Der Radsport in Dortmund hat es schwer

Kaum Trainingsmöglichkeiten

DORTMUND Es gab Zeiten, da galt Dortmund als Radsport-Hochburg, nicht nur wegen des Sechstage-Rennens und des Weihnachtspreises in der Westfalenhalle. Doch letztere sind inzwischen Geschichte, und einen Fahrer mit Dortmunder Wurzeln im Kreise der aktuellen Spitzenfahrer sucht man vergebens.

von Von Simon Wegmeyer

, 19.07.2010, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Radsport in Dortmund hat es schwer

In Brackel gibt es noch eins der wenigen Amateur-Rennen in Dortmund.

Bei denjenigen, die den Einstieg in den aktiven Radsport bereits gefunden haben, liegen die Probleme an ganz anderen Stellen. Es gibt in Dortmund nur noch drei nennenswerte Amateurrennen, und auch die Trainingsmöglichkeiten sind ausbaufähig. Einzige echte Trainingsstrecke ist der vor 30 Jahren errichtete, 800 Meter lange Rundkurs am Steinklippenweg mit nur einem minimalen Anstieg, der sogenannten „Niere“. „Eine richtige Radrennbahn fehlt uns in Dortmund“, sagt Noll. Er weiß auch, dass die Organisation weiterer Rennen und eine adäquate Jugendarbeit arbeitsintensiv sind, „da muss man die Leute haben, die sich ehrenamtlich engagieren“. Dies sei mit der Arbeit oft schwer unter einen Hut zu bringen. Obwohl es in Dortmund über 20 Radsportvereine gibt, besitzen nur noch wenige Vereine eine Rennsportabteilung. Die meisten engagieren sich hauptsächlich im Breitensport.

Hinzu kommt der schlechte Ruf, den der Radsport im Moment in Deutschland besitzt. „Wenn die Menschen von Radsport hören, denken sie zunächst an Doping“, erklärt Noll. Inzwischen gibt es Kontrollen sogar im Amateurbereich. Das zeigt, dass das Übel an der Wurzel gepackt werden soll, doch erschweren immer neue Verdächtigungen die Sponsorensuche zur Finanzierung neuer Rennen, „wobei Amateurveranstaltungen gar nicht so kostenintensiv sind“, wie Jochen Noll weiß. Bei allen Schwierigkeiten gibt es auch Lichtblicke. Tim Gebauer (RSV Dortmund-Nord) hat in diesem Jahr seine ersten Rundfahrten absolviert und fährt in der Bundesliga für das NRW-Team. Christoph Schübbe (Sturm Hombruch) ist bereits erfolgreich in der U23-Klasse aktiv. Die Erfolge der glanzvollen Tage der 1980er Jahren scheinen allerdings in diesen für den Radsport schweren Tagen unerreichbar.

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