Die Eisadler Dortmund wollen ihren Meisterschaftstraum am Leben halten

rnEishockey Landesliga NRW

Das Spitzenspiel vor der Brust, die Aufstiegsrunde im Kopf: Die Eisadler Dortmund reisen am Samstag zum Spitzenreiter Wiehl und wollen ihre Minimalchance auf die Meisterschaft wahren.

Dortmund

, 01.02.2019, 06:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei den Eisadlern haben sie gerade damit angefangen, ein wenig zu träumen. Und zu rechnen. Theoretisch liege Platz eins ja durchaus noch im Bereich des Möglichen, sagt Bernd Schnieder, Vorsitzender des Eishockey-Landesligisten, mit Blick auf die Tabelle. „Die Meisterschaft zu holen, das wäre schon ein Traum.“

Nach 14 Spieltagen haben sich die Eisadler mit 36 Punkten auf Platz zwei eingenistet. Fünf Zähler beträgt der Rückstand auf den bislang noch ungeschlagenen Tabellenführer TuS Wiehl (41). Am Samstag nun kommt es zum Spitzenspiel beim Spitzenreiter. Den Rechenschieber brauchen die Verantwortlichen bei noch zwei ausstehenden Spielen aber nicht zu bemühen. „Um überhaupt eine Chance auf Platz eins zu haben, müssen wir dort gewinnen“, sagt Trainer Waldemar Banaszak. „Und wir wollen Revanche für das 4:6 im Hinspiel nehmen.“

Mit einem Erfolg würden die Eisadler zunächst auf zwei Zähler an Wiehl heranrücken. Einfache Mathematik. Und dann müsste Wiehl am letzten Spieltag weitere Punkte gegen den ESV Bergisch Gladbach, immerhin Dritter der Landesliga, liegen lassen. Immer vorausgesetzt, die Eisadler gewinnen ihr abschließendes Spiel gegen den EHC Troisdorf (4./26).

Beste Abwehr der Landesliga NRW

Sein Herz sage ihm, „dass wir gewinnen“, sagt Bernd Schnieder. Auch wenn Wiehl natürlich eine „gute Mannschaft“ habe und die Aufgabe „außerordentlich schwer“ werden wird. Was den Vorsitzenden dennoch optimistisch stimmt, ist das Vertrauen in die eigene Stärke und in die eigene Defensive. Nur 28 Gegentore mussten die Eisadler in dieser Saison hinnehmen. Besser stand keine Abwehr in der Liga. „Das ist unser Trumpf“, sagt Schnieder, und Banaszak betont: „Wir sind defensiv das beste Team.“

Träumen ist also erlaubt. Auch wenn Schnieder, 71 Jahre alt, eigentlich gar kein so großer Träumer ist, sondern in der Regel ein Mann, der Aufgaben eher mit einer realistischen Herangehensweise abarbeitet. Spricht man mit dem Vorsitzenden über ein mögliches Aufstiegsszenario, wird schnell deutlich, dass er trotz des Dortmunder Höhenflugs nicht gewillt ist, irgendwelche Luftschlösser zu errichten, die vielleicht ein Jahr später genauso schnell wieder einstürzen könnten.

Wie soll ein Verein, der Landesliga spielt, überhaupt nach oben kommen, wenn sich in einer Stadt fast alles nur noch um den BVB dreht und man keine Sponsoren findet?

„Stand heute dürfte eine Regionalliga-Saison von den finanziellen Gesichtspunkten her für uns nur schwierig zu stemmen sein“, sagt Schnieder, der eifrig darum bemüht ist, neue Gelder für den Verein zu akquirieren. In den vergangenen Wochen habe er mehrere Gespräche mit potenziellen Sponsoren geführt. Das Ergebnis allerdings fiel ernüchternd und frustrierend aus. Er habe „viele Absagen“ erhalten, sagt Schnieder. „Wie soll ein Verein, der Landesliga spielt, überhaupt nach oben kommen, wenn sich in einer Stadt fast alles nur noch um den BVB dreht und man keine Sponsoren findet?“

Eisadler treffen auf zwei Regionalligisten

Noch ist der Aufstieg ja ohnehin nur ein Traum, und wer weiß, ob er sich am Ende überhaupt realisieren lässt. Sportlich haben sich die Eisadler aber zumindest schon mal für die Aufstiegsrunde qualifiziert. Die ersten Vier der Landesliga, derzeit Wiehl, Dortmund, Bergisch Gladbach und Troisdorf, treffen dabei auf die beiden Letzten der Regionalliga West, die Luchse Lauterbach und die Löwen Frankfurt 1b.

Alle Teams starten mit null Punkten, jeder spielt gegen jeden, es gibt Hin- und Rückspiele. Terminiert sind die Partien noch nicht. Das machen die Vereine unter sich aus, wie Björn Breuer, Ligenleiter Landesliga NRW, erklärt. „Wir reden hier ja nicht von der DEL, sondern von Mannschaften, bei den die Spieler auch noch Berufe ausüben. Da macht es keinen Sinn, einen festen Rahmenkalender vorzugeben.“ Die Eisadler wollen ihre Spiele bis Ende kommender Woche abgesprochen haben.

Wir werden sehen, wie weit wir schon sind.

Die Aufstiegsrunde soll für den Landesliga-Zweiten als Standortbestimmung dienen. „Wir werden sehen, wie weit wir schon sind“, sagt Banaszek, der eine weitere Saison in der Landesliga angesichts der Voraussetzungen für durchaus sinnvoll hält. Heute schon Gedanken an die Regionalliga zu verschwenden, sei daher zu früh, so der Trainer. „Wir wollen uns vernünftig verkaufen.“ Alles darüber hinaus ist erstmal Träumerei.

Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Hallenfußball in Dortmund
Huckarder Derby in Huckarde! Hier gibt‘s alle Gruppen der 36. Hallenfußball-Stadtmeisterschaft