Turbulente Tage beim ASC 09 Dortmund! Trainer Adrian Alipour wechselt zum Wuppertaler SV, die Nachfolge soll schnell geregelt werden. Wunschkandidat ist Daniel Sekic. Wer?

Aplerbeck

, 05.09.2018, 20:46 Uhr / Lesedauer: 3 min

Geht es nach dem Sportlichen Leiter Samir Habibovic, steht Alipours Nachfolger schon fest. „Unsere 1a-Lösung ist Daniel Sekic. Mit ihm habe ich mich auch schon direkt am Dienstag getroffen“, sagt Habibovic.

Ein unbeschriebenes Blatt

Aber wer ist eigentlich dieser Daniel Sekic, der jetzt das Ruder beim ASC Dortmund übernehmen soll? In der Region hat der 42-Jährige zwar bislang nur wenige Spuren hinterlassen, doch sind die Aplerbecker ihm in der Oberliga schon einige Male begegnet. Und zwar in den ersten beiden Oberliga-Spielzeiten nach dem Aufstieg 2014, als Sekic beim damaligen Ligakonkurrenten SuS Stadtlohn an der Seitenlinie stand. Die bislang größte Aufgabe des Bosniers.

Umfrage

Der ASC 09 lässt Trainer Adrian Alipour zum Wuppertaler SV ziehen. Die richtige Entscheidung?

630 abgegebene Stimmen

Daniel Sekic, Spitzname „Dado“, war anfangs auch in Stadtlohn noch ein unbeschriebenes Blatt. Der Rekener musste im Sommer 2014 ganz kurzfristig beim SuS übernehmen. Nur wenige Tage vor Beginn der Saisonvorbereitung war es zum Bruch mit Aufstiegstrainer Alfred Nijhuis gekommen, vor der großen Herausforderung Oberliga stand das Team ohne Coach da.

Erst Risiko, dann Glücksgriff

Die Stadtlohner Verantwortlichen wurden über Kontakte auf Sekic aufmerksam, der seinerzeit schon vier Spielzeiten lang ohne Trainerstelle im Leistungsbereich gewesen war. Zuvor hatte er lange als Spielertrainer bei der DJK Coesfeld in der Bezirks- und Landesliga gewirkt (2002 bis 2010), danach nur noch im unterklassigen Jugendbereich beim VfL Reken.

Mit seiner Verpflichtung gingen die Stadtlohner also durchaus ein Risiko ein, doch der neue Mann erwies sich schnell als Glücksgriff. Sekic spielte mit seinem Team eine gute Rolle in der Oberliga, der SuS schloss die erste Saison nach dem Aufstieg als Tabellensiebter ab. Im zweiten Jahr unter Sekic gelang mit Platz 13 erneut das Ziel Klassenerhalt. Die Bilanz gegen den ASC: zwei Siege in Stadtlohn, zwei Niederlagen im Waldstadion.

Professionelle Herangehensweise

Was ihn als Coach auszeichnete, war vor allem die professionelle Herangehensweise. Moderne Leistungsdiagnostik, Life-Kinetik, Trainingslager und ein recht kompromissloser Führungsstil - das alles kannte man in Stadtlohn in der Form vorher nicht. Sekic galt als sehr ehrgeizig, tobte bisweilen wort- und gestenreich an der Seitenlinie und handelte sich dadurch schon mal einen Innenraumverweis ein.

Daniel Sekic soll beim ASC 09 auf Adrian Alipour folgen

Sekic sagt: „Ich habe große Lust, wieder eine Mannschaft zu trainieren.“ © Keirat

Auch seinen Spielern verlangte er vieles ab. Trainingsfrei für Volksfeste, wie es die SuS-Kicker gewohnt waren, das kam für Sekic nicht in die Tüte. Um den drohenden Abstieg in der Saison 2015/16 zu vermeiden, schraubte er nicht nur das Trainingspensum hoch, sondern setzte sich in der Winterpause mit persönlichem Engagement für die Aufrüstung des Kaders ein - der Klassenerhalt gelang. „Es waren intensive zwei Jahre mit Daniel Sekic, die den Verein auf jeden Fall vorangebracht haben“, sagt SuS-Geschäftsführer Michael Schley heute, dessen Klub mittlerweile in der Landesliga spielt.

Umgänglicher und offener Typ

Im Umfeld präsentierte sich Sekic immer als umgänglicher und offener Typ. Beruflich verdingt sich der 42-Jährige als Geschäftsführer eines Unternehmens für Personaldienstleistungen mit Sitz in Duisburg und Berlin. Mit seiner Familie lebt der Schalke-Fan in Reken (Kreis Borken) und engagiert sich mit seiner Frau Sabina regelmäßig für Hilfsprojekte in Bosnien-Herzegowina.

Nach dem Aus in Stadtlohn legte Sekic nicht die Füße hoch, sondern absolvierte seine A-Lizenz und wechselte von der Trainerbank in den Bereich der Sportlichen Leitung bei seinem Heimatverein SC Reken: „Doch jetzt habe ich große Lust, wieder eine Mannschaft zu trainieren“, sagt Sekic, „ich bin dankbar für die Möglichkeit, die man mir in Aplerbeck anbietet.“

Entscheidung muss bis Montag fallen

Der ASC 09 Dortmund möchte ihn unbedingt verpflichteten, Sekic hält den ASC für eine „Top-Adresse“. Warum steht er dann Sonntag gegen die TSG Sprockhövel nicht schon an der Seitenlinie? „Wenn ich was mache, dann mache ich es mit Herzblut. Und wenn ich die Zusage gebe, dann muss ich gewährleisten, dass ich 100 Prozent geben kann. Dass ich das, was Samir auch von mir erwartet. Das kann ich nicht auf Knopfdruck entscheiden. Es gibt noch ein paar Punkte, die ich klären muss - beruflicher und privater Natur“, erklärt Sekic und fordert Zeit ein.

Jetzt lesen

Habibovic, der seinen Wunschtrainer schon von seinem ersten Trainerschein „mit 14, 15 Jahren“ kennt, hält allerdings fest, dass er nicht bereit sei, vier Wochen auf eine Entscheidung zu warten. Bis Montag hat Sekic Zeit, sich zu entscheiden.

Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Hallenfußball-Stadtmeisterschaft

Friers, Hassani, Risse, Faust, Thormann: Die Stimmen zur Auslosung der Stadtmeisterschaft

Ruhr Nachrichten Hallenfußball in Dortmund

Huckarder Derby in Huckarde! Hier gibt‘s alle Gruppen der 36. Hallenfußball-Stadtmeisterschaft