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Von den 14 Duellen, die Westfalia Wickede und der Kirchhörder SC seit Beginn der Saison 2010/2011 im Spielbetrieb ausgefochten haben, endete nur eines in einer Punkteteilung. Und jetzt?

Dortmund

, 04.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Auch im Westfalenliga-Derby an diesem Sonntag im Pappelstadion (15 Uhr, Fränkischer Friedhof 75) spielen beide Teams voll auf Sieg: der KSC braucht die drei Punkte, um bei vier noch ausstehenden Spielen und vier Zählern Rückstand auf den FC Lennestadt auf dem ersten Nichtabstiegsplatz eine Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. „Von den vier Spielen müssen wir drei gewinnen“, sagt KSC-Coach Lothar Huber. Die Wickeder dagegen wollen nach langer Durststrecke endlich wieder vor heimischem Publikum im Pappelstadion siegen. „Wir warten schon so lange darauf und das ist die größte Sehnsucht, die wir im Moment haben“, erklärt Trainer Alexander Gocke.

5 Plätze trennen die beiden Dortmunder Klubs in der Tabelle. Nur fünf Plätze – denn mit 34 Punkten hat die Westfalia mehr als doppelt so viele Zähler auf dem Konto wie der Stadtnachbar (16). Doch während die Wickeder auf Rang elf mit einem Sieg den Anschluss an das Mittelfeld der Liga halten kann, wehren sich die Kirchhörder, derzeit auf dem vorletzten Rang, mit allen Mitteln gegen den Abstieg. „Ein Derby ist immer etwas Besonderes, das hat nichts mit dem Tabellenplatz zu tun. Das hat man ja auch bei Dortmund gegen Schalke gesehen“, sagt der frühere BVB-Profi Huber. „Ein Sieg ist für uns Pflicht, sonst reichen die Spiele nicht mehr aus, um genügend Punkte zu holen.“

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1,53 Treffer erzielt die Westfalia in dieser Saison im Schnitt pro Spiel – bislang 40 in 26 Partien. Trainerteam und Mannschaft sind damit „nicht zufrieden“, wie Alexander Gocke erläutert: „Es ist nicht so, dass wir viel zu wenige Chancen herausspielen; wir haben eigentlich gute Möglichkeiten, aber dann fehlt der letzte Ball, oder wenn der kommt, fehlt oft die Durchschlagskraft. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison und muss im nächsten Jahr auf jeden Fall besser werden – und auch für einen Heimsieg gegen Kirchhörde.“ Nur fünf Mannschaften haben ligaweit weniger Tore geschossen, sechs, zählt man den zurückgezogenen TSV Marl-Hüls mit. Doch damit befördern die Wickeder immer noch nahezu doppelt so oft den Ball ins gegnerische Tor wie die Kirchhörder: nur 0,88 Mal trifft der KSC mit dem Runden ins Eckige, 23 Tore in 26 Spielen – kein Team agiert in seinen Angriffsbemühungen bislang harmloser, einer der Hauptgründe für die düstere Tabellensituation des Vorletzten. „Wir haben sicher Probleme im vorderen Bereich“, gibt KSC-Trainer Huber zu, „aber das hat auch Gründe.“ Der KSC hatte viele Verletzungsprobleme. „Christian Wazian war lange verletzt, Marcel Stiepermann ist fünf, sechs Wochen ausgefallen, Rene Richter hat häufiger gefehlt, dann drückt natürlich der Schuh“, erklärt Huber. „Beim 3:0 gegen Schüren am letzten Sonntag hat man gemerkt, dass wichtige Leute wieder dabei waren, wir hatten eine ganz andere Präsenz auf dem Platz. Wäre das vorher passiert, hätten wir uns glaube ich auch nicht so viele Gedanken machen müssen wie derzeit. Das ist nicht der Fall, jetzt müssen wir versuchen, die Klasse zu halten, und dazu haben wir noch die Möglichkeit.“

1,81 Gegentore kassiert die Westfalia in dieser Spielzeit bisher durchschnittlich, oder 47 insgesamt – kein Team, das in der Tabelle noch vor den Wickedern steht, ist defensiv anfälliger. „Insgesamt hatten wir im Großteil der Spiele eine vernünftige Ordnung, aber wir verursachen zu viele Elfmeter und kreieren zu viele einfache Ballverluste“, berichtet Gocke. Dementsprechend wenig glorreich erscheinen die 53 Gegentreffer des Tabellenvorletzten aus Kirchhörde (2,03 im Schnitt); allerdings haben die vier in der Tabelle zwischen Wickede und KSC positionierten Klubs allesamt zwischen 60 (DJK TuS Hordel, 12.) und 74 (FC Lennestadt, 14.) Gegentore auf dem Konto – das Hauptproblem der Kirchhörder lag bislang im Angriff. „Wir müssen spielen wie gegen Schüren: kompakt stehen und Ruhe reinbringen, das hat sich schon am Sonntag ausgezahlt“, sagt Huber.

13 der vergangenen 14 Dortmunder Derby-Duelle zwischen Westfalia und KSC hatten bekanntlich einen Sieger: neunmal kam der aus Wickede, viermal aus Kirchhörde. Das Torverhältnis spricht eine ebenso deutliche Sprache: 26:11, Vorteil Wickede. Von den letzten neun Vergleichen konnte die Westfalia sechs für sich entscheiden, zwei Siege fuhr der KSC ein, das letzte Aufeinandertreffen in der Hinrunde (1:1) war das einzige Remis. Pikant: bis auf die letzte Punkteteilung in Kirchhörde gewann jedes Mal das Heimteam.

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