Derby gegen Schüren: Kirchhördes Durststrecke soll nach sieben Jahren endlich enden

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Vor sieben Jahren hat der Kirchhörder SC letztmalig gegen den BSV Schüren gewonnen. Holt der KSC auch am Sonntag keine drei Punkte, dürfte es das letzte Derby für längere Zeit gewesen sein.

Dortmund

, 27.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Beim Kirchhörder SC würden sie die Uhr am Sonntag wohl nur allzu gern zurückdrehen. Sieben Jahre, um genau zu sein. Denn damals, am 28. Mai 2012, gewann der KSC letztmalig ein Derby gegen den BSV Schüren. 2:0 stand es an jenem Pfingstmontag nach 90 Minuten Bezirksliga-Fußball, Majid Shaker und Mustafa Erdogan hießen die Torschützen des KSC. Seitdem trafen die heutigen Westfalenligisten in Pflicht- und Freundschaftsspielen nur noch sechs Mal aufeinander – sechs Mal behielt Schüren dabei die Oberhand.

„Es wird mal wieder Zeit für einen Sieg“, sagt Kai Gräfenkämper, Sportlicher Leiter des KSC mit Blick auf das Spiel am Sonntag (15 Uhr, Kobbendelle 6, 44229 Dortmund). „Wenn wir noch etwas mit dem Nichtabstieg zu tun haben wollen, dann müssen wir auch gewinnen.“

Ein Erfolg ist aus Sicht der Kirchhörder alternativlos: Bereits sieben Punkte Rückstand beträgt der Rückstand zum Relegationsplatz 14, den aktuell der FC Lennestadt mit 20 Zählern innehat. „Für uns ist das Derby gegen Schüren ein Alles-oder-nichts-Spiel“, sagt Gräfenkämper. Bleiben die Gastgeber ohne Sieg, „wird es sehr, sehr schwierig, Lennestadt noch einzuholen“.

Schüren das Zünglein an der Waage

Das sieht auch Arthur Matlik, Trainer des BSV Schüren, so. „Ich denke, für Kirchhörde steht noch mehr auf dem Spiel als für uns“, sagt er. „Natürlich brauchen wir die Punkte auch, aber für den KSC ist es fast schon die letzte Chance. Und wir werden das Zünglein an der Waage sein.“

Kai Gräfenkämper war 2012 übrigens selbst Teil der siegreichen Kirchhörder Mannschaft, kennt also das Gefühl eines Sieges gegen den BSV Schüren und die außergewöhnliche Atmosphäre beim Aufeinandertreffen zweier Dortmunder Teams. „So ein Derby ist ja immer etwas besonderes“, sagt der Sportliche Leiter, der damals Kapitän des KSC war. „Man kennt ja die meisten Jungs von den Sportplätzen oder vom Partymachen. Aber in solchen Spielen muss die Freundschaft dann mal für 90 Minuten ruhen.“

Zwei Spieler, die wie Gräfenkämper vor sieben Jahren ebenfalls über den Platz an der Kobbendelle wetzten, stehen heute in Schüren unter Vertrag: Mohamed El Moudni und Kevin Franzen. El Moudni kickte bereits 2012 für den BSV, Franzen kämpfte damals noch mit Kirchhörde um den Aufstieg in die Landesliga. An den besagten 2:0-Sieg könne er sich dabei gar nicht mehr so gut erinnern, sagt er. Dafür aber umso besser an der vorletzten KSC-Erfolg im Derby gegen Schüren.

Franzen wird zum Held des Derbys

Franzen, damals 21 Jahre alt, lag mit einer Magenschleimhaut-Entzündung im Krankenhaus, wurde erst einen Tag vor dem Derby aus der Klinik entlassen. „Unser Trainer Adrian Alipour hat mich dann sofort angerufen und gefragt: ‚Junge, wie sieht’s aus mit morgen?‘ Und ich habe ihm dann geantwortet: ‚Nicht so gut.‘“

Franzen, der insgesamt sieben Jahre für den KSC spielte, absolvierte am Morgen des 6. Novembers 2011 dann doch ein paar Laufeinheiten – und gab schließlich Grünes Licht. Am Ende stand der heute 27-Jährige 80 Minuten lang auf dem Feld – und stieg vier Minuten vor seiner Auswechslung tatsächlich zum umjubelten Derby-Helden auf. Franzen erzielte das Tor des Tages, Kirchhörde siegte mit 1:0.

Mit demselben Ergebnis, nur diesmal für den BSV Schüren, würde er sich auch am Sonntag zufriedengeben. Selbst wenn es seinen alten Verein in noch größere Abstiegsturbulenzen bringen würde. „Wir brauchen die Punkte ja selbst dringend“, sagt Franzen. Schüren steht mit 21 Punkten als Tabellen-13. zwar über dem Strich, aber eben auch nur einen mageren Zähler.

Zusätzliche Brisanz

„Die sportliche Situation beider Mannschaft bringt noch einmal zusätzlich Brisanz mit rein“, sagt Franzen. Und so dürften altbewährte Tugenden wie Kratzen, Kämpfen, Beißen auch am Sonntag eine gewichtige Rolle spielen. „Wer meint, man könnte da was mit Schönwetterfußball ausrichten, der liegt falsch“, sagt er.

Kai Gräfenkämper, früher kompromissloser Innenverteidiger, teilt diese Meinung. „Ich brauche keinen 5:4-Sieg“, sagt er. „Mir reicht auch ein 1:0. Egal, wie es zustande kommt.“ Gerne auch so wie vor sieben Jahren.

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