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Borussia Dortmund will Sturmtalent binden - Paul Besong nach U19-Titelgewinn im Fokus

rnBVB U19

Mit zwei Toren avancierte BVB-Stürmer Paul Besong im Finale um die Deutsche U19-Meisterschaft zum Matchwinner. Doch ob das 18-jährige Sturmtalent auch künftig in Dortmund spielt, ist noch offen.

Dortmund

, 04.06.2019 / Lesedauer: 4 min

Man durfte sich durchaus Sorgen machen, als Paul Besong nach seinem zweiten Treffer im Finale um die Deutsche U19-Meisterschaft gegen den VfB Stuttgart abdrehte, zunächst gekonnt eine Radwende auf dem Rasen hinlegte und dann mit einem Salto etwas wackelig auf den Beinen landete. Doch das Knie, das dem jungen Stürmer von Borussia Dortmund so lange zu schaffen gemacht hatte, hielt stand.

Ein Jahr lang hatte der 18-Jährige wegen seiner schweren Knieverletzung pausieren müssen. Erst Anfang April, bei der Partie gegen den SV Rödinghausen, feierte das Offensivtalent sein Saisondebüt. Besong traf zwei Mal. Der BVB gewann mit 3:1.

„Für Paul war es definitiv keine einfache Saison“, sagte BVB-U19-Trainer Benjamin Hoffmann am Sonntag nach dem 5:3 (1:3)-Erfolg gegen Stuttgart und dem achten U19-Titel der Schwarzgelben. Zumal Besong, das verriet Hoffmann, ohne konkrete Details zu nennen, „auch privat einen Schicksalsschlag“ hatte hinnehmen müssen. „Aber die Jungs haben ihn ständig unterstützt und ihm geholfen.“

Nur sieben Einsätze in der Saison 2018/19

In der Endabrechnung der Saison 2018/19 verzeichnete Besong immerhin noch sieben Einsätze. 385 Minuten stand er dabei auf dem Feld. Ihm gelangen sechs Tore und drei Vorlagen. „Mich freut es besonders für Paul, dass er zum Ende der Saison noch mal seine Visitenkarte abgeben konnte“, sagte Hoffmann. Zumal die Zukunft des Sturmtalents noch nicht geklärt ist.

Besong, Jahrgang 2000, gehört zu jenen Spielern, die altersbedingt im kommenden Jahr nicht mehr in der U19 spielen dürfen. Wo der 18-Jährige in der neuen Saison auflaufen wird, ist derzeit noch offen. „Wir würden ihn gerne bei uns in der U23 sehen“, sagte Ingo Preuß, Teammanager der BVB-U23. Gespräche mit dem Spieler und seiner Beraterfirma sollen in Kürze geführt werden.

„Jetzt wünsche ich ihm aber vor allem erst einmal, dass er gesund bleibt und zeigen kann, welches Potenzial in ihm steckt“, sagte Preuß. Damit es solche Szenen wie am Sonntag künftig des Öfteren geben wird. Salto inklusive.

Im Finale 45 Minuten lang auf der Bank

Im Finale am Sonntag musste sich Besong allerdings 45 Minuten lang gedulden, bis ihn sein Trainer endlich von der Leine ließ. Hoffmann hatte in Durchgang eins zunächst Emre Aydinel den Vorzug gegeben. Der 19-Jährige blieb jedoch ohne Wirkung. Hoffmann reagierte und brachte Besong beim Halbzeitstand von 1:3 - und der dankte es seinem Trainer mit einer starken Leistung und den beiden Toren zum 3:3 und 4:3.

Trotz des Zwei-Tore-Rückstands zur Pause und starken Stuttgartern habe er immer daran geglaubt, den Titel noch nach Dortmund holen zu können, sagte Besong. „In der Halbzeit hat uns der Trainer die richtigen Worte mit auf den Weg gegeben. Und dann wurden noch mal die letzten Prozentpunkte herausgekitzelt.“

Der BVB drehte die Partie, angeführt vom überragenden Immanuel Pherai, der ebenfalls von der Hereinnahme des Stürmers profitierte. „Paul weiß, was ich will und ich weiß, was er will“, sagte der Niederländer. „Da stimmt einfach die Chemie.“ Besong schickte das Lob umgehend zurück: „Mit einem offensiven Zehner wie Immanuel im Rücken ist es noch mal einfacher.“

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Stärken mit dem Rücken zum Tor

Und dann gab es da noch eine Szene in der zweiten Halbzeit - der BVB spielte nach der Roten Karte gegen Luca Mack bereits in Überzahl - die durchaus bemerkenswert war. Besong stahl sich in jener Szene kurzerhand aus der Angriffszone und machte sich auf den Weg zu seinem Trainer an die Seitenlinie. Nicht Hoffmann hatte den 18-Jährigen zu sich gerufen, der Stürmer selbst hatte es so entschieden.

„Das ist aus der Situation heraus entstanden“, meinte der Stürmer. Er habe beim Trainer angesprochen, dass man ihn noch mehr ins Spiel mit einbeziehen solle, sagte der 18-Jährige. Gerade mit dem Rücken zum Tor habe er „gewisse Möglichkeiten“ gesehen. „Und ich bin froh, dass es dann ja auch geklappt hat.“ Weniger bei seinem Treffer zum 3:3, einem wuchtigen Kopfball nach einer Ecke von Enrique Pena Zauner, bei dem sich Besong gleich gegen zwei Stuttgarter durchsetzte, als vielmehr beim viel umjubelten Führungstreffer für die Schwarzgelben in der 82. Spielminute.

Mit dem Rücken zum Tor nahm der bullige Stürmer den Ball an. Zog auf Höhe der 16-Meter-Linie von rechts in den Strafraum, degradierte erst einen, dann noch einen weiteren Schwaben zum Statisten und schloss zielstrebig aus der Distanz ab. Sein Flachschuss schlug unhaltbar für VfB-Keeper Hornung unten rechts zum 4:3 für den BVB ein. Es folgte zunächst Besongs spektakulärer Salto-Jubel und wenig später die große Meisterfeier.

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