Borussia Dortmund macht keine Scherze mehr

2. Handball-Bundesliga

Zu großen Scherzen ist Alice Vogler in diesen Tagen nicht aufgelegt. Ernsthaftigkeit, unbedingten Siegeswillen, "die Geilheit, sich komplett zu verausgaben", all das will die BVB-Trainerin von ihrer Handball-Truppe sehen. Am Samstag zählt es.

DORTMUND

von Gerd Strohmann

, 20.04.2012, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Natasa Kocevska traf in Berlin gleich zehn Mal, konnte die Niederlage aber nicht verhindern.

Natasa Kocevska traf in Berlin gleich zehn Mal, konnte die Niederlage aber nicht verhindern.

Am Samstag um 18 Uhr steigt die Partie der Handballerinnen von Borussia Dortmund beim SC Greven 09, und Alice Vogler erwartet von ihrem Team kurz und knapp "die passende Antwort" auf das Geschehen am vergangenen Samstag. Da unterlagen die Schwarzgelben selten überflüssig dem TSV Nord Harrislee mit 29:30 und Vogler gesteht: "Der Stachel sitzt noch ganz schön tief, der Ärger ist noch längst nicht verraucht."

Weil es bei der vierten Heimniederlage in dieser Saison genau da fehlte, wo es die BVB-Trainerin am meisten wurmt: Quer durch die Mannschaft hatte sie den Eindruck, dass es schlichtweg an der perfekten Einstellung fehlte, dass eigentlich alle nur mit vielleicht 85 Prozent bei der Sache waren. "Da war ein bisschen zu viel Ostern." Bis es dann aber alle bemerkt hatten, dass es so nicht reicht gegen Harrislee, sei schon alles zu spät gewesen, "dann geht es eben nicht so einfach, den Schalter umzulegen".Trainerin als Pädagogin

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Es gehe nicht in erster Linie um die verschenkten Punkte, es sei einfach furchtbar ärgerlich, dass die richtig schöne Entwicklung so leichtfertig unterbrochen wurde. Aber da eine Trainerin immer auch ein klein wenig Pädagogin ist, hofft Vogler nun, dass gerade aus dem Spiel gegen Harrislee eine Menge gelernt wurde.

Denn bei Greven und Nord Harrislee sind ein paar Gemeinsamkeiten nicht zu übersehen. Auch die von der Ex-Borussin und ehemaligen Nationalspielerin Franziska Heinz trainierte Mannschaft aus dem Münsterland tritt ähnlich leidenschaftlich und engagiert auf, "machen wir uns nichts vor, da muss jede, aber auch wirklich jede einfach mehr bringen". Zumal die Schwarzgelben noch eine andere Rechnung offen haben: Am 3. Dezember 2011 entführte der Tabellenelfte beim 31:30 beide Punkte aus der Halle Wellinghofen, eine Niederlage, die schmerzte.Doppelte Wiedergutmachung

Also ist doppelte Wiedergutmachung angesagt, ja sogar Pflicht, will der BVB nicht den Anschluss verlieren im Rennen um den Aufstieg. Natürlich ist Vogler froh, jetzt im Endspurt keine großen Verletzungssorgen zu haben. Natasa Kocevskas entzündete Achillessehne macht zwar noch ein wenig Sorgen, "ganz weg kriegen wir es jetzt auch nicht, aber da müssen wir uns jetzt durchquälen." Sie sagt es ernst. Scherze passen gerade nicht.  

Am Sonntag bietet der BVB in der Zeit von 11 bis 14 Uhr allen Mädchen der Jahrgänge 2000 und jünger einen erlebnisreichen Tag in der Sporthalle Wellinghofen.

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