Bugris ASC-Comeback aus dem Stand

Fußball: Oberliga Westfalen

Wohl dem, der über einen solchen Stand-by-Spieler verfügt. Nach dem Oberliga-Aufstieg vor fast zwei Jahren hatte Francis Bugri seine Laufbahn bereits für beendet erklärt. Aber wenn er gerufen wird, ist der Ex-Profi noch immer für „seinen“ ASC 09 da.

von Udo Stark

DORTMUND

, 08.03.2016, 08:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bugris ASC-Comeback aus dem Stand

Francis Bugri (r.) ist beim ASC zurück – aber nur kurzzeitig. Mittwoch in Siegen wird er schon nicht mehr benötigt.

Wie am Sonntag, als Daniel Rios in Beckum auf ein Dutzend seiner Jungs verzichten musste und beim Versuch, den Kader zumindest halbwegs aufzufüllen, keine andere Lösung sah, als seinen alten Weggefährten anzurufen. „Dafür hat man ja einen besten Freund“, sagte Aplerbecks Trainer, „dass man füreinander da ist, wenn einer die Hilfe des anderen benötigt.“

25 Minuten im Einsatz

Für Francis Bugri war es keine Frage, dass er in dieser Notsituation in die Bresche springen würde. Kurzfristiger ging es allerdings kaum, erst am Samstagabend mit Spielbeginn des Bundesliga-Gipfels im Signal Iduna Park hatte Rios zum Hörer gegriffen. Bugri, der in Düsseldorf wohnt und arbeitet, glaubte zuerst an einen Scherz, warf dann aber seine Wochenend-Planungen über den Haufen, setzte sich am nächsten Morgen ins Auto – und saß nachmittags auf der spärlich besetzten ASC-Bank. 25 Minuten kam er sogar zum Einsatz, „dafür“, urteilte er schmunzelnd, „reichten Kondition und Energie gerade noch.“

Jetzt lesen

Zwar absolviert der inzwischen 35-Jährige seit einiger Zeit ein Fitnessprogramm, doch von einer gezielten fußballspezifischen Vorbereitung kann keine Rede sein. Eineinhalb Jahre ist es her, dass er gegen Westfalia Rhynern in einer ähnlichen Situation eingesprungen war und letztmals auf dem Platz gestanden hatte. Doch nach einem bei der letztjährigen Hallen-Stadtmeisterschaft erlittenen Achillessehnenriss sei bei ihm nichts mehr in Sachen Fußball gelaufen, abgesehen von ein paar Trainingseinheiten, die er im September mit der Mannschaft absolviert hatte.

Ein Freundschaftsdienst

Und jetzt dieses Mini-Comeback quasi aus dem Stand. In ein, zwei Laufduellen habe er zwar gemerkt, dass ihm ein paar Körner fehlten, aber mit seiner Routine konnte er der Mannschaft durchaus helfen. Als hängende Spitze hatte Bugri agiert, „in der Schlussphase haben wir einen Spieler gebraucht, der den Ball vorne halten und für Entlastung sorgen kann. Ich denke, das hat ganz gut funktioniert.“

Sein Trainer jedenfalls war mehr als zufrieden mit dem Kurzeinsatz seines Kumpels, mit dem ihn eine lange, intensive Freundschaft verbindet. Rios und Bugri kennen sich seit ihrer Zeit in der B-Jugend des BVB. Zusammen wurden sie dreimal Deutscher Meister, einmal mit den B-, zweimal mit den A-Junioren. Später trennten sich ihre Wege, aber der Kontakt riss nie ab, bis sie sich vor Jahren beim TuS Eving wiedertrafen und danach auch gemeinsam das Projekt Oberliga-Aufstieg beim ASC in Angriff nahmen.

Viele schöne Erinnerungen

Viele schöne Erinnerungen habe er an diese letzte Station seiner Karriere. „Das war eine tolle Truppe“, sagt Francis Bugri rückblickend, „ich freue mich jedes Mal, wenn ich die Jungs wieder treffe.“ Auch deshalb helfe er gerne, „zumindest so lange ich fit genug bin. Aber zu einer dauerhaften Einrichtung wird das nicht. Dafür ist der Aufwand einfach zu groß.“

Lesen Sie jetzt