Bezirksliga-Trainer: Ich freue mich, dass Jonas Telschow nicht zu uns gewechselt ist

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Jonas Telschow ist aktuell wohl der heißeste Stürmer im Dortmunder Amateurfußball. Ein Dortmunder Bezirksliga-Trainer freut sich jetzt darüber, dass er nicht zu seinem Team gestoßen ist.

Dortmund

, 17.11.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er ist im Moment wohl der heißeste Stürmer, den der Dortmunder Amateurfußball zu bieten hat. Elf Tore nach gerade einmal acht Spieltagen. Und das in der Westfalenliga. Und das mit 20 Jahren. Bis zur Zwangspause durch die Coronavirus-Pandemie lief es richtig gut für Jonas Telschow.

Der Torjäger des FC Brünninghausen hatte bis zur Winterpause der Saison 2019/2020 noch das Trikot des ASC 09 Dortmund getragen, stand in seinem ersten Seniorenjahr nach einer vielversprechenden Juniorenzeit (unter anderem beim Hombrucher SV). Doch beim ASC bekam Telschow nie richtig die Chance sich durchzusetzen, landete in der zweiten Mannschaft.

Sein Talent blieb allerdings nicht unbemerkt - so sicherte sich der Westfalenligist FC Brünninghausen die Dienste von Telschow. Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, war die Entscheidung sowohl für den FCB als auch für Telschow goldrichtig. Aber: Auch ein Dortmunder Bezirksligist war damals sehr an Telschow interessiert.

Jonas Telschow lernte das Fußballspielen in Eichlinghofen

„Wir haben versucht, ihn zu uns nach Eichlinghofen zu holen“, verriet kürzlich Marc Risse im RN-Format „Meine Dortmunder Traum-11“. Risse, Trainer des Dortmunder Bezirksligisten, ließ seine Kontakte spielen. „Ich habe mal mit dem Vater von Jonas zusammengespielt, der hat auch Eichlinghofer Wurzeln.“

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Und nicht nur Papa Telschow: „Ich habe mit dem Fußballspielen auch in Eichlinghofen angefangen“, erzählt Jonas Telschow, „bevor ich nach einem halben Jahr dann zu Eintracht Dortmund gewechselt bin.“ Dadurch, dass sein Vater in der ersten Mannschaft und bei den Alten Herren der Eichlinghofer gespielt hat, war Telschow als kleiner Junge oft mit am Platz. „Deshalb gibt es da eine Verbundenheit“, erzählt der Torjäger, der heute in Wellinghofen wohnt.

„Die Idee war damals“, so Marc Risse, „Jonas bei uns in der Bezirksliga Entwicklungszeit für den Seniorenfußball zu geben, weil es augenscheinlich in der Oberliga in Aplerbeck schwierig war.“ Die Idee war da, der Kontakt war da, die Verbundenheit zum Verein war da. Warum kam es dann aber nie zum Eichlinghofen-Wechsel?

„Ich habe von dem Angebot nichts mitbekommen“

„Ich habe von dem Angebot tatsächlich nichts mitbekommen“, erzählt Jonas Telschow, der von der Eichlinghofen-Idee das erste Mal im RN-Format „Meine Dortmunder Traum-11“ hört. Ob Papa Telschow seinem Sohn das Angebot verschwiegen hat, weiß der Brünninghauser nicht, „ich weiß ja gar nicht, in wie weit der Kontakt ausgeprägt war.“

Zu einem Gespräch zwischen dem Bezirksligisten und dem Stürmer ist es nämlich niemals gekommen. „Leider Gottes für uns“, sagt Marc Risse und schiebt hinterher: „Gott sei Dank für Jonas. Eine Liga tiefer zu spielen, hat ihm ja schon gereicht. Er ist bei Brünninghausen eingeschlagen wie eine Rakete.“ Risse freue sich für den Sohn seines alten Kollegen, dass der Eichlinghofen-Wechsel damals nicht zustande gekommen sei. „Für seine Entwicklung ist es genau der richtige Schritt gewesen, er ist aktuell der beste aktive Stürmer in Dortmund.“

Marc Risse wollte Jonas Telschow zum TuS Eichlinghofen holen.

Marc Risse wollte Jonas Telschow zum TuS Eichlinghofen holen. © Foltynowicz

Und in der Westfalenliga muss für Jonas Telschow bei seinen Fähigkeiten noch lange nicht Schluss sein. „Ich bin noch jung und man will natürlich immer versuchen, so hoch wie möglich zu spielen, das sollte auch der Ansporn sein.“ Zur Zeit sei der 20-Jährige aber mehr als zufrieden in Brünninghausen. „Ich bin ganz froh, dass ich mit Rafik (Halim, Anm. d. Red) und Flo (Florian Gondrum, Anm. d. Red) jetzt zwei Trainer habe, die auf mich setzen und von denen ich Zuspruch bekommen, das habe ich nach dem Jahr in Aplerbeck auch gebraucht.“

Vielleicht geht die Reise für Jonas Telschow aber trotzdem irgendwann nochmal nach Eichlinghofen. „Ich habe vor, in meinen letzten Karrierejahren mit ein paar Freunden Fußball zu spielen“, verrät der 20-Jährige. „Aber bis dahin ist ja noch Zeit.“ Das Angebot von Marc Risse steht bis dahin sicher immer noch.

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