Dennis Drontmann vom ASC 09 Dortmund hat es noch schwerer erwischt als gedacht. Der Rechtsverteidiger selbst spricht nach seiner Knie-OP vom „Worst Case“. Seine Laufbahn ist ernsthaft gefährdet.

Dortmund

, 12.12.2019, 10:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

In den sozialen Medien wurde Anfang der Woche ein Foto gepostet, dass Dennis Drontmann kurz nach der Operation in einer orthopädischen Klinik in Volmarstein bei Wetter zeigt. Mittlerweile ist der 28-Jährige wieder zuhause in Herne. Und wartet.

Sechs bis neun Wochen außer Gefecht

Denn Drontmann hat viel Zeit. Zu viel Zeit. Die nächsten sechs bis neun Wochen kann der Rechtsverteidiger des Fußball-Oberligisten ASC 09 Dortmund gar nichts machen, ist auf Krücken angewiesen. Die Diagnose, die die behandelnden Ärzte abgaben, war eher niederschmetternd.

Der Meniskus war eingerissen, Teile mussten entnommen werden und werden jetzt mit Hilfe von Eigenblut im Labor nachgezüchnet. „Für mich war das der Worst Case, ich habe natürlich gehofft, dass es weniger schlimm sein würde“, kommentierte Drontmann die Situation. Die Saison 2019/20 ist natürlich gelaufen, eventuell ist sogar eine vielversprechende Karriere beendet.

Weitere Operation nötig

Ende Januar wird er erneut operiert, dann wird in Volmarstein der Knorpel wieder eingesetzt. Und dann heißt es wieder warten, geduldig sein und irgendwann mit der Reha beginnen. Und hoffen, dass der neue Knorpel hält, keine Schmerzen bereitet und im Knie keine Reaktionen hervorruft. „Das wird eine lange Zeit, aber wenn ich nicht kämpfe, dann habe ich schon jetzt verloren“, zeigt sich Drontmann zuversichtlich.

Daran denken mag er natürlich nicht. Das Knie müsse fixiert werden, absolute Ruhestellung ist angesagt. „Das ist brutal, du bremst von Hundert auf Null ab“, sagte der Mann, der für seinen vorbildlichen Trainingseinsatz, seinen hundertprozentigen Einsatz beim ASC geschätzt wird.

Drontmann versucht, nicht ins Grübeln zu kommen

Fünfmal die Woche mache er sich auf den Weg von Herne nach Aplerbeck, so Drontmann: „Und jetzt habe ich ganz viel Zeit, darüber nachzudenken, wie es weitergeht. Das ist sehr, sehr ungewohnt, ich versuche aber nicht, ins Grübeln zu kommen, die negativen Gedanken erst gar nicht zuzulassen.“

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Anderseits weiß der gelernte Physiotherapeut aus zahlreichen Behandlungen natürlich genau, was auf ihn zukommt. Das sei einerseits gut, andererseits auch wieder nicht: „Jetzt stehe ich auf der anderen Seite. Jetzt bin ich nicht der Therapeut, sondern der Patient“, sagte Drontmann. Die Nachdenklichkeit ist deutlich zu spüren.

Drontmann war ein Wunschspieler von Adrian Alipour

Vor der OP in Volmarstein hatten ihm die Ärzte noch andere Möglichkeiten angeboten. „Der Knorpel wäre einfach nur geschliffen worden. Aber dann hätte ich mit großer Wahrscheinlich mit 40 Jahren ein neues Knie benötigt“, so der Herner, der vor zwei Jahren vom FC Brünninghausen zum ASC gewechselt war und als Wunschspieler vom damaligen Coach Adrian Alipour galt.

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Für den physisch starken Rechtsverteidiger, der in Aplerbeck Woche für Woche ans Limit ging und so gut wie keine Schwankungen in seiner sportlichen Leistung aufwies, ist es das vorläufige Ende einer langen Odyssee, die im März dieses Jahres begann und wahrscheinlich erst im kommenden Frühjahr enden wird.

Ende offen

Ob diese verletzungsbedingte Irrfahrt gut ausgeht, weiß bislang noch niemand. Ende offen. „Die Ärzt haben mir gesagt, dass die Chancen weiter Fußball zu spielen, bei 50:50 liegen. Es ist also viel zu früh, etwas zu entscheiden. Ich sage mir, ich bin nicht gewillt, komplett aufzuhören. Und selbst wenn ich mit dem Fußball aufhöre, will ich später noch Sport machen können.“

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Was ist eigentlich passiert? Im März hatte er Schmerzen im linken Knie verspürt. Ein erstes MRT hatte ein Schaden am Außenmeniskus ergeben. Ein zweites MRT sorgte dann für etwas Verwirrung. Jetzt war der Innenminiskus lädiert. Irgendwann waren die Schmerzen wieder weg. Bis am 22. September dieses Jahres. „Nach dem Spiel in Hamm - beim Auslaufen - hatte ich stechende Schmerzen im Knie.“

Meniskusknorpel eingerissen

Ein drittes MRT brachte die ganze Wahrheit ans Licht. Der Meniskusknorpel im linken Knie war eingerissen und damit viel schwer beschädigt als zunächst gedacht.

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Doch Drontmann will nicht aufgeben, sondern kämpfen und in der Reha alles geben. Auch wenn der Gedanke, „mit 28 Jahren den Fußball aufzugeben definitiv nicht schön“ sei.

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