Der neue ASC 09-Trainer Antonios Kotziampassis: Non-Stop geil auf Fußball

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Antonios Kotziampassis ist ein Fußballverrückter, sein Herz schlägt für Schalke 04. In Dortmund will er den ASC 09 nach oben führen - um einen dritten Abstieg in seiner Karriere zu vermeiden.

Dortmund

, 23.01.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit ich fünf Jahre alt bin, gibt es non-stop Fußball bei mir“, kommt es aus ihm heraus. Er lacht dabei. Antonios Kotziampassis ist Fußballer durch und durch. Erst als Spieler, nun auch als Trainer.

Kotziampassis trainiert den Fußball-Oberligisten ASC 09, den ranghöchsten Amateurklub Dortmunds. Seit Anfang Januar nun. Er soll den Klub wieder in ruhigere Bereiche führen.

Antonios Kotziampassis hat die A-Lizenz und Bundesliga-Erfahrung

Den Aufstieg hatte der ASC zwei Mal hauchzart verpasst, landete die vergangenen beiden Spielzeiten auf dem dritten Platz. Kein Beinbruch für den Aplerbecker Sport-Club. In diesem Jahr sollte der erneute Angriff in den oberen Regionen der Oberliga erfolgen.

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Stattdessen: eine dürftige Hinrunde, die mit Platz 14 ein dürftiges Zwischenresümee mit sich bringt. Daniel Sekic, Trainer zu Beginn der Spielzeit, hat hingeschmissen, dass Projekt mit dem ASC-Kicker Tim Schwarz, einen internen Spieler, an die Seitenlinie zu stellen, fiel ebenfalls ernüchternd aus.

Nun soll es Kotziampassis richten und der ist prächtig ausgestattet: A-Lizenz-Inhaber, mehrere Spielzeiten als Regional- und Oberligaspieler, jahrelang Jugend-Bundesliga trainiert beim Traditionsverein Rot-Weiß Essen.

Samir Habibovic giff für den ASC 09 bei Kotziampassis schnell zu

Es folgten anderthalb Spielzeiten beim Westfalenligisten TuS Sinsen für den Castrop-Rauxeler. „Mit Samir hatte ich losen Kontakt“, berichtet er über seine Verbindung zu Aplerbecks Sportlichem Leiter Samir Habibovic bei einem Event im deutschen Fußballmuseum am Dienstag (21. Januar).

Der neue ASC 09-Trainer Antonios Kotziampassis: Non-Stop geil auf Fußball

Samit Habibovic lotste Antonios Kotziampassis zum ASC 09 in die Fußball-Oberliga. © Stephan Schuetze

Die beiden haben sich hin und wieder ausgetauscht. Mal über Spieler, mal über sportliche Ereignisse. Der Zeitpunkt für ein Engagement von Grieche Kotziampassis hat sich dann perfekt gefügt.

Tim Schwarz wollte nicht mehr in Aplerbeck, Kotziampassis und die Verantwortlichen des TuS Sinsen auch nicht mehr gemeinsam weiterarbeiten, einen sauberen Schnitt in der Winterpause ziehen. So kam der 46-Jährige auf den Markt und Habibovic griff schnell zu.

Eigentlich wollte Kotziampassis beim BVB hospitieren

Für Kotziampassis eine direkte Möglichkeit sein Können wieder unter Beweis zu stellen. Zwar hatte er schon mit BVB-U17-Coach Sebastian Geppert eine Hospitanz vereinbart in seiner fußballfreien Zeit, aber: „Als es bei Sinsen vorbei war, kam der Kontakt zu Samir. Dann ging es schnell, damit hätte ich auch nicht gerechnet.“

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Statt einer Hospitanz beim BVB, gab es für Kotziampassis den Vorbereitungsstart im Dortmunder Südosten. In Aplerbeck muss er schauen, was machbar ist. Er hat sich via Videostudium informiert, wie der ASC zuletzt gespielt hat. Er weiß, dass Aplerbeck unter Adrian Alipour vor allem auf das schnelle und starke Umschaltspiel setzte.

Ganz anders das Spiel unter Daniel Sekic, der in der Hinrunde dieser Saison hinschmiss. Blau-Weiß setzte auf Ballbesitzspiel, gestaltete das Spiel selbst. Kotziampassis will seinen eigenen Weg finden, einen gemeinsamen Nenner zwischen den Spielphilosophien von Alipour und Sekic finden. Aktiv das Spiel gestalten, schnell auf das Geschehen reagieren.

Antonios Kotziampassis ist Fan von Schalke 04

Kotziampassis ist ein Fußballverrückter, das wird eindeutig bei ihm. Er lebt Fußball, er lebt den FC Schalke 04. Seinen Verein, den er unterstützt seitdem er mit fünf Jahren zum ersten Mal im Stadion war, eine Bundesliga-Partie gegen den Hamburger SV sah. Schalke verlor zwar mit 1:3, gewann aber Kotziampassis Leidenschaft als Fan.

Diese Leidenschaft lebt er auch als Trainer aus. 2017 trainierte er gleichzeitig zwei Jugendmannschaften von Rot-Weiß Essen, coachte die U19 und U17 des Traditionsklubs. Am Ende stiegen beide knapp aus der Junioren-Bundesliga ab.

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Mittlerweile Vergangenheit, Aplerbeck ist Kotziampassis Gegenwart und Zukunft, die vor allem sehr Verletzungsreich beginnt. Zahlreiche Spieler fehlen Kotziampassis seit seiner Ankunft. Ein Testspiel der Aplerbecker gegen den Landesligisten Hombrucher SV musste deshalb abgesagt werden.

Die A-Lizenz soll nur ein Zwischenschritt gewesen sein

13 Spieler hätten dem Übungsleiter nur zur Verfügung gestanden. Deutlich zu wenig. Nach und nach will er das Team nun formen, es an seinen Spielstil heranführen. Nach seinem ersten Testspiel als ASC-Trainer, einem 1:1 gegen den Regionalligisten Bonner SC, sagte er: „Die Jungs sind sehr engagiert, sehr geil auf Fußball spielen.“

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So wie er auch, das gefällt ihm. Ein persönliches Ziel von ihm ist es sich weiterzubilden. „Ich würde gerne noch meine Uefa-Pro-Lizenz machen“, sagt er. Doch erstmal steht das Kapitel ASC 09 für ihn an.

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