Coronavirus legt in einem Dortmunder Verein über 7000 Mitglieder lahm

rnSport in Dortmund

Die Coronavirus-Pandemie hat den Sport schon zum zweiten Mal in die Knie gezwungen, außerhalb des Profibereichs läuft nichts mehr. Vor allem einen Dortmunder Verein trifft die Pause hart.

Dortmund

, 13.11.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dortmunds größter Sportverein hält seine Mitglieder in Bewegung. Sie müssen nur wollen – und die passende Ausrüstung haben. Das große Vereinsgelände aber ist verwaist. Der TSC Eintracht Dortmund führt in seiner Liste 28 Sportarten auf.

Da (fast) gar nichts geht, behält der Vorstand Öffentlichkeitsarbeit Andreas Kranich momentan den Überblick. Einige Besonderheiten aber gibt es schon. Und knifflig wird es, wenn Lockerungen möglich sind. Über Stimmungen, Regeln und neue Möglichkeiten spricht Andreas Kranich im Interview.

Andreas Kranich, läuft derzeit vor Ort aktuell wirklich gar nichts?

Ja, so sieht das aus. Der Großteil wäre überhaupt nicht möglich. Beim Rehasport befinden wir uns in einer Grauzone. Wir handeln da lieber konsequent. In Absprache mit unseren Mitgliedern verzichten wir auch noch auf diese Angebote.

Menschen in solch einem großen Sportverein haben bestimmt völlig unterschiedliche Meinungen. Kommen Sie da auf einen Nenner?

Um genau zu sein, haben wir aktuell 7266 Mitglieder. Ja, das sind sehr viele. Natürlich gibt es ein paar Leute, die Einschränkungen im Sport für nicht sinnvoll erachten. Wir als Verein stehen wegen der gesundheitlichen Situation im Lande aber hinter den Verordnungen.

Und doch könnte es Sie etwas kosten, nämlich dann, wenn einige Mitglieder austreten…

Das stimmt. Aber der große Teile unserer Mitglieder zeigt Solidarität und Treue. Wenn einige Leute, die vielleicht Corona-bedingt und auch aus anderen Gründen knapp bei Kasse sind, nicht die Beiträge bezahlen möchten, verstehen wir das natürlich auch. Aber wie gesagt: Die große Mehrheit bleibt. So war es auch im ersten Lockdown.

Kämen im Gegenzug wohl neue Sportinteressierte dazu, wenn Sie als einer der wenigen Vereine Rehasport anbieten würden?

Das mag sein. Wir haben schon die eine oder andere Anfrage, auch von Mitgliedern, die bereits im TSC Sport treiben. Ich denke aber schon, die Leute sind auch zurzeit eher vorsichtig. Denn selbst wenn sie in der Halle weit auseinanderstehen, könnte es vor oder nach dem Sport zu Begegnungen kommen.

Wie soll das alles weitergehen?

Ich hoffe schon, dass die entscheidenden Personen den Sport nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung sehen. Es bleibt abzuwägen, ob das Positive für die Gesundheit im Sport auch in Corona-Zeiten das Negative nicht überwiegt. Der Gesundheitssport ist einfach sehr wichtig. Natürlich möchten wir dann das anbieten, was zu vertreten ist. Wir sind da als Verein aber auch sehr genau, was die Hygienerichtlinien angeht.

Bis dahin bleibt alles zu?

Ja, alles andere wäre zu aufwändig. Sollte jemand alleine irgendwo reinwollen, müsste ja immer der Hausmeister aufschließen.

Wie geht es Ihren Mitarbeitern?

Sie wären auch lieber vor Ort. Wir haben 45 Mitarbeiter und zwölf Minijobber. Bei denen es möglich war, haben wir Kurzarbeit angemeldet. Aber wir haben natürlich auch großen Respekt vor dem Infektionsgeschehen. Wenn irgendwann so viele das Virus bekommen, sind da dann auch Sportler und Mitarbeiter dabei. Und da ist Distanz einfach das oberste Gebot.

Ist die Krise auch eine Chance?

Ich denke ja. Zunächst haben wir unser Online-Angebot ausgeweitet. Wer möchte, kann in der Gruppe vor dem heimischen Fernseher, PC oder Handy trainieren. Natürlich ist es schöner, sich persönlich zu treffen. Aber so bleiben die Leute unter Anleitung in Bewegung. Wer möchte, hält sich so fit. Auf unserer Homepage haben wir alles Wissenswerte und auch unsere vielfältigen Online-Angebote zusammengefasst. Ich denke auch, dass durch den Verzicht, aber auch durch neue Angebote das Thema Gesundheit und Sport immer mehr in den Mittelpunkt rückt.

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