Christina Hammer beeindruckt beim Comeback - nun denkt sie an die Weltmeisterschaft

Boxen

Nach zehnmonatiger Kampfpause feiert Christina Hammer ihr Comeback. Dabei stand ein neuer Trainer in der Ecke - und eine hoffnungslos unterlegene Kontrahentin im Ring.

Dortmund

, 11.02.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christina Hammer beeindruckt beim Comeback - nun denkt sie an die Weltmeisterschaft

Christina „Lady Hammer“ legte ein beeindruckendes Comeback hin. © imago images/masterpress

Für die 29-jährige Christina Hammer war es der 25. Sieg im 26. Kampf seit Beginn ihrer Profikarriere im Jahr 2010. Die Dortmunderin hatte bei ihrem Comeback-Kampf vor 6.000 Zuschauern in der EWS Arena in Göppingen mehr Probleme mit Sturmtief „Sabine“ als mit der doch arg limitierten Gegnerin Florence Muthoni.

„Der Kampf war wichtig für mich, auch wenn es nur ein Aufbaukampf war. Ich habe den Ring-Rost abgeschüttelt und konzentriere mich auf die kommenden Aufgaben. Vielleicht kann ich ja schon im April um die Weltmeisterschaft kämpfen“, gab sich Christina Hammer gewohnt kämpferisch und zuversichtlich.

Die Trennung von Dimitri Kirnos ist Vergangenheit

Die schwierigen Zeiten nach der Niederlage gegen Claressa Shields im April 2019 und der anschließenden Trennung von ihrem langjährigen Coach Dimitri Kirnos scheinen vergessen zu sein.

Die Sache mit der Rückreise war in der Tat nicht ganz einfach. Zwar konnte Christina Hammer noch am Sonntagmorgen per Flieger von Stuttgart nach Hamburg kommen, doch danach war zunächst einmal Schluss.

Am Montagmorgen ging’s dann weiter nach Dortmund, wo sie die nächsten zehn Tage verbringen will. Bereits am Montagmittag stand ein kurzer Regenerationslauf durch die Bolmke auf dem Programm.

Muthoni war klar unterlegen, zeigte sich aber als „sehr zäh“

Ansonsten musste man nicht viele Worte über diesen Aufbaukampf gegen die 34-jährige Muthoni verlieren. Der in der EWS Arena in Göppingen ausgetragene Fight war eine klare Angelegenheit für die 29-jährige Hammer.

Christina Hammer beeindruckt beim Comeback - nun denkt sie an die Weltmeisterschaft

Christina Hammers Ziel ist der Weltmeistertitel. © picture alliance / Guido Kirchne

Die seit einigen Monaten in Hamburg trainierende ehemalige Mittelgewichts-Weltmeisterin war physisch stark überlegen und hatte leichtes Spiel mit Muthoni. Die 34-jährige Kenianerin mit Wohnsitz in Deutschland war keine ernsthafte Gegnerin.

Dennoch ging der Kampf über die angesetzten acht Runden. „Sie war einfach sehr, sehr zäh und wollte nicht K.o. gehen“, so Hammer, die andererseits auch froh war, nach zehnmonatiger Wettkampfpause über acht Runden zu gehen.

Aus der Distanz heraus ließ sie die in der Reichweite unterlegene Muthoni nicht an sich herankommen und beschäftigte sie ständig mit der Führhand. Das Bild blieb über die Runden das Gleiche: Muthoni kam kaum zu Treffern und Hammer punktete.

Christian Morales coacht Hammer in der Ecke

„Wichtig war“, so Hammer, „dass es mir gelungen ist, meine Rechte explosiver einzusetzen. Das war unsere Absicht und das Experiment ist gelungen.“ Als gelungen konnte man auch eine andere Premiere bezeichnen. „Zum ersten Mal stand mein neuer Trainer Christian Morales als Coach in der Ecke. Für mich war es wichtig, seine Stimme zu erkennen, seine Anweisungen wahrzunehmen. Das hat alles bestens funktioniert“, so Hammer, „denn im WM-Kampf muss ja schließlich alles sitzen.“

Noch wollte sie keine Details verraten, doch alles deutet auf einen WM-Kampf im April hin. Der Titel der International Boxing Organisation (IBO) ist vakant. Der Verband, der kleinste der fünf Weltverbände, sucht noch eine Gegnerin für Christina Hammer und einen Austragungsort. Vieles spricht aber für einen Fight in Deutschland.

Ob Hammer unbedingt im Mittelgewicht (bis 72,7 Kilogramm) antreten wird, ist aber noch offen, möglich ist auch ein Kampf im Super-Mittelgewicht (bis 76 Kilogramm). Denn ganz so leicht erreicht die Dortmunderin nicht mehr das Gewichtslimit: „Ich musste drei Tage lang richtig Gewicht machen, das war schon anstrengend.“

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