BVB setzt A-Jugend-Talente vor die Tür

Jugendhandball

Im Dortmunder Jugendhandball rumort es. Rund drei Wochen nach der Bekanntmachung, künftig mit dem ASC 09 eine Ausbildungspartnerschaft einzugehen, hat Borussia Dortmund einem Großteil der Spielerinnen der aktuellen A-Jugend mitgeteilt, in der kommenden Saison nicht mehr mit ihnen zu planen.

DORTMUND

, 28.03.2015, 14:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jochen Busch bedauert die Art und Weise. "Aber wir haben den Ansatz, künftig den Leistungsgedanken oben anzustellen", sagte er.

Jochen Busch bedauert die Art und Weise. "Aber wir haben den Ansatz, künftig den Leistungsgedanken oben anzustellen", sagte er.

Vor allem die Art und Weise, wie den Spielerinnen die Entscheidung mitgeteilt wurde, sorgt bei Eltern und Aktiven für Unverständnis.

Zum "Informationsaustausch" geladen

Für den Dienstag der vergangenen Woche hatte BVB-Jugendkoordinator Michael Feldmann die Spielerinnen der aktuellen Jugendmannschaft zu einem „Informationsaustausch“, wie es in der offiziellen Mail hieß, geladen.

„Dieser fand auf der Tribüne der Halle Wellinghofen statt, zeitgleich trainierte unten die Zweitliga-Mannschaft des BVB“, sagt Spielermutter Eva Wortmann. „Das allein hat uns schon sehr verwundert, denn die Geräuschkulisse machte es sehr schwer, den Ausführungen zu folgen.“ Neben Feldmann, Sportleiter Jochen Busch (Foto), dem künftigen A-Junioren- und Damen 2-Trainer René Baude sowie den Spielerinnen und Eltern war auch der ASC durch Damen-Trainer Kim Sörensen und Jugendkoordinator Joachim Borgolte vertreten.

"Kein Platz mehr beim BVB"

Den Spielerinnen, so Wortmann, sei dann mitgeteilt worden, dass der BVB künftig keine zusätzliche A-Jugend in der Oberliga mehr melden und ausschließlich leistungsorientiert arbeiten wolle. „Daher sei für sie kein Platz mehr beim BVB.“ Eine Aussage, die einschlug wie eine Bombe. Feldmann, so Wortmann, habe dann auf die neue Kooperation mit dem ASC verwiesen, „das sei ja eine tolle Option, dort könnten die Mädchen dann spielen.“

Wortmann bemängelt den „schlechten Stil. So etwas sollte man in Einzelgesprächen mitteilen.“ Die Entscheidung an sich könne man so treffen, „wobei die Abteilung eine Liste von Trainerin Dagmara Kowalska mit potenziellen Spielerinnen für die kommende Saison komplett ignoriert hat.“ Wortmann fragt sich: „Warum bittet man Kowalska um eine Einschätzung, wenn man dieser dann sowieso nicht folgt?“

Busch bedauert Ablauf

BVB-Sportleiter Jochen Busch räumte auf Anfrage ein, dass der Abend „nicht optimal“ verlaufen sei. „Den Ablauf hätten wir bestimmt besser arrangieren können“, sagt er. An der grundsätzlichen Entscheidung aber hält er fest. „Ich verstehe die Enttäuschung. Aber wir haben den Ansatz, künftig den Leistungsgedanken oben anzustellen.

Dazu müssen wir auch abspecken. Und dafür haben wir die Kooperation mit dem ASC, die den Spielerinnen eine echte Perspektive bietet. Sie müssen die Stadt nicht mehr verlassen, und wir behalten ihre Entwicklung im Auge.“ Es sei auch Fakt, dass den Spielerinnen angeboten worden sei, ein persönliches Gespräch zu führen.

Probetraining mit Beigeschmack

Mittlerweile haben einige Spielerinnen das Angebot des ASC angenommen, zu einem Probetraining zu kommen. Ein fader Beigeschmack aber bleibe, sagt Eva Wortmann. „Da gibt es welche, die haben 13 Jahre beim BVB gespielt.“

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