Christina Hammer trainiert nicht mehr in Dortmund - Was das mit den Klitschkos zu tun hat

Boxen

Es ist ruhig geworden um Christina Hammer nach dem Kampf gegen Claressa Shields. Sie trainiert nicht mehr bei Jürgen Brähmer in Schwerin, sondern in Hamburg. Beim Ex-Manager der Klitschko-Brüder.

Dortmund

, 11.12.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christina Hammer trainiert nicht mehr in Dortmund - Was das mit den Klitschkos zu tun hat

Ihre erste Niederlage überhaupt kassierte Christina Hammer im April dieses Jahres im WM-Kampf gegen Claressa Shields (r.). Das Duell der unbezwungenen Boxerinnen galt als größter Frauenkampf in der Boxgeschichte. © Foto: dpa

Natürlich wird die Boxweltmeisterin aus Dortmund es nicht zugeben wollen, aber ein verlorenes Jahr war das Jahr 2019 dennoch. Zumindest aus sportlicher Sicht.

„Ich komme zurück“

Im April dieses Jahres musste sich Christina Hammer im Kampf um alle vier wichtigen Titel Claressa Shields geschlagen geben. Ihrem Selbstbewusstsein schadete die Niederlage nicht. Andererseits. Claressa Shields war eine Nummer zu groß für Christina Hammer, die trotzig versprach: „Ich komme zurück, und ich werde stärker sein.“

Seitdem ist viel passiert. Von ihrem ehemaligen Manager Harald Pia hat sich die ehemalige Mittel- und Supermittelgewichtsweltmeisterin ebenso getrennt wie von ihrem langjährigen Trainer Dimitri Kirnos, der fast zehn Jahre lang die Geschicke der Dortmunderin leitete. Kurz nach der Niederlage gegen Shields präsentierte sie mit Jürgen Brähmer ihren neuen Trainer.

Kein Kampf geplant

Im Schweriner Box-Gym des Ex-Weltmeisters bereitete sie sich auf ihre neuen Aufgaben vor. Immer wieder wurde über einen Kampf gegen die Augsburgerin Nikki Adler spekuliert. Der eigentlich im Herbst 2019 stattfinden sollte. Die einst geplanten Kämpfe in den USA waren längst beerdigt. „Nikki redet viel und nimmt den Mund sehr voll“, sagte Hammer über die Konkurrentin, aber nichts über die USA.

Der Winter steht bald bevor - und aus dem Kampf wurde dennoch nichts. Ebenso wie aus der Partnerschaft mit Jürgen Brähmer. „Das hat nicht funktioniert. Jürgen Brähmer boxt ja selbst wieder um den WM-Titel und muss sich darauf konzentrieren. Das Training mit ihm war aber richtig gut“, kommentiert Hammer ihre Zeit mit dem Schweriner. Die auch schon wieder der Vergangenheit angehört.

Mit dem Klitschko-Management nach oben?

Nun setzt die 29-Jährige auf Hamburg, auf das ehemalige Management der Klitschko-Brüder, auf Manager Bernd Bönte. Der war war rund 15 Jahre als Manager von Wladimir und Vitali Klitschko sowie als Geschäftsführer der gemeinsamen Firma tätig.

Die Klitschkos sind Geschichte, Bönte nicht. Der kehrte im Sommer auf die große Box-Bühne zurück, gründete in Hamburg eine Beratungsagentur namens „PYX“. Ein griechisches Wort, das als Synonym für den antiken Faustkampf verwendet wird.

Geht es nach Bernd Bönte, dann sollen die drei Buchstaben in Zukunft auch als Synonym für Erfolg stehen, denn mit der PYX Global Sports GmbH gibt der Manager sein Comeback auf der großen Bühne des Sports.

Rundumberatung für Sportler

Das Geschäftsmodell von PYX sieht vor, den unter Vertrag stehenden Sportlern eine Rundumberatung anzubieten, die sie bei einem Promoter möglicherweise nicht erhalten. Diese umfasst nicht nur sportliche Expertise, sondern auch Unterstützung bei steuerlichen, rechtlichen und persönlichen Belangen sowie eine Karriereplanung für die Zeit nach der sportlichen Laufbahn.

„Wir haben eine Reihe hoffnungsvoller Talente in Deutschland. Einige davon wollen wir mit PYX an die Spitze führen. Wir haben nur Sportler verpflichtet, die es bis zur Weltspitze schaffen können“, sagt der 63-jährige Bönte. Womit wohl auch Christina Hammer gemeint ist.

Kein Abschied aus Dortmund

Die trainiert in Hamburg unter Coach Christian Morales und sagt: „Ich bin fit, ich trainiere zweimal am Tag. Und dass ich jetzt in Hamburg trainiere, ist ja kein Abschied aus Dortmund. Hier habe ich zehn Jahre meines Sportlerlebens verbracht, habe viele Freunde, gehe zum BVB. Ich bin ja nicht aus der Welt“, unterstreicht die gebürtige Kasachin, die Anfang der 1990er Jahre mit ihren Eltern nach Deutschland übersiedelte, mit 13 Jahre ihren ersten Boxkampf bestritt und mit 20 Jahren jüngste Box-Weltmeisterin aller Zeiten wurde.

Ein Termin für den nächsten Kampf steht noch nicht fest. „Wahrscheinlich aber im Februar oder März“, so Hammer, die nichts über ihre Gegnerin verraten will. Nur so viel: „Ich werde in Deutschland gegen eine Deutsche boxen.“ Also vielleicht doch Nikki Adler. So riesig ist der Markt an deutschen Boxerinnen im Mittelgewicht ja auch wieder nicht.

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