Die Krise bei Fußball-Westfalenligist Kirchhörder SC hat sich durch das 0:1 gegen Schüren weiter verschärft. Ein Abstieg hätte wohl weitreichende Folgen.

Kirchhörde

, 05.11.2018, 19:34 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sollte es beim Kirchhörder SC nach zuvor sieben Pflichtspielniederlagen in Serie zumindest noch so etwas wie einen Funken Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis gegeben haben, dürfte auch dieser spätestens seit Sonntag zumindest vorläufig erloschen sein. „Das war Not gegen Elend“, sagte Jörg Mielers über das 0:1 im Krisenduell beim Westfalenliga-Schlusslicht BSV Schüren und wurde dann noch etwas konkreter. „Schüren“, präzisierte der Sportliche Leiter des KSC am Montag, „war Not. Wir waren Elend.“ Selbst 60 Minuten Überzahl halfen den völlig verunsicherten Kirchhördern nicht. Stattdessen setzte es Niederlage Nummer acht, der Klub rutschte mit acht Punkten, allesamt geholt aus den ersten fünf Spielen, auf den vorletzten Rang.

Kein Glaube an eine erneute Aufholjagd beim KSC

„Man hat gedacht, dass das letzte Jahre hier schon wirklich schlimm war“, sagte Torwart Oliver Roll. „Aber im Moment ist es, und das hätte ich mir nicht wirklich vorstellen können, tatsächlich noch schlimmer.“ Die Erinnerungen an die vergangene Saison, als der KSC den Abstieg nur dank einer sensationellen Rückrunde noch abgewendet hat, sind präsenter denn je. Nur: „So eine Aufholjagd wie damals wird es wohl nicht noch einmal geben“, glaubt Trainer Lothar Huber. Auch Mielers kann sich eine Wiederholung des Kirchhörder Märchens „nicht ernsthaft vorstellen. Für uns geht es bis Dezember einzig darum, den Abstand zu den Nichtsabstiegsplätzen nicht zu groß werden zu lassen.“ Denn eines sei klar: „Wenn wir absteigen, wird es bei unseren Mitteln kaum zu schaffen sein, schnell wieder in die Westfalenliga zurückzukehren.“

Die Krise bei Fußball-Westfalenligist Kirchhörder SC verschärft sich immer weiter

KSC-Torwart Oliver Roll kritisiert die Einstellung einiger seiner Mitspieler. © Schaper

Mannschaft und Verantwortliche sind sich ihrer misslichen Lage also sehr wohl bewusst. „Nichtsdestotrotz muss man sagen, dass es bei einigen Spielern auch ein bisschen an der Einstellung liegt“, sagte Roll. Das mache sich in der Trainingsbeteiligung deutlich. Aber auch am „Umgang mit Verletzungen und Wehwehchen“. Noch vor dem Spiel gegen Schüren trafen sich die Spieler, um eben diese Dinge zu besprechen. In den 90 Minuten am Sonntag war von den guten Vorsätzen allerdings nichts mehr zu spüren. „Wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, erklärte Roll.

Mielers appelliert an die erfahrenen Spieler

Wer nach den Gründen für die Krise fragt, „und wir befinden uns definitiv in einer Krise“, wie Huber betont, erhält eine Vielzahl an Antworten. Da wären unter anderem die erfahrenen Spieler. „Ich verlange von ihnen einfach, dass sie das Ruder mehr an sich reißen und sich nicht verstecken“, sagte Mielers. Namen nennt er dabei keine, gemeint sein dürften aber Spieler wie Sascha Rammel, Markus Scherff oder Mustafa Yüksel. Auch Huber sagte: „Ich kann von den Jungen nicht verlangen, dass sie das Team führen. Aber auch sie müssen lernen, mal richtig auszuteilen.“

Dazu kommen „fehlendes Selbstvertrauen“ (Huber) und das „fehlende Spielglück“ (Huber, Roll), das ebenfalls immer wieder thematisiert wird. Genau wie der Ausfall von Christian Wazian (Schambein), in der vergangenen Saison mit 19 Treffern Toptorjäger des KSC. „Seine Tore fehlen uns einfach in diesem Jahr“, sagt Huber. Weil auch Rene Richter lange Zeit fehlte, war der Trainer dazu gezwungen, Rammel und Scherff vorübergehend in den Angriff zu versetzen. „Sie haben das gut gemacht, aber man muss eben auch klar sagen, dass sie eher Mittelfeldspieler als Stürmer sind“, so Huber. Richter kämpft schon seit Saisonbeginn immer wieder mit Verletzungen. Gegen Schüren traf es ihn nun erneut. Eine genaue Diagnose steht noch aus. „Wir hoffen aber, dass es nur eine schwere Prellung ist“, sagt Mielers. Ebenfalls schmerzhaft sei die lange Sperre von Dimitrios Kalpakidis.

Kirchhörde sucht nach Verstärkungen

Der Verein sucht angesichts der Offensivschwäche des Teams (nur elf Tore in der Liga) nach potenziellen Neuzugängen. „Wir schauen uns nach Verstärkungen um. Vor allem im Angriff. Aber auch in der Defensive“, sagt Mielers. Zumal der KSC in dieser Saison auch noch nicht einmal zu Null gespielt hat. Gegen Schüren, sagt Oliver Roll, „hatte man zumindest lange das Gefühl, dass es endlich mal klappen könnte“. Am Ende klappte es bekanntlich nicht, „was schon sehr weh tut“, so Roll. Der Torhüter des KSC will das allerdings weniger an seinen Vorderleuten festmachen, als an der Mannschaft im Ganzen. „Da nehme ich mich nicht raus. Wenn man Tore kassiert, ist man als Torwart halt immer auch mit in der Verantwortung. Egal ob es ein haltbarer Ball war oder ein unhaltbarer. Man spielt ja auch als Torwart nicht alleine zu Null.“

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Fußball, Westfalenliga: BSV Schüren - Kirchhörder SC 1:0 (0:0)

05.11.2018
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Bilder vom Fußball-Westfalenligaderby zwischen dem BSV Schüren und dem Kirchhörder SC.© © Schaper
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Der Keeper übrigens hat die Hoffnung noch nicht verloren. „Es gibt noch ausreichend Spiele, um die Situation für uns positiv zu gestalten“, sagt er. Für den KSC gehe es nun zunächst darum, bis zum Winter so viele Punkte wie möglich einzufahren. Und dann könne man die Winterpause „einfach mal dazu nutzen, sich auszukurieren und sich selbst zu reflektieren: Was möchte ich hier erreichen? Oder was für eine Rolle habe ich hier im Team?“

Huber erwartet Einsatz

Auch Lothar Huber hat längst noch nicht aufgegeben. „Die Mannschaft hat den Wille, wir müssen uns das Quäntchen Glück nur endlich wieder erarbeiten“, sagt der KSC-Trainer. Allerdings erwarte er für die Zukunft, „dass sich Mannschaft wieder richtig zerreißt und aggressiv zu Werke geht“. So wie es der BSV Schüren am Sonntag vorgemacht hat.

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