C-Ligist erwartet Altherren-Truppe und wird von Westfalenliga-Spieler auseinandergenommen

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Türkspor III gegen Lüner SV IV in der Kreisliga C - eigentlich ein ganz normales Amateurfußball-Spiel. Doch nicht nur das Ergebnis von 5:8 ist bemerkenswert, auch der fünffache Lüner Torschütze.

Dortmund

, 25.11.2019, 16:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Serhat Kaplan hat sich auf einen ruhigen Samstagmittag eingestellt. Der Trainer von Türkspor Dortmund III muss sich zwar vor dem Nachholspiel der Kreisliga C am Samstagmittag ein paar Spieler aus der Zweiten und Vierten von Türkspor zusammensuchen, um eine schlagkräftige Truppe zusammenzubekommen, aber da der Gegner ja „nur“ der Lüner SV IV ist, wird das schon reichen.

Alte Herren als Gegner?

„Wir dachten, da kommen die Alten Herren“, sagt Kaplan und das ist insofern nicht falsch, weil die Alten Herren vom Lüner SV ja tatsächlich als vierte Seniorenmannschaft des Klubs in der Kreisliga C auflaufen. Doch als es nach 31 Minuten 0:4 aus Sicht von Türkspor steht, da merkt Kaplan: „Wir haben die unterschätzt.“

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Was der Türkspor-Trainer zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Zwei Spieler aus der Alten-Herren-Truppe spielen normalerweise in der Westfalenliga für den Lüner SV: Fabian Pfennigstorf und Matthias Göke helfen an diesem Samstag aus: „Das war spontan“, sagt Pfennigstorf, „ich kenne bei den Alten Herren ein paar Leute, konnte die Woche vorher nicht trainieren und weil wir spielfrei hatten, hab ich den Trainer gefragt, ob das in Ordnung ist“, erzählt der 31-Jährige Angreifer, der auch schon für Mengede in der Westfalenliga auf Torejagd gegangen ist.

Pfennigstorf feiert C-Liga-Premiere

Sein Trainer aus der Ersten hat kein Problem und so geht Pfennigstorf, der zusammen mit Göke auch vor einer Woche 90 Minuten in der Liga gegen den FC Brünninghausen gespielt hatte, gegen Türkspor III in der C-Liga ins Rennen. „Für mich war es eine Premiere“, sagt Pfennigstorf, soweit unten hatte er bis dahin noch nicht gespielt.

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Zum Halbzeitstand von 5:1 steuert der Angreifer drei Treffer bei, Göke erzielt einen und muss dann verletzt raus: „Der Stürmer von denen hat unsere Abwehr komplett auseinandergenommen“, erzählt Kaplan, der mit Türkspor eigentlich nochmal ins Aufstiegsrennen eingreifen wollte und schon in der ersten Halbzeit dreimal wechselt, um das Spiel zu drehen: „Die haben uns auf dem falschen Fuß erwischt“, sagt Kaplan.

Schwamm drüber

Nach der Pause droht das Spiel immerhin kurz zu kippen, Tugay Degerlier schießt Türkspor auf 3:5 heran, Pfennigstorf erhöht auf 3:6 und nach einem weiteren Treffer für die Gastgeber auch noch auf 4:7. Endstand am Ende: 8:5 für die aufgemotzten Alten Herren des Lüner SV. „Ich habe mir schon sowas gedacht“, sagt Kaplan, als er auf die Verstärkung hingewiesen wird.

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Denn Türkspor hätte lieber eine Woche zuvor gespielt: „Das wollte Lünen aber nicht“, sagt Kaplan. Wittert er eine Wettbewerbsverzerrung? „Das ist schon ärgerlich“, sagt Kaplan, „aber ganz ehrlich: Schwamm drüber! Wir spielen Kreisliga C.“

Erstmal wieder Westfalenliga

Fabian Pfennigstorf hat seine Premiere einigermaßen genossen, möchte aber in Zukunft wieder in der Westfalenliga spielen: „Wenn es die Zeit zulässt, kann ich mir schon vorstellen, nochmal auszuhelfen“, sagt der 31-Jährige, „aber ich hoffe, es wird noch ein bisschen dauern, bis ich regelmäßig so weit unten spielen.“

Am Sonntag ist er in Lennestadt gefordert. Kaplans Türkspor III nimmt zu Hause gegen den nächster Lüner Klub die Aufholjagd ins Visier: Dann ist der BV Lünen III zu Gast auf dem Mendesportplatz.

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