Der TV Hörde feiert den Aufstieg - doch die Zukunft in der 3. Liga ist noch offen

rnTV Hörde Volleyball

Sportlich haben die Frauen des TV Hörde den Aufstieg aus der Regionalliga geschafft. Der Verein will den Schritt in die 3. Liga gehen. Doch ob er dazu in der Lage ist, ist noch völlig offen.

Dortmund

, 12.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Seit dem vergangenen Wochenende kann keine Rede mehr sein von „Gekommen, um zu bleiben“. Zumindest sportlich hat sich das Saison-Motto, das sich die Regionalliga-Frauen des TV Hörde vor der Spielzeit gaben, längst überholt. Früh zeichnete sich ab, dass mehr für die Oberliga-Aufsteiger drin sein würde in dieser Saison als „nur“ der Klassenerhalt. Im Gegenteil: Drei Spiele vor dem Saisonende heißt es Durchmarsch statt Ligaverbleib. Der 3:1-Sieg beim VC Eintracht Geldern beseitigte letzte Zweifel.

Sportlich sind die TVH-Frauen also mehr als nur im Soll. Doch ob der Aufstieg auch realisiert wird? Das steht auf einem ganz anderen Blatt. Denn noch ist alles andere als klar, ob die Mannschaft vom Phoenix-See auch die 3. Liga aufmischt.

Vor allem finanziell gesehen bedeutet die höhere Spielklasse eine Herausforderung.

„Mit der 3. Liga kommen auch höhere Kosten auf den Verein zu, allein mit Lizensierungsgebühren und weiteren Fahrten ist das eine ganz andere Nummer“, sagt TVH-Abteilungsvorstand Bernd Janssen. Die Hörder Verantwortlichen wollen jedenfalls alles geben, um die 3. Liga auch für die Frauen möglich zu machen.

Die Spielerinnen wünschen sich den Aufstieg

Der Aufstiegswunsch ist vorhanden. Trainerin Sanni Köster würde die Chance auf die nächste Spielklasse gerne wahrnehmen. „Für die Mädchen wäre das wunderbar“, sagte sie bereits vor einigen Tagen im Gespräch mit dieser Redaktion. Die Mannschaft stimmt in diesen Tenor mit ein. „Der Aufstiegswunsch ist bei allen Spielerinnen groß“, sagt Team-Kapitänin Helen Rauscher, „alle haben richtig Bock darauf, auch wenn es schwierig wird, den Aufstieg zu stemmen.“

Janssen würde dem Team den Wunsch gerne erfüllen: „Wir werden alles daran setzen, den Aufstieg zu realisieren. Dann wären wir der einzige Verein in Nordrhein-Westfalen, der mit Männern und Frauen in der 3. Liga spielt. Das wäre schon etwas Besonderes. Wir wollen dieses positive Zeichen unbedingt setzen.“

Nach dem gewonnenen Spiel in Geldern und dem damit feststehenden Aufstieg verschwendete die Mannschaft erst einmal keinen Gedanken daran, dass es mit dem Aufstieg nicht klappen könnte. Die Erleichterung über das sportlich Erreichte überwog. Jetzt wird das Team diesen Gedanken aber nicht mehr beiseiteschieben können. Die Hoffnung lebt, dass die Frauen bald ebenso wie die erste Herrenmannschaft in der 3. Liga antreten.

TVH-Vorstand will alles für den Aufstieg tun

Aber was, wenn es nicht klappt? Fair klingt es nicht gerade, dürften die Männer in der 3. Liga antreten, die Frauen aber nicht. Sportlich haben sich schließlich beide qualifiziert. Für die Frauen wäre das nicht besonders problematisch, verriet Rauscher. „Wir haben ein gutes Verhältnis“, sagt die Mittelblockerin, „Es gibt keine negativen Gefühle gegenüber den Männern, im Gegenteil: Wir haben die Meisterschaft zusammen gefeiert. Und außerdem: Was sollen wir machen? Wir können ja jetzt nicht eine andere Mannschaft absteigen lassen, nur damit wir in der 3. Liga antreten können.“ Ein wenig traurig wäre sie aber schon, sollte es mit dem Aufstieg nicht klappen, gibt Rauscher zu.

Der Vorstand verspricht immerhin sein Möglichstes zu tun, damit es mit der 3. Liga klappt. „Ich bin mit meinem Vorstandskollegen Christoph Brücher dabei, neue Partner anzuwerben“, sagt Janssen. Und auch Rauscher, die in die Vorstandsarbeit miteingebunden ist, hofft auf ein gutes Ende, aber: „Wir brauchen einen neuen Hauptsponsor. Im Augenblick rechnen wir uns die Finger wund.“

Und wie stehen nun die Chancen, dass TVH-Frauen kommende Saison in der 3. Liga aufschlagen? „Für Prognosen ist es noch zu früh“, meint Janssen. Noch ist also offen, ob die TVH-Volleyballerinnen aufsteigen oder erneut in der Regionalliga antreten. Sportlich wäre das schade, denn „Gekommen, um zu bleiben“ hat schon lange keinen Bestand mehr.

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