Dividende in Sicht: KGaA macht 9,5 Millionen Euro Gewinn

Hauptversammlung

Jahrelang vertröstete Hans-Joachim Watzke die BVB-Aktionäre. Immer wieder teilte er ihnen mit, noch werde die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA keine Dividende an ihre Aktionäre zahlen. Am Montag, während der Hauptversammlung in der Westfalenhalle 2, dann die Kehrtwende: Nach dem Geschäftsjahr 2011/12 winkt sie, die Dividende!

DORTMUND

21.11.2011, 17:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
KGaA-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke präsentierte sich gestern als launiger Redner.

KGaA-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke präsentierte sich gestern als launiger Redner.

Sein Geschäftsführer-Kollege Thomas Treß erklärte, eine Dividenden-Auszahlung werde die aktuelle Bundesliga-Mannschaft schwächen. Finanzielle Mittel würden stärker gebunden. Die deutlichen Mehreinnahmen im Vergleich zum Vorjahr in den Bereichen Werbung (+ 11 Millionen Euro) und TV-Vermarktung (+ 10 Mio. Euro) sind Hauptgrund dafür, dass die Kommanditgesellschaft einen Gewinn von 9,539 Millionen Euro (Vorjahr: Minus 2,787 Millionen Euro) erwirtschaftet hat (wir berichteten ausführlich). „Das hat natürlich mit unserem sportlichen Erfolg zutun“, sagte Watzke. Der Geschäftsführer hielt eine launische Rede, wies darauf hin, dass der Branchenriese FC Bayern München in der vergangenen Woche lediglich einen Jahresüberschuss in Höhe von 1,3 Millionen Euro präsentiert habe und der englische Tabellenführer Manchester City in einem Jahr ein 228-MillionenMinus angehäuft hatte.

Die KGaA-Aufsichtsratsmitglieder und politischen Wirtschaftsexperten Friedrich Merz und Peer Steinbrück lachten herzhaft, als Watzke anmerkte, die wirtschaftliche Kompetenz innerhalb des Aufsichtsrates müsse sich nicht hinter der der Bundesregierung verstecken. Nicht nur die KGaA ist finanzieller Nutznießer des sportlichen Erfolges, auch deren Geschäftsführer Watzke und Treß. Watzke verdoppelte seine Bezüge im abgeschlossenen Geschäftsjahr. 1,319 Millionen Euro verdiente er, im Jahr zuvor waren es 616 000 Euro. Treß steigerte sein Salär von 444  000 auf 791  000 Euro.

Beide erhielten auf dem finanziellen Erfolg basierende Boni. Watzke kassierte sogar noch einen zweiten Bonus – wegen des sportlichen Triumphzuges, der in der siebten Deutschen Meisterschaft gipfelte. Die Zukunftsprognosen sind offenbar positiv: Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Watzke sogar dann einen Gewinn von rund zehn Millionen Euro, wenn das Team am Ende der Spielzeit lediglich in die Europa League einzieht, in der aktuellen Champions-League-Gruppe als Vierter ausscheiden und das Pokalachtelfinale gegen Fortuna Düsseldorf verlieren würde. Die BVB-Aktie, mit der Anleger in jüngerer Vergangenheit Gewinne erzielen konnten (Watzke: „Das ist neu“), reagierte am Montag auf die Dividenden-Ankündigung mit einem satten Plus in Höhe von 4,5 Prozent.

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