Der Name Sauer bleibt: Witwe führt den Stall fort

Reitsport: Galopp

Vor knapp zwei Monaten jährte sich erstmals der Todestag von Norbert Sauer. Er gehörte zu den erfolgreichsten Trainern der deutschen Galopp-Geschichte. Sauer wurde am 6. März 2015 von einem Pferd in der Box erdrückt und erlag wenig später seinen schweren Verletzungen.

Dortmund

05.05.2016, 14:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hella Sauer mit dem vierjährigen Wallach Cosmic City. Insgesamt acht Vollblüter trainiert sie in Wambel.

Hella Sauer mit dem vierjährigen Wallach Cosmic City. Insgesamt acht Vollblüter trainiert sie in Wambel.

Seine Erfolge sind unvergessen: 1525 Siege und 13 Titel als Hindernis-Champion. Soweit der Rückblick. Fährt man wenige Tage vor dem ersten Grasbahn-Rennen der Saison in Wambel, das morgen stattfindet, auf das Trainingsgelände, so erlebt man weiterhin aktives Treiben in den Sauer-Stallungen. Der Name Sauer ist geblieben. Doch am Eingang steht nun der Name Hella Sauer, Witwe von Norbert Sauer und über 16 Jahre im Trainergeschäft an seiner Seite.

„Als mein Mann plötzlich verstarb, wagte ich den Sprung ins sprichwörtlich kalte Wasser. Es war ein Versuch, der mich auch über den schmerzlichen Tod von Norbert etwas hinweg gebracht hat“, so Hella Sauer, die im Mai 2015 den Stall übernommen hat.

Acht Pferde

Die Trainerin: „Der Standort in Dortmund sollte erhalten bleiben. Nachdem ich die erforderlichen Prüfungen für eine Trainerlaufbahn absolviert hatte, konnte ich die Arbeit im Sinne meines Mannes fortsetzten.“ Zurzeit betreut Sauer acht Pferde und hat sich auch ein klares Ziel gesteckt: „Mehr als zehn Pferde werde ich nicht trainieren. Die moderne Trainingsarbeit ist sehr zeitaufwendig. Um den Besitzern ein optimales Ergebnis zu präsentieren, bedarf es intensiver Arbeit.“

Es spricht für die Trainerin, dass sie auch das Personal ihres verstorbenen Mannes übernommen hat. Die Auszubildende unter Norbert Sauer, Sabrina Piehl, ist jetzt die rechte Hand der Trainerin und die Futtermeisterin im Sauer-Stall. Hinzu kommen zwei weitere erfahrene Mitarbeiterinnen. Über die Ziele der noch jungen Saison ist eigentlich alles schnell erzählt. Hella Sauer: „Wir haben unser Saisonziel mit drei Siegen bereits erreicht. Alles, was jetzt noch kommt, ist eine willkommene Zugabe und wird selbstverständlich gerne mitgenommen.“

Paradepferd Sussudio

Eines ihrer Paradepferde, der sechsjährige Hengst Sussudio, gewann vor wenigen Wochen auf der Rennbahn Maisons-Laffitte in der Nähe von Paris. Der Hengst siegte überraschend in dem mit 52 000 Euro dotierten Prix Jacques Lafitte über 1 800 Meter. Für Sussudio war es bereits der zweite Sieg in einem französischen Listenrennen in diesem Jahr. Im März hatte sich der Hengst in Saint Cloud durchgesetzt. Hinzu kommt der Sieg von Kanotier. Der achtjährige Hengst siegte im März im Verkaufsrennen im französischen Amiens über 1 650 Meter und verdiente damit 6 500 Euro. Der Hengst ist allerdings nicht mehr im Dortmunder Stall, sondern steht jetzt in Frankreich. Insgesamt 65 000 Euro haben Hella Sauers Pferde 2016 schon eingaloppiert.

Wer die engagierte Jung-Trainerin kennt, weiß, der Hunger im Stall ist noch lange nicht gestillt. „Natürlich wollen wir weitere Siege einfahren.“ Positiv sieht sie den geplanten Neu- und Umbau auf dem Rennbahn-Gelände. „Die Modernisierung wird sicher Vorteile für den Standort Dortmund bringen. Die Verkleinerung der Stallungen sollte Dortmund auch für andere Trainer interessant machen. Allein die Sandbahn spricht für den Standort. Die Trainingsbedingungen sind optimal.“  

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