Doch keine Oberliga-Großmacht: Fusionspläne von zwei Klubs sind geplatzt

Fußball

Zwei Fußball-Oberligisten wollten fusionieren. Doch diese Pläne sind jetzt gescheitert. Warum? Die Vereine erklären. Der eine macht dem anderen einen Vorwurf.

Dortmund

, 25.02.2021, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Fusionspläne zweier Oberligisten sind geplatzt.

Die Fusionspläne zweier Oberligisten sind geplatzt. © Jens Lukas

Die Pläne schienen sportlich vielversprechend. Zwei Oberliga-Klubs spielten mit dem Gedanken, zu fusionieren und künftig ihre Kräfte zu bündeln. Diese Idee fand im vergangenen Jahr ihren Weg in die Öffentlichkeit – und Samir Habibovic, der Sportliche Leiter des ASC 09, sagte damals: „Kommt es zu einer Fusion, wäre der neue Klub eine Macht in der Oberliga.“ Doch daraus wird nichts.

Die Sportfreunde Siegen, in der Saison 2005/2006 noch in der 2. Bundesliga aktiv, und der Ex-Regionalligist 1. FC Kaan Marienborn haben nämlich bekanntgegeben, nun doch keine enge Partnerschaft einzugehen. Wie die Siegener Zeitung berichtete, planten die Siegener Wirtschaftsgrößen Manfred Utsch, seinerseits Ehrenpräsident und Mäzen der Sportfreunde Siegen, sowie Christoph Toma, Geldgeber von Kaan-Marienborn, ein neues Flaggschiff für die Region zu errichten.

Es hätten konkrete Pläne vorgelegen, schrieb die Zeitung. Zunächst indes äußerte sich nun Kaan-Marienborn, dann der Vorstand der Siegener - und sagte die ganze Sache ab. Kaan-Marienborn ließ angesäuert wissen, nicht einverstanden damit zu sein, dass die Sportfreunde Siegen in der Öffentlichkeit sehr freigiebig über die Fusionspläne sprachen. „Für uns waren die Inhalte dieser Gespräche stets vertraulich und es liegt uns fern, diese in der Öffentlichkeit zu diskutieren“, teilten sie mit.

„Keine Grundlage mehr“ für weitere Gespräche

Und weiter: „Wir waren in den Gesprächen zu erheblichen Zugeständnissen bereit, um einen für beide Seiten tragbaren Kompromiss zu finden. Leider mussten wir aus der Zeitung am 13. Februar erfahren, dass dieser Kompromiss nicht auf Gegenseitigkeit beruht“, schrieb der Vorstand des 1. FC Kaan-Marienborn. Er stellte klar: „Wir sehen zum momentanen Zeitpunkt daher keine gemeinsame Grundlage mehr, die Gespräche fortzuführen.“

Die Sportfreunde Siegen stellten anschließend ihre Sicht der Dinge dar. „Die Interessenlagen von Mitgliedern, Anhängern und Vorständen sowie die aktuelle Breite und die Struktur der Vereine sowie deren Historien sind bei den Vereinen Sportfreunde Siegen und dem 1. FC Kaan-Marienborn gegenwärtig zu verschieden, als dass eine gemeinsame Ausrichtung möglich ist“, heißt es in einer Mitteilung.

„Weder der Vorstand noch ein Großteil unserer Unterstützer wollen einen solchen Verein mit einem Führungs- und Abhängigkeitsmodell zu Einzelnen wie es in der Vergangenheit der Fall war“, teilen die Sportfreunde mit. Vielmehr sei eine Lösung erwünscht, „die alle Abteilungen und Mannschaften mit einbezieht und den Verein sowie seine Talente fest in der Region verankert“. Es werde beileibe nicht „die erstbeste, sondern die beste Lösung“ angestrebt.

Was wiederum nicht danach klingt, dass Fusionspläne plötzlich generell zum Tabu erklärt wurden. Ähnlich drückt es Kaan-Marienborn aus. „Nur durch eine Bündelung von Kräften“, heißt es in der Mitteilung, „kann ein langfristig ausgerichteter, finanziell und personell gut aufgestellter, zukunftsfähiger, starker Verein für das Siegerland aufgebaut werden.“ Dies gelte nicht nur für zwei Vereine. In Marienborn halten sie demnach die Augen offen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt

Die U23-Mannschaft von Borussia Dortmund kann sich den nächsten Termin in ihrem Kalender anstreichen. Das Nachholspiel beim Bonner SC ist nun fix terminiert. Von Patrick Schröer

Lesen Sie jetzt