Dmitrenko: "Heimat ist ein schwieriger Begriff"

Serie "Heimatgefühle"

Dortmunds Vereine leben seit jeher Integration. Aktive und Trainer aus aller Herren Länder bereichern unsere Sportlandschaft. Wir stellen künftig die immer gleichen Fragen rund um das Thema Heimat an Sportler, die nicht in Dortmund geboren sind. Diesmal mit Irina Dmitrenko.

DORTMUND

01.01.2016 / Lesedauer: 2 min
Dmitrenko: "Heimat ist ein schwieriger Begriff"

Irina Dmitrenko, Trainerin für Rhythmische Sportgymnastik beim TSC Eintracht, versteht unter dem Begriff "Heimat" mehrere Bezugspunkte.

Was ist für Sie Heimat?

Das ist ein ganz schwieriger Begriff. Zum einen ist es der Ort, an dem mein Familienkreis ist. Zum anderen ist es der Ort, an dem ich aufgewachsen bin, also die große UDSSR. Zu meiner aktiven Zeit in der Rhythmischen Sportgymnastik bin ich mit dem Nationalteam viel herumgereist, daher würde ich sagen, dass das gesamte Land meine Heimat ist. 

  Was ist typisch deutsch?

Innere Organisation, Verbindlichkeit und Hilfsbereitschaft. Viele Deutsche sind sehr organisiert, was sich zum Beispiel gut am Thema Pünktlichkeit erkennen lässt. Die Hilfsbereitschaft durfte ich bei meiner Ankunft in Deutschland erleben, aber noch heute fällt mir das immer wieder positiv auf.

  Was ist inzwischen an Ihnen typisch deutsch?

Wenn Aussagen getroffen werden, müssen diese auch eingehalten werden. 

  Gibt es etwas aus Ihrem Geburtsland, das sie in Deutschland vermissen?

Da meine Familie und einige Freunde über die Jahre auch nach Deutschland gezogen sind vermisse ich nicht viel. Etwas fehlt mir die Heimatkultur, wie zum Beispiel die Musik und ein paar kulturelle Anlässe.

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  Was schätzen Sie an Ihrer zweiten Heimat?

Mit meinen Mädchen bin ich viel auf Wettkämpfen im Ausland unterwegs und wenn wir wieder nach Deutschland kommen, fällt mir die Sauberkeit hier auf. Egal ob auf der Straße oder auf den Toiletten, Deutschland ist sauberer als andere Länder.

  Gibt es ein Sprichwort oder ein Leitmotto, das Ihr Leben begleitet?

Mach alles was du kannst, dann wirst du deine Ziele erreichen. 

 

Kurzporträt: Irina Dmitrenko (55), geboren am 05.12.1960 in Charkov (Ukraine), kam 1994 mit ihrem Mann und ihrem Sohn nach Deutschland. Ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, bekam sie über Kontakte aus ihrer aktiven Zeit als Sportlerin bereits nach zwei Tagen einen Trainerjob in der Rhythmischen Sportgymnastik in Schwerte. 1995 wurde die Familie in Dortmund heimisch. Seit 2004 ist Dmitrenko mit zwölf Gymnastinnen von Schwerte zum TSC Eintracht gewechselt.  

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