BVB II: Starthilfe für Torwart-Talent Reimann

Fußball: Regionalliga West

Mit einer faustdicken Überraschung hatte BVB II-Trainer Daniel Farke beim verspäteten Start in die Frühjahrsrunde aufgewartet: Nicht Jan Reckert stand beim 4:1 gegen die TSG Sprockhövel zwischen den Pfosten, nachdem Stammkeeper Hendrik Bonmann kurzfristig mit den Profis nach Freiburg gereist war, sondern Dominik Reimann.

DORTMUND

28.02.2017 / Lesedauer: 3 min
BVB II: Starthilfe für Torwart-Talent Reimann

Für Torhüter Dominik Reimann ging es unverhofft früh wieder aufs Spielfeld. Nun darf der BVB-Schlussmann auf weitere Einsätze in Verein und Nationalmannschaft hoffen.

Sogar der mit 19 Jahren jüngste der drei Borussen-Torhüter, der wegen einer während der U 19-EM erlittenen Schultereckgelenksprengung sieben Monate pausieren musste, hatte zu diesem Zeitpunkt der Saison noch gar nicht mit seinem Einsatz gerechnet. „Eigentlich sollte ich noch zwei, drei Wochen trainieren und dann erst in den Kader rücken“, berichtete Reimann, der in der Vorbereitung auf die Frühjahrsrunde nur beim 3:0 im Trainingslager gegen die U23 des VfB Stuttgart gespielt hatte, „daher kam mein Einsatz auch für mich jetzt ziemlich unerwartet.“ Warum er den Vorzug gegenüber Jan Reckert erhalten hatte, konnte er selbst nicht beantworten.

Farke gibt Starthilfe

Die Erklärung dafür lieferte der Trainer nach der Partie: Für Reimann, der laut Daniel Farke als eines der größten Torhüter-Talente im deutschen Fußball gilt, sei die Nominierung für diese vermeintlich einfachere Aufgabe gegen den Tabellenletzten eine Art Starthilfe gewesen. „Das war jetzt der richtige Moment für Dominik, um Spielpraxis zu sammeln und ihn schneller auf 100 Prozent zu bringen.“

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Keine einfache Situation indes für Jan Reckert, der in der Endphase der Herbstserie als Bonmann-Vertreter überzeugte und in vier Spielen lediglich einen Gegentreffer kassierte. Auch Farke weiß um diese Problematik: „Natürlich hätte er selbst gerne gespielt. Aber Jan ist so ein toller Charakter, er hat Verständnis für den Plan gezeigt, seine Reaktion war total positiv.“

Aussicht auf DFB-Nominierung

Zu seiner Entscheidung mag auch ein Besuch von DFB-Trainer Guido Streichsbier in der vergangenen Woche in Dortmund beigetragen haben: Er hatte sich im BVB-Trainingszentrum über Reimanns Leistungs- und Fitnessstand informiert und ihm dabei, wie Farke berichtet, eine Nominierung für die beiden Partien der internationalen Spielrunde Ende März gegen die Schweiz in Aussicht gestellt.

Damit wäre Reimann neben Lars Dietz, Jonas Arweiler und David Sauerland der vierte Spieler aus Borussias Talentschuppen, der vielleicht sogar noch auf eine Teilnahme an der U 20-Weltmeisterschaft vom 20. Mai bis zum 11. Juni in Südkorea hoffen darf. Es wäre ein traumhaftes Saisonfinale für den gebürtigen Münsteraner, nachdem er so lange zum Zusehen verurteilt war.

Keine Gelegenheit, sich auszuzeichnen

Eine Bewertung seines Regionalliga-Debüts gestaltete sich derweil auch für Dominik Reimann schwierig: „Der erste Schuss aufs Tor war drin, aber der Ball war abgefälscht und ich damit chancenlos. Danach bekam ich ja kaum was zu tun.“ Tatsächlich hatte er gegen die extrem defensiven Gäste keine einzige Gelegenheit, sich auszuzeichnen.

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„So viele Spiele wie möglich“, sagt er, „möchte ich in dieser Saison noch machen.“ Aber er wird sich wohl in Geduld üben müssen: Wenn am Samstag (14 Uhr) in Wiedenbrück die erste Englische Woche der Frühjahrsrunde eingeläutet wird, ist endlich wieder mit Hendrik Bonmann zu rechnen.

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