ASC: Kein Trainer, kein Team, viel Unruhe

DORTMUND Es herrscht Unruhe beim Frauen-Regionalligisten ASC 09. Einige Spielerinnen sind schon weg, die anderen sind im Wartestand und wollen wissen, wie es weitergeht. Anna-Katharina Civis, Teammanagerin und gute Seele, hat ihr Amt niedergelegt. Auch ein neuer Trainer wird noch gesucht.

von Von Dirk Krampe

, 17.06.2008, 18:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Beruflich nach Köln: Susanne Mötzing

Beruflich nach Köln: Susanne Mötzing

Was von der einen Seite (die Spielerinnen) als unzumutbarer Zustand beklagt wird, bezeichnet der 1. Vorsitzende der Abteilung, Dirk Niehaus, als "Trend der letzten Jahre. Es ist leider in Mode gekommen, dass die Planungen immer später abgeschlossen werden können." Es ist ein kompliziertes Spiel, sagt Niehaus: Die Spielerinnen pokern und wollen wissen, wer Trainer wird, Trainerkandidaten wollen Klarheit, welches Personal zur Verfügung steht. Ein Teufelskreis.

Großer Frust

Steffi Kürpick, Spielerin und zuletzt auch Interims-Trainerin, spricht dennoch klare Worte: "Nicht nur bei mir ist der Frust groß. Es gibt keine vernünftige Planung, mit uns hat im Prinzip niemand gesprochen." Man schwebe im leeren Raum.

Noch hat sich keine der Leistungsträgerinnen einem anderen Klub angeschlossen. Nicht nur Kürpick aber hält längst die Augen offen, guckt sich nach Alternativen um. Kürpick spricht gar von "Auflösungserscheinungen". Sogar das böse Gerücht von der Abmeldung der Regionalliga-Damen macht schon die Runde.

Niehaus wiegelt bei diesem Thema ab ("Ich bin guten Mutes, dass wir eine Truppe stellen"), versucht zu beschwichtigen, gibt aber indirekt zu, dass es an einigen Stellen hakt: "Wir sind eine große Abteilung mit 22 Mannschaften, aber nur sechs Ehrenämtlern, die die Arbeit machen. Wir arbeiten im semiprofessionellen Bereich, haben aber nicht die Zeit, die wir bräuchten."

Zwei Kandidaten

Mit zwei Trainern spricht der Klub derzeit, bei der einen handelt es sich nach Informationen von RuhrNachrichten.de um Gabi Mrohs-Czerkawski - eine ehemalige ASC-lerin. Sie personifiziert die Hoffnung, aus einem Haufen Individualisten wieder eine funktionierende Mannschaft zu machen.

Die Probleme sind immens, der Graben zwischen den Parteien scheinbar tief. Civis, die sieben Jahre die Truppe zusammenhielt, gab private und berufliche Gründe als Grund für ihren Rücktritt von allen Ämtern an. Auch sie sagt aber: "Es ist schade, wenn ich sehe, wie alles kaputt geht." Scheinbar gibt es mehrere Wahrnehmungen von Wahrheit beim ASC.

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