Deutschlandachter könnte schon im Oktober den ersten Titel nach Corona holen

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Große Vorfreude im Deutschlandachter: Schlagmann Hannes Ocik und Co haben beim Training in Dortmund hat endlich wieder ein Ziel vor Augen - die EM in Polen.

Dortmund

, 22.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wo verbringen Deutschlands beste Riemen-Ruderer bevorzugt ihren Urlaub? Am Wasser natürlich! Die zweiwöchigen Ferien an europäischen Meeren und Seen zum Seele baumeln lassen und Akkus aufladen sind vorbei, am Dortmund-Ems-Kanal ist wieder harte Arbeit angesagt, denn das Team Deutschlandachter hat nach Monaten der Ungewissheit endlich wieder ein sportliches Ziel in diesem Jahr: Der Ruder-Weltverband bestätigte nun die Austragung der Europameisterschaft im polnischen Posen vom 9. bis 11. Oktober. Am Dortmunder Stützpunkt war das Aufatmen laut hörbar.

„Nach Wochen und Monaten, in denen wir ins Blaue trainiert haben, sind die Erleichterung und Vorfreude riesig. Jetzt gibt das Training wieder einen richtigen Sinn. Man hat innerhalb der Trainingsgruppe sofort einen gewissen Motivationsschub gespürt“, sagte Achter-Schlagmann Hannes Ocik, der sich am Strand von Fuerteventura erholt hat.

EM ohne Zuschauer: „Die Gesundheit geht vor“

Dass die EM Corona-bedingt ohne Zuschauer stattfindet, sei schade, aber: „Die Gesundheit geht vor. Wir können froh sein, dass wir überhaupt eine Regatta fahren können. Wir hoffen, dass die Rennen übertragen werden und die Fans dann wenigstens am Laptop oder vor dem TV mitfiebern können“, so Ocik. Das deutsche Paradeboot tritt auf dem Maltasee in Posen als Titelverteidiger an, nichts weniger als die Goldmedaille soll auch im Oktober wieder an den kräftigen Hälsen seiner Kollegen baumeln.

Auch Bundestrainer Uwe Bender, der seine Schützlinge ohne Trainingspläne in den Urlaub geschickt und selbst eine Fahrradtour entlang des Rheins unternommen hatte („Es hat uns allen, inklusive mir selbst, ganz gut getan, ganz abzuschalten“), vernahm die frohe Kunde des Weltverbandes und begrüßte vor einer Woche gut gelaunte, erholte und hoch motivierte Athleten am Dortmunder Bootshaus.

„Ich konnte alle gesund zurück begrüßen. Wir sind dann am ersten Tag direkt ins Krafttraining eingestiegen. Da wird der eine oder andere sicherlich Muskelkater bekommen haben. Wir werden ein, zwei Wochen brauchen, um wieder richtig reinzukommen, aber wir können auf einem relativ hohen Niveau einsteigen und werden in Richtung EM in den vollen Modus kommen“, berichtet Bender.

Deutschlandachter gewöhnt sich an sein neues Flaggschiff

Die Leistungs-Überprüfungen vor dem Kurzurlaub in Ratzeburg waren vielversprechend, das Großboot konnte sich in den Relationsrennen gegen andere Bootsklassen stark präsentieren. Inzwischen hat der von seiner Schulter-Operation genesene Olaf Roggensack wieder seinen Rollsitz im Achter eingenommen, die starke „Vertretung“ Maximilian Planer ist in den neuformierten Vierer gerückt, da der Dorstener Christoph Reinhardt und der Münsteraner Felix Brummel in der Zwischenzeit aus dem Team Deutschlandachter ausgeschieden sind.

Gerade gewöhnt sich die Großboot-Besatzung an ihr neues, mit Spezial-Auslegern bestücktes grünes Flaggschiff, das seine Besatzung zu neuen Erfolgen führen soll. Welche Nationen sich diesem Ansinnen bei der Europameisterschaft in den Weg stellen werden, ist noch nicht ganz klar. Der Titelverteidiger selbst rechnet zumindest mit Vize-Weltmeister Niederlande, Rumänien und Gastgeber Polen. „Das wäre ein richtiger Maßstab, dem wir dann auch gerecht werden müssen. Wir geben Gas“, versprach Schlagmann Hannes Ocik.

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