Der ASC 09 Dortmund hat sich in den Aufstiegskampf der Fußball-Oberliga zurückgemeldet. Ein schwächelnder Konkurrent hat das möglich gemacht.

Aplerbeck

, 13.05.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stimmen verstummten kurz. Dann jubelten die Spieler des ASC 09 Dortmund lauthals. Stadionsprecher Torsten Casper hatte kurz zuvor das 1:1 des TuS Haltern gegen den FC Gütersloh durch das Mikrofon geschmettert. Nach dem eigenen 3:1 (1:1)-Erfolg gegen Eintracht Rheine liegt der ASC drei Spieltage vor Saisonende der Oberliga-Westfalen nur noch fünf Zähler hinter dem Tabellenzweiten Haltern, der aktuell den zweiten Aufstiegsplatz bekleidet.

„Das Haltern unentschieden gespielt hat, ist natürlich überragend. Das erinnert mich gerade an die letzte Saison, als wir am Ende der Saison Punkte gelassen und den Aufstieg verpasst haben. Jetzt fängt das bei Haltern an“, sagt ASC-Spieler Pierre Szymaniak, der seine Farben schon in der vierten Minute in Führung geschossen hatte.

TuS Haltern bleibt gelassen

Halterns Sportlicher Leiter Sascha Kopschina blieb gestern Abend ganz entspannt: „Den Vorsprung von fünf Punkten bei noch drei Spielen hätte ich in der Winterpause blind unterschrieben und würde es auch noch heute tun. Einen Zitterfuß konnte ich heute bei uns nicht erkennen. Ich mache mir gar keine Sorgen.“

Das klingt optimistisch. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der ASC an den vergangenen drei Spieltagen sieben Zähler auf den TuS Haltern aufgeholt hat. Gegen Rheine gewannen die Aplerbecker jetzt schon zum achten Mal in Serie.

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„Wir haben wieder richtig Spaß an der Saison. Wer hätte denn vor ein paar Wochen gedacht, dass wir noch einmal an den TuS Haltern herankommen, wir lagen zwölf Zähler dahinter“, sagt Aplerbecks Sportlicher Leiter Samir Habibovic.

ASC-Trainer Daniel Sekic fand Güterslohs Ausgleichstreffer in der dritten Minute der Nachspielzeit natürlich „überragend“, appellierte aber gleich an sein Team, keinen Deut nachzulassen und am Mittwoch gegen den TuS Erndtebrück im Waldstadion nachzulegen. Am selben Tag spielt Haltern daheim gegen den Meister FC Schalke 04.

Dann muss der ASC über 90 Minuten so auftreten, wie gegen Rheine in den zweiten 45 Minuten. In denen spielte der ASC seine technische Überlegenheit aus, hatte mehr Ballbesitz und schaltete in der Schlussphase noch einen Gang höher. Die Treffer zum 2:1 durch Kevin Brümmer per Handelfmeter (63.) und das 3:1 von Mike Schäfer (84.) waren die logische Folge.

Der frustrierte Gast, der in der 19. Minute durch Timo Scherping ausgeglichen hatte, war nach dem 1:3 am Boden. Viktor Braininger sah noch nach einem Disput mit dem Schiedsrichterassistenten die Rote Karte (90.).

Der ASC ist für den Endspurt also gewappnet, auch im organisatorischen Bereich. „Die nötigen Bedingungen, die für die Regionalliga-Lizenz an uns gestellt wurden, können wir erfüllen. Es wären ein paar Umbauarbeiten am Stadion nötig. Das ist aber kein Problem“, sagt Habibovic. Als Ausweichstadion für Risikospiele steht das Ischelandstadion in Hagen parat.

„Jetzt müssen wir am Mittwoch auf den S04 hoffen und selbst gegen Erndtebrück gewinnen. Dann hätten wir die Chance, am letzten Spieltag gegen den FC Schalke 04 ein richtiges Finale zu haben“, sagte Habibovic. Ihm fällt es nicht schwer, den Königsblauen die Daumen zu drücken. Er ist S04-Fan – und am Mittwoch mehr denn je.

ASC: Held - Stuhldreier, Friedrich, Buckesfeld, Marth (63. Wolters) -Brümmer, Stieber (88. Rosenkranz), Schäfer, Schaffer (74. Warschewski) - Szymaniak, Podehl Tore: 1:0 Szymaniak (4.), 1:1 Scherping (19.), 2:1 Brümmer (63., HE), 3:1 Schäfer (84.) Bes.Vork.: Rote Karte für Rheines Braininger (90.)
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