sind wir zu 100 Prozent da. Der ASC war auch damals genau der richtige Gegner. Das 4:1 ist um ein Tor zu hoch ausgefallen, war aber auf jeden Fall verdient.



Der FCB ist in den bisherigen vier Pflichtspielen der gemeinsamen Oberliga-Zeit gegen den ASC bei drei Siegen und einem Remis noch ungeschlagen. Warum endet diese Serie am Sonntag?

Buckesfeld: Weil wir über 90 Minuten Konstanz auf den Platz bringen werden, kompakt als Team auftreten, hinten die leichten Fehler abstellen und vorne diesmal unsere Chancen nutzen.

Anders herum gefragt: Warum wird der FCB diese Erfolgsbilanz sogar ausbauen?

Behrend: Weil wir alles daran setzen werden, um Aplerbeck auch ein zweites Mal in dieser Saison zu schlagen. Wir wollen zeigen, dass wir die bessere Mannschaft sind, auch wenn die Tabelle das im Moment nicht hergibt.

Zum Abschluss Ihr Tipp?

Buckesfeld: Wir liegen in der Pause vorne, kassieren später den Ausgleich, weil Brünninghausen immer für ein Tor gut ist. Aber wir kommen zurück und gewinnen 2:1.

Behrend: 3:0 für uns. Weil es Zeit wird, mal wieder zu Null zu spielen, und weil wir nicht nur für ein, sondern auch für drei Tore gut sind. Nach der Pausenführung legen wir Mitte der zweiten Halbzeit einen zweiten Treffer nach und in der 89. Minute mache ich per Kopf das 3:0.

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