Der BVB II ist auf der Suche nach einem neuen Daniel Farke

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Nach dem Aus von Michael Skibbe befindet sich Dortmunds U23-Manager Ingo Preuß auf Trainersuche. Er erklärt das gewünschte Profil des neuen Frontmannes.

Dortmund

, 02.06.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass es für Michael Skibbe bei Borussia Dortmund nicht mehr weitergehen würde, war in den vergangenen Wochen ein offenes Geheimnis. Am Freitag wurde das Ende seiner Amtszeit bestätigt. Somit befindet sich Dortmunds U23-Manager Ingo Preuß nun auch ganz offiziell auf Trainersuche. Eine vereinsinterne Frist, wann die Neuverpflichtung fix sein müsse, sagt er, gebe es nicht.

Eigentlich hatte Skibbe die U23 ab der kommenden Spielzeit anführen sollen. Quasi als letzte Chance, nachdem er sich als Vorgesetzter der U19 dem Vernehmen nach nicht allzu viel Arbeit gemacht hatte. Ins geforderte Profil allerdings passt ein Trainer wie Skibbe nicht wirklich. Das wird deutlich, wenn man Preuß fragt, welchen Typus er denn nun für die U23 suche.

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„Er muss gut sein, soll in der Liga möglichst erfolgreich sein“, sagt der BVB-II-Personalplaner und fügt dann den interessanten Satz hinzu: „Das Format soll sich nicht von den letztjährigen U23-Trainern unterscheiden.“

Seit Sommer 2011 wurden David Wagner (jetzt Schalke 04), Daniel Farke (Norwich City), Jan Siewert (zuletzt Huddersfield Town) und Mike Tullberg (bald BVB-U19) als Cheftrainer engagiert. Alen Terzic muss hier zwar ebenfalls Erwähnung finden, er wirkte allerdings nur interimsweise, war nur Aushilfe nach dem plötzlichen Weggang von Siewert in die Premier League.

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Die von Preuß ausgesuchten Übungsleiter mit Langzeitperspektive eint, dass sie allesamt in recht jungen Jahren zum BVB stießen – und trotzdem bereits unter Beweis gestellt hatten, mit Talenten umgehen zu können. Wagner wie Farke, Siewert und Tullberg arbeiteten zuvor schon als Cheftrainer, höchstens in der Regionalliga (Farke und Siewert), mindestens in der U19-Bundesliga (Wagner und Tullberg). Dem durchschnittlichen BVB-Fan waren sie unbekannt, konnte nicht mit großem Namen protzen.

Zuvorderst Farke, der von November 2015 bis Ende Juni 2017 in schwarzgelber Kleidung seinen Dienst tat, ist vielen Leuten rund um die Borussia dabei noch heute präsent. Als der Trainerstuhl von Profi-Coach Lucien Favre im vergangenen Jahr mal wieder zu wackeln schien, votierte sogar mancher Journalist hinter vorgehaltener Hand für den Mann aus Ostwestfalen. „So ein Typ wie Farke“, hieß es, „der ist nicht nur fußballfachlich sehr gut, der könnte auch die Gelbe Wand mitreißen.“ Mit seiner Emotionalität, mit seinem einnehmenden Wesen.

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Unter dem heute 43-Jährigen, der mit Norwich City sensationell den Aufstieg in die Premier League schaffte und dort derzeit als krasser Außenseiter auf dem letzten Tabellenplatz gelistet ist, stieß der BVB II zum bislang letzten Mal in die höchste Regionalliga-Sphäre vor. Zunächst erreichte Farke mit seinem Team nach imponierendem Schlussspurt einen sehr guten vierten Platz. In der Runde 2016/2017 gelang ihm dann gemeinsam mit seinem Kollegium der hervorragende Sprung auf Position zwei.

Gewiss von Vorteil seinerzeit: Farke konnte eine Kernmannschaft bilden, litt nicht unter der andauernden Zwangsrotation. Siewert wie Tullberg dagegen mussten ihr Personal fast allwöchentlich tauschen. Und auch der kommende Amtsinhaber wird dazu angehalten sein.

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Der Job als BVB-II-Chef ist beileibe kein einfacher. Sollte der neue Frontmann dem ehemaligen U23-Frontmann Farke aber zumindest ähnlich sein, wäre das gewiss kein Nachteil. Allein: Das Leben ist kein Wunschkonzert. Die Phrase sei an dieser Stelle erlaubt. Es gibt doch auch nur einen Jürgen Klopp.

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