BVB-II-Coach Mike Tullberg nach der Videoanalyse: „Den Elfmeter kann man nicht pfeifen“

Fußball-Regionalliga

Was kann der BVB II mit diesem Start anfangen? Sportlich sah der Auftritt gegen RW Essen gut aus. Letztlich blieb das Team ohne Punkt. Die heißt diskutierte Szene war die letzte der Partie.

Dortmund

, 28.07.2019, 07:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-II-Coach Mike Tullberg nach der Videoanalyse: „Den Elfmeter kann man nicht pfeifen“

Mike Tullberg war nach Spielschluss sauer, drosch aber nicht auf den Schiedsrichter ein. © Bielefeld

Schiedsrichter Martin Ulankiewicz aus Oberhausen pfiff nach dem verwandelten Elfmeter in der fünften Minute der Nachspielzeit direkt ab. Alexander Hahn hatte das Stadion mit seinem verwandelten Strafstoß zum 2:1 (0:1)-Erfolg für Rot-Weiss Essen zum Beben gebracht. Die Essener Spieler jubelten minutenlang auf dem Rasen vor den 14.000 ausrastenden Fans.

Mike Tullberg lässt seinen Emotionen freien Lauf

Die BVB-Spieler dagegen waren sichtlich sauer, auch Trainer Mike Tullberg, der wutentbrannt durch die Mixed-Zone trampelte, vor eine Abgrenzung trat und laut schrie. Er schaute sich noch vor der Pressekonferenz mit dem Videoanalysten die strittige Szene an. „Den Elfmeter kann man nicht pfeifen. Vielleicht hat sich der Schiedsrichter vom großen Publikum anstecken lassen“, sagte Tullberg, nachdem er die Bilder gesehen hatte. Er hatte schon auf dem Feld das Gefühl, dass Essens Stürmer Marcel Platzek die Gelbe Karte für seinen theatralischen Fall hätte sehen müssen.

Der Unparteiische entschied aber auf Elfmeter. „Das war eine ganz bittere Situation. Es gab keinerlei Begründung von den Schiedsrichtern für den Pfiff“, sagte BVB-Keeper Eric Oelschlägel. Direkt beteiligt war Innenverteidiger Lars Bünning. „Er rennt mir zuerst in die Hacken. Da hätte der Schiedsrichter anders entscheiden können“, sagte er.

BVB II-Coach drischt nicht auf den Schiedsrichter ein

BVB-Coach Tullberg drosch aber nicht auf den Schiedsrichter weiter ein. „Jeder weiß, wie schwer es die Referees haben“, sagte er. Dann schob er ein, dass sich seine Innenverteidiger Marco Rente und Lars Bünning in dieser Situation besser verhalten hätten müssen. Auch Oelschlägel habe die Zeit gehabt, nach dem langen Ball herauskommen zu können.

So blieb der BVB II am Ende ohne Punkt, hatte aber einige wichtige Erkenntnisse gewonnen. „Unsere Mannschaft hat einen Altersdurchschnitt von 21,4. Wir haben hier in Essen gegen eine Mannschaft gespielt, die aufsteigen will. Ich finde, dafür haben wir es überragend gemacht“, sagte Tullberg. Denn lange ging sein Matchplan auf. Bis zur 81. Minute führte sein Team durch den Treffer von Joseph Boyamba. Aber der Freistoßtreffer von Amara Conde (81.) und der Elfmeter verhinderten zumindest einen Punktgewinn.

Der BVB II hat gegen RW Essen zu wenig Kontrolle über das Spiel

Was Tullberg nicht so gut gefallen hatte, war, dass sein Team zu wenig Kontrolle über das Spiel gehabt habe. „Phasenweise sah das schon gut aus, aber dann hat man am Ende einfach gemerkt, dass wir viele Spieler im Team haben, die zuletzt nicht so viel Spielpraxis sammeln konnten.“ Deshalb mussten einige Spieler mit Krämpfen kämpfen.

Jetzt lesen

Als Beispiel nannte er Maximilian Hippe, der im Sommer vom Ligakonkurrenten SV Rödinghausen kam und aufgrund von Verletzungen nicht eine Regionalliga-Partie für den Klub in der Spielzeit 2018/19 absolviert hatte. Hippe ging in Essen in der 70. Minute vom Platz. „Er war im Arsch“, sagte Tullberg in seiner offenen, sympathischen Art.

RW Essens Coach Christian Titz lobt den BVB II

Der Essener Coach Christian Titz attestierte dem BVB II noch eine starke Leistung. „Den BVB II erwartet ich am Ende der Saison ganz oben.“ Das Lob konnte die Stimmung des BVB-Trainers am Freitagabend aber nicht mehr aufhellen.

Lesen Sie jetzt