Gönnt Konkurrenz Türkspor den Aufstieg? Ein Gegner hätte gerne weiter das Duell

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Eine Annullierung der Saison 19/20 im Amateurfußball in Westfalen ist so gut wie vom Tisch. In der Bezirksliga 8 lässt das für die Saison 20/21 einen ausgeglicheneren Aufstiegskampf erwarten.

Dortmund

, 24.04.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sollte es so kommen, wie es sich derzeit andeutet, dass nämlich die Saison im Amateurfußball Westfalens entweder mit Verspätung zu Ende gespielt wird oder aber nach Abbruch entweder auf dem Stand nach der Hinrunde oder nach dem letzten stattgefundenen Spieltag gewertet wird, dann läuft in der Bezirksliga 8 alles auf Türkspor Dortmund als Aufsteiger in die Landesliga hinaus. Sowohl aktuell als auch nach der Hinrunde liegt TSD ganz vorn, führt die Tabelle mit 9 Punkten Vorsprung vor dem hartnäckigsten Verfolger, TuS Körne, an.

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Die aktuelle Bezirksliga-Konkurrenz dürfte nicht unglücklich sein über so einen Ausgang. Schließlich bestimmt Türkspor schon in dieser Saison auch Dank seiner wirtschaftlichen Möglichkeiten über weite Strecken das Geschehen. Mit einem Türkspor-Abgang nach oben dürfte es daher in der nächsten Bezirksligasaison deutlich bessere Aussichten auf einen Mehrkampf um den Aufstiegsplatz geben. So sieht es auch die Konkurrenz.

„Es ist aber Schwachsinn zu glauben: Jetzt ist Türkspor weg, und wir haben nächstes Jahr freie Fahrt“, sagt Dominik Grobe, Trainer des Tabellenzweiten TuS Körne. „Wenn ich sehe, wie andere Mannschaften der Bezirksliga sich personell verstärken, dann wird das auch im nächsten Jahr ganz eng. Aber es ist natürlich auch richtig, das Türkspor aktuell sportlich und mit seinen Möglichkeiten in einer andere Liga agiert. Darum gehören sie ganz klar in die Landesliga.“

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Marc Risse, Trainer der TuS Eichlinghofen, sieht die Lage ähnlich: „Für mich wäre es eine himmelsschreiende Ungerechtigkeit, wenn die Saison annulliert wird und Türkspor Dortmund nicht aufsteigen darf. Letztendlich würde man die ganze Liga damit bestrafen, wenn Türkspor bleiben würde. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie nicht in diese Liga gehört und hat deshalb auch neun Punkte Vorsprung. Und erst recht mit den ganzen Neuzugängen hat Türkspor in der Bezirksliga nichts zu suchen. Unter diesen sportlichen Aspekten muss Türkspor hoch in die Landesliga. Alles andere wäre nur unfair.“

Spannendere Saison ohne Türkspor

„Schöner Nebeneffekt“, wäre aus Risses Sicht, „dass es in der Bezirksliga in der kommenden Spielzeit spannender wird. Ich sehen dann einige Teams auf Augenhöhe, die ganz oben mitspielen könnten. TuS Körne, RW Germania oder Mengede 08/20 zum Beispiel. Und ich hoffe, dass wir dann auch zu dieser Gruppe gehören.“

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Thomas Gerner, kommender Trainer bei Mengede 08/20, rechnet ebenfalls mit einer größeren Leistungsdichte in der Liga: „Wir wollen ja nächstes Jahr in der Liga angreifen und uns tabellarisch verbessern. Das wird ohne Türkspor Dortmund in der Gruppe natürlich einfacher. Das kann man ruhig offen sagen. Aber nicht deshalb gönnen ich den beiden Türkspor-Trainern Reza Hassani und Kevin Großkreutz den Aufstieg. Ich gönnen ihnen den Aufstieg, weil sie es einfach sportlich verdient haben. Sie liegen neun Punkte vor dem Tabellenzweiten, spielen eine Top-Saison und stehen völlig zurecht an der Spitze. Die müssen einfach hoch. Im Sinne des Sports.“

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Sogar fast ein bisschen Bedauern klingt hingegen bei Alexander Schwarz, dem Trainer des aktuell Tabellendritten Rot-Weiß Germania, mit. „Natürlich gönne ich Türkspor den sportlichen Aufstieg. Keine Frage. Aber ganz ehrlich, wir haben immer gerne gegen Türkspor gespielt - die aber glaub ich nicht so gerne gegen uns. Ich hätte lieber in der nächsten Saison wieder gegen TSD gespielt, weil ich solche Partien immer besonders reizvoll finde. Und durch ein Gegentor in der 97. Minute wie in dieser Spielzeit muss man ja nicht immer verlieren. Vielleicht ist Türkspor ja auch froh, nicht mehr gegen uns ran zu müssen.“

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